„Grüne Wiesen“ gefährden die Zentren

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Arbeitskreis „Regionales Einzelhandelskonzept“ tagte in Hagen

Der Einzelhandel gehört neben Kultur, Begegnung, Arbeiten und Gastronomie zum innerstädtischen Leben. Er bestimmt in seinen vielfältigen Facetten in hohem Maße die Lebendigkeit und die Attraktivität der urbanen Zentren. Dies wurde auf der Sitzung des Arbeitskreises „Regionales Einzelhandelskonzept für das Östliche Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche“ (REHK) in Hagen noch einmal betont.

Allerdings ist seit Jahren die Tendenz festzustellen, dass besonders der großflächige Einzelhandel die Zentren verlässt und sich auf der „Grünen Wiese“ ansiedelt. Dies wiederum gefährdet die Entwicklung des Einzelhandels in den entsprechenden kommunalen Zentren der Standortgemeinden ebenso wie in den benachbarten Innenstädten.

Dieser Entwicklung wollten eine Reihe von Städten und Gemeinden im östlichen Ruhrgebiet nicht tatenlos zusehen und sie beauftragten zusammen mit den entsprechenden Landkreisen, Bezirksregierungen sowie Industrie- und Handelskammern und mit Unterstützung des Landes NRW einen Gutachter mit der Entwicklung eines gemeindeübergreifenden Konzepts zur gemeinsamen Regelung der Einzelhandelsentwicklung. Entstanden ist daraus das REHK, das 2007 zum ersten und 2013 zum zweiten Mal fortgeschrieben und jeweils von den Räten der Städte beschlossen worden ist.

Als Ergebnis dieses Gutachtens besteht seit dem Jahr 2000 der gleichnamige Arbeitskreis, dem inzwischen 24 Kommunen, fünf Industrie- und Handelskammern, drei Kreise, zwei Bezirksregierungen, der Regionalverband Ruhrgebiet sowie die Einzelhandelsverbände Westfalen Münsterland und Westfalen West angehören.

Der Arbeitskreis tagt mehrfach im Jahr an wechselnden Orten und wird von einem Vorsitzenden nebst Stellvertreterin geleitet. Hier werden die relevanten Einzelhandelsvorhaben regelmäßig vorgestellt und untereinander erörtert. Ziel des Konzepts ist eine abgestimmte Ansiedlungsplanung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben in der Region.

Dazu haben die beteiligten Kommunen eine „Interkommunale Vereinbarung“ getroffen, die Grundlage des gemeinsamen Handelns ist. Diese Vereinbarung enthält die Verabredung, immer dann den „Regionalen Konsens“ mit betroffenen Nachbargemeinden zu suchen, wenn ein Einzelhandelsvorhaben infolge seiner Größe und seines Standorts überörtliche Auswirkungen erwarten lässt.

Das REHK wurde in den Bundeswettbewerben „Erfolgreiche Beispiele interkommunaler Kooperation – kommKOOP 2006“ und „Lebenswerte Innenstädte“ zweimal ausgezeichnet. Durch diese Auszeichnungen sehen sich die beteiligten Kommunen bestätigt, dass ihre damalige Entscheidung, bei dem Thema Einzelhandel eng zusammenzuarbeiten, richtig war.

Die Kooperation im Östlichen Ruhrgebiet hat sich als praxistauglich erwiesen und zu einem besseren Verständnis und zu einer höheren Akzeptanz der jeweiligen Belange beigetragen. Es ist bisher die erfolgreichste interkommunale Kooperation dieser Art in NRW.

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