„Sonst liegt das Essen so schwer im Magen“

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Ratssitzung wird um eine Stunde vorverlegt

Am kommenden Donnerstag (15.12.2016) findet die letzte Ratssitzung des laufenden Jahres statt. Beginn: Diesmal schon um 14 Uhr.

In der Regel startet eine Sitzung des Hagener Stadtrats um 15 Uhr. 2014 wurde die Dezembersitzung erstmalig um eine Stunde vorgezogen. Und so ist es auch in diesem Jahr wieder geplant.

Kurios ist die Begründung für die Verschiebung: sonst liege das Essen so schwer im Magen. Essen? Wie jetzt?

Nun, nach der Sitzung findet die Weihnachtsfeier des Rates statt. Da gilt es, schnell die Tagesordnungspunkte durchzuhecheln und die Pole Position für den Sturm auf die Fleischtöpfe zu ergattern. Eversbusch wird bestimmt auch in ausreichender Menge kaltgestellt.

schisanowski-mit-doppelwacholder-kleinLetzterer ist ein in Hagener Politikerkreisen (siehe Beispielfoto: SPD-Chef Schisanowski mit einer Verkaufseinheit in der Hand) sehr beliebter westfälischer Doppelwachholder (richtig: in der traditionellen Schreibweise mit Doppel-h) der 1780 gegründeten Hasper Brennerei Eversbusch, des ältesten Hagener Unternehmens. Übrigens: Weil im Rathaus allem Anschein nach viele Entscheidungen unter dem Einfluss der heimischen Droge gefällt werden, kam dieses Medium – DOPPELWACHOLDER.DE – zu seinem Namen.

Durch das Vorziehen der Ratssitzung um eine Stunde verteuert sich allerdings die Party. Die Mandatsträger können eine Stunde früher Verdienstausfall gelten machen. Beantragt haben soll die feier- und erstattungsfreundliche Verlegung diesmal für die Fraktion der SPD Werner König, wegen seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer des Hagener Entsorgungsbetriebs auch „Müllkönig“ genannt.

Beschlossen wurde die Vorverlegung zwecks Sause und Vorteilssicherung – natürlich – im nichtöffentlichen Teil der letzten Ratssitzung. Vermutlich waren diesmal Geschäftsgeheimnisse der Häppchenlieferanten und andere dubiose Vorgaben zu wahren. Halt das, was die Mauschelszene üblicherweise an Gründen vorschiebt, um ihre Machenschaften zu verbergen.

Verdienstausfälle und deren Erstattung waren in den vergangenen Monaten immer wieder Thema in der heimischen Gazette. Man darf gespannt sein, ob es die Verschiebung des Termins wegen ähnlicher Effekte auch hier in die Schlagzeilen schafft.

Bislang gab es von keiner Seite Bedenken oder irgendeine Form der Kritik. Man scheint sich diesmal parteiübergreifend einig zu sein, was das gemeinsame Wohlergehen anbelangt: Hauptsache, das Essen liegt nicht so schwer im Magen.

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Eine Antwort to “„Sonst liegt das Essen so schwer im Magen“”

  1. Sven Says:

    Köstlich!

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