Archive for November 2016

So kommt das Theater Hagen aus der Krise

17. November 2016

Peter Born ist Vorsitzender des Hagener Theaterfördervereins. Er will die Qualität des Theaters in den Blickpunkt rücken, nicht das Sparen.

Das traditionsreiche Theater Hagen steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte seit 1945. Die kommende Spielzeit müsste längst unter Dach und Fach sein, doch es gibt keinen Intendanten, der sie plant. Die designierte Chefin Dominique Caron zeichnet ihren Vertrag nicht. Der Ballettdirektor und der Jugendtheaterleiter gehen. Für Generalmusikdirektor Florian Ludwig kommt ein neuer GMD, der auch noch nicht unterschrieben hat.

Dr. Peter Born beobachtet als Vorsitzender des Theaterfördervereins die Situation mit tiefer Besorgnis. Im Interview verrät er, was passieren muss, damit das beliebte Haus ein Leuchtturm für die ganze Region bleibt.

Mit welchen Szenarien kann das Theater Hagen die kommende Spielzeit stemmen?

Peter Born: Wir haben jetzt die Chance, und sollten sie auch nutzen, mit ruhiger Hand und mit Augenmaß die Intendantenposition neu auszuschreiben. Und zwar mit dem Schwerpunkt auf künstlerischer Qualität und Führungskompetenz im Gegensatz zu der früheren Ausschreibung, wo das Finanzthema im Vordergrund stand.

Und was wird mit der Saison 2017/2018, die in wenigen Monaten beginnt? (…)

Quelle: DerWesten

Der Kelch ist aber an Hagen vorbeigegangen

17. November 2016

Viele Hagener haben dem Vernehmen nach aufgeatmet und den obigen Spruch ausgesprochen oder gedacht. Dominique Caron, die mit einer denkbar knappen Stimmenmehrheit von 8:7 durch den Hagener Theater-Aufsichtsrat auf den Intendanten Schild gehoben wurde, hat ihre Bewerbung zurück gezogen. (…)

Quelle: EN-Mosaik

Theaterintendantin tritt Job nicht an

17. November 2016

Lokalzeit aus Dortmund | 16.11.2016 | Verfügbar bis 23.11.2016

Caron-Pleite: Die Belegschaft ist schuld

17. November 2016

Verschwörungstheoretiker laufen sich warm

Schlammschlacht, Schmutzkampagne, Dunkelmänner. So sehen die Schuldzuweisungen aus, die die Propagandafront aus CDU, FDP und Einheitspresse nach der Absage der ehemals designierten Theater-Intendantin Dominique Caron verbreitet.

Hauptziel der Angriffe sind die Arbeitnehmer des Hagener Theaters. Der aus dem sauerländischen Hinterwald in die Stadt zugereiste Leiter der WPWR-Lokalredaktion, Michael Koch, versieht seinen Kommentar zum Abgang von Caron mit dem Titel: „An Belegschaft gescheitert“ und stellt der Politik im Gegensatz dazu einen Freibrief aus.

Koch: „Caron ist nicht an der Politik oder Verwaltung gescheitert. (…) Dominique Caron ist an der Belegschaft des Theaters gescheitert.“ Ins selbe Horn stoßen die Redaktionsmitarbeiter Yvonne Hinz und Martin Weiske, die ein Schreiben der fünf Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Theater-GmbH mit der süffisanten Bemerkung abtun: „Darin arbeitet sich das Quintett über vier Seiten an der Vita von Dominique Caron ab.“

Damit hatten die wohltemperierten Redaktionsstuben die Stoßrichtung vorgegeben und sowohl CDU- als auch FDP-Fraktion konnten die Leitlinie folgsam in eigene Stellungnahmen gießen.

So der FDP-Fraktionsvorsitzende Claus Thielmann in einer Pressemitteilung: „Der Schaden, den hier sogenannte externe Experten aber auch Mitarbeiter des eigenen Hauses dem Theater und der Stadt Hagen im Rahmen dieses nun vollkommen gescheiterten Besetzungsverfahrens zugefügt haben, ist immens. Es ist zudem offensichtlich, dass die Führungsriege des Theaters von Anfang an kein Interesse daran hatte, einen geordneten Übergang zu ermöglichen. Diese war nie bereit Frau Caron überhaupt eine Chance zu geben und hat die Schmutzkampagne noch zusätzlich befeuert.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Röspel sieht gar sinistre Mächte am Werk: „Es ist im höchsten Maße bedenklich, dass an diesem Rückzug verschiedene Dunkelmänner mitgewirkt haben.“

Röspel weiter: „Mit den boshaften Briefen eines Mannheimer Ex-Intendanten wurde die persönliche Integrität der Bewerberin ganz gezielt schwerstens beschädigt, ohne ihr die Möglichkeit einer sachlichen Richtigstellung einzuräumen. Zuletzt hatte eine als vertraulich gekennzeichnete E-Mail des Theater-Betriebsrates, mit einer Mischung aus Halbwahrheiten und Behauptungen die Runde gemacht.“

Es war zwar nicht der Betriebsrat, der den Brief verschickte, sondern Absender waren die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Theater-GmbH – aber mit solchen Feinheiten muss man sich ja wirklich nicht aufhalten, wenn man CDU-Fraktionschef ist.

Und natürlich hätte Caron jederzeit die Möglichkeit zur Richtigstellung gehabt. Wer soll ihr diese denn verwehrt haben? Man sieht, es ist alles nur Schaumschlägerei und Vernebelung, um von der eigentlichen Ursache – dem völligen Versagen des politischen Raums – abzulenken.

Die von Röspel monierte „Mischung aus Halbwahrheiten und Behauptungen“ ist in Wahrheit ein Fragenkatalog, der sich auf diverse Ungereimtheiten im Lebenslauf von Dominique Caron und nicht erkennbare Planungen bezieht. Alles legitim, seriös und sachlich vorgetragen. Dinge, die die Einheitspresse und ihre politischen Lemminge offenbar nicht vertragen können, da es nicht in ihr eigenes, ganz spezielles Konzept passt.

In dem an Oberbürgermeister Schulz, Kulturdezernentin Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzenden Söhnchen und alle Mitglieder des Hagener Rats gerichteten Schreiben heißt es u.a.:

Nach unserem Kenntnisstand liegen bis heute keinerlei akademische Qualifikationen durch Nachweise vor.

Der Lebenslauf von Frau Caron beinhaltet Unstimmigkeiten, die sich auf ihre Zeit in Gießen beziehen.

Bis zum heutigen Tag liegt nach unseren Informationen kein schriftliches Konzept zur Einsparung von 1,5 Millionen Euro von Frau Caron vor, weder finanzieller noch künstlerischer Art.

Wir sehen es als schwierig an, ein Theater künstlerisch verantwortlich zu übernehmen, das in einem großen Umbruch steht, und gleichzeitig Festspiele zu führen und dabei auch noch dort zu inszenieren.

Uns ist nicht bekannt, dass Frau Caron in den letzten Monaten eine einzige Vorstellung im Theater Hagen besucht hat, um sich mit einer eventuellen künftigen Arbeitsstätte vertraut zu machen.

Uns ist bisher nicht bekannt, ob, welche und wie viele Inszenierungen außerhalb der Festspiele in Eutin an Theatern von Frau Caron zu sehen waren.

Nach dem Kenntnisstand der Arbeitnehmervertreter wurden bisher ausschließlich politische Referenzen eingeholt, die fachlich leider keine Aussagekraft haben.

So sieht also die „Mischung aus Halbwahrheiten und Behauptungen“ aus, die CDU-Röspel entdeckt haben will. Und so „arbeitet sich das Quintett über vier Seiten an der Vita von Dominique Caron ab“, wie das Pressehaus meint.

Damit sich jeder selbst ein Bild machen kann, veröffentlicht DOPPELWACHOLDER.DE hier den kompletten Brief der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Theater-GmbH (pdf).

Die Ratsgruppe aus Piraten und Bürger für Hohenlimburg kommt abweichend von der Einheitsfront zu der Feststellung: „Vielleicht reicht es ja aber schon, wenn nicht Prinz Karneval die Zügel in der Hand hat, sondern Menschen, die verstehen, wie man ein Bewerbungsverfahren korrekt durchführt.“

Das wäre jedenfalls schon mal ein Anfang.

Spedition Schenker zieht 157 Arbeitsplätze aus Hagen ab

17. November 2016

Die Spedition Schenker zieht den Großteil ihrer Mitarbeiter aus Hagen ab. Der Standort an der Berliner Straße 14 wird aufgegeben.

Hagen steht vor dem Verlust von weiteren 157 Arbeitsplätzen: Die Spedition Schenker hat gestern Abend angekündigt, den gesamten Stückgutverkehr von der Berliner Straße in Haspe nach Lüdenscheid zu verlagern. (…)

Quelle: DerWesten

Porzellan zerschlagen

16. November 2016

Politik ist verantwortlich für Theater-Desaster

„Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“ ist der Titel eines Gassenhauers aus der Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán, die momentan am Theater Hagen gegeben wird. Ohne die designierte Intendantin Dominique Caron muss allerdings die Chose nach deren Rückzug doch irgendwie gehen.

Die einschlägigen Kreise laufen sich bereits warm, um die Schuldigen für diese Pleite auszumachen. Aller Erfahrung mit den hiesigen Verhältnissen nach werden es für die politischen Entscheider und ihre medialen Steigbügelhalter und/oder Vorgabengestalter die Kritiker und die Überbringer unangenehmer Botschaften sein.

Für OB Erik O. Schulz hat sich jedenfalls schon einmal „der Eindruck verfestigt, dass auch aus dem Theater heraus gegen die demokratisch getroffene Entscheidung zur Bestellung von Dominique Caron gearbeitet worden ist“. Damit sei seiner „festen Überzeugung nach auch dem Ansehen unseres Theaters ganz bewusst ein immenser Schaden zugefügt ­worden“.

Ja, dem Theater ist bewusst ein Schaden zugefügt worden. Verantwortlich dafür sind allerdings nicht das Theater selbst oder seine engagierten Mitarbeiter. Verantwortlich dafür ist die Mixtur aus Kürzungsideologen und schlichtweg Ahnungslosen aus dem politischen Raum. Und an deren Spitze steht der Oberbürgermeister, der sich nun aus dem Fenster lehnt, um die Verantwortung für die Caron-Pleite auf andere abzuwälzen.

Wer Kandidaten für die Intendanz der Hagener Bühne ablehnt, weil 400.000 Euro zum angestrebten Kürzungsziel nicht beigebracht werden können und stattdessen eine Bewerberin, die bereits in der Rundablage versenkt war, erneut präsentiert, muss sich fragen lassen, ob er noch auf dem richtigen Stuhl sitzt.

Die 400.000-Euro-Lücke wirkt umso lächerlicher vor dem Hintergrund, dass der Kämmerer dieser Tage mit der Botschaft hausieren geht, der kommunale Haushalt werde schon 2017 wieder einen Überschuss ausweisen. Für 2018 sollen es bereits 4,6 Millionen Euro sein – aber beim Theater müssen unbedingt 1,5 Millionen Euro weggekürzt werden.

Eine entscheidende Rolle in diesem Trauerspiel fällt dem Aufsichtsratsvorsitzenden Sven Söhnchen zu, der gleichzeitig Vorsitzender des Kultur- und Weiterbildungsausschusses ist. Söhnchen wird immerhin vorgehalten, die Mitglieder des Theater-Aufsichtsgremiums nicht vollständig informiert zu haben.

Die obligatorische Konsequenz wäre der Rücktritt von Söhnchen. Aber wann galten in Hagen je die üblichen Gepflogenheiten? Hier darf man bekanntlich auch Millionen ohne jede Folge für die Verantwortlichen verzocken.

Als nächsten Schritt müsste der Oberbürgermeister den Canossa-Gang zum amtierenden Intendanten Hilchenbach antreten mit der Bitte, das Theater noch ein Jahr weiterzuleiten. Dann wäre eine Chance gegeben, mit einer neuen Ausschreibung und einem sauberen, transparenten Verfahren eine qualifizierte Persönlichkeit für die Intendanz zu gewinnen.

Wohlgemerkt: eine Chance – keine Garantie. Dafür hat der Hagener Politikbetrieb schon zu viel Porzellan zerschlagen.

Stiftung übernimmt Koepchenwerk

16. November 2016

koepchenwerk-15-11-16Das Koepchenwerk am Hengsteysee von der Hagener Seite aus betrachtet. Foto: Klaus-Peter Schneider

Das Koepchenwerk am Hengsteysee in Herdecke bleibt erhalten. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur übernimmt die bekannte Landmarke von der bisherigen Eigentümerin RWE.

Als eines der ersten Pumpspeicherkraftwerke Europas ging das Koepchenwerk 1930 in Betrieb; seit 1986 steht es unter Denkmalschutz und ist ein Standort der Route der Industriekultur. Zum Ensemble zählen eine historische Maschinenhalle mit Kommandohaus, das oberhalb am Hang gelegene Schieberhaus mit dem markanten RWE-Schriftzug und die vier charakteristischen Rohrleitungen.

„Durch den dauerhaften Erhalt des Koepchenwerks behält das Ruhrtal eine zentrale Landmarke, die schon jetzt durch den markanten Schriftzug das beliebte Freizeitareal entlang der Ruhr aufwertet“, kommentierte Karola Geiß-Netthöfel als Direktorin des Regionalverbandes Ruhr und Vorstandsmitglied der Industriedenkmalstiftung die Entscheidung.

Die RWE wollte die Anlagen abreißen; zahlreiche Bürger, darunter der „Tatort“-Schauspieler Jörg Hartmann, setzten sich dagegen für die Rettung des Monuments ein. Die Stadt Herdecke hatte sich daraufhin mit der Bitte um Erhalt des Koepchenwerks an die Stiftung gewandt.

Glücklich und zufrieden zeigte sich die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk. Deren rührige Vorsitzende Regina Schrader kündigte bereits weiteres Engagement an: „Der Aufschrei quer durch die Bürgerschaft, Politik und Verwaltung fand Beachtung und es wird nun der zweite Schritt unserer Vereinsaufgaben möglich: das Ensemble einer Neunutzung zuzuführen, die das Werk wieder für die Bürger/Innen öffnet.“

Förderpreis für Sonja vom Brocke

16. November 2016

Zwei Künstlerinnen aus der Metropole Ruhr gehören zu den insgesamt 16 Gewinnern des mit jeweils 7.500 Euro dotierten Förderpreises des Landes Nordrhein-Westfalen. In der Sparte „Dichtung, Schriftstellerei“ wurde gestern die Hagener Lyrikerin Sonja vom Brocke ausgezeichnet. Ein weiterer Förderpreise im Bereich „Theater“ ging an die Schauspielerin Merle Wasmuth aus Dortmund.

Darüber hinaus zählen die Dortmunder Künstler Susanne Romanowski (Literatur), Mohamad Al Kaddah (Film) sowie Dann Wilkinson (Theater/Tanz) zu den Preisträgern des Nachwuchspreis des Landes. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verbunden.

Der Förderpreis des Landes NRW würdigt Leistungen in den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film, Theater, Architektur und Medienkunst. Er wird seit 1957 jährlich von der Landesregierung verliehen.

Eversbuschs suchen Pächter für das Wachholder-Häuschen

16. November 2016

Die Gebrüder Eversbusch, Betreiber der gleichnamigen Brennerei in Hagen-Haspe, suchen einen neuen Pächter für das Wachholder-Häuschen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Woanders wäre wohl kaum jemand auf die Idee verfallen, ein derartiges historisches Objekt an einen Tex-Mex-Betreiber zu verpachten. Bleibt zu hoffen, dass den Eversbusch-Brüdern jetzt etwas besseres einfällt, wie sie mit dem Haus, in dem bereits der lange verfehmte Heinrich Heine eingekehrt sein soll („Deutschland – Ein Wintermärchen“), weiter angemessen verfahren.

Caron zieht Bewerbung zurück

15. November 2016

Nach massiver Kritik an ihrer Person hat die als neue Intendantin des Hagener Theaters designierte Dominique Caron ihre Bewerbung zurückgezogen.

Schon der Aufsichtsrat der Theater-GmbH hatte sich mit 8:7 Stimmen nur zu einem äußerst knappen Votum zu Gunsten der Leiterin der Eutiner Festspiele durchringen können. Auch dort gab es zuletzt Kritik an ihrer Amtsführung.

So berichtet der Ostholsteiner Anzeiger unter dem Titel „Operette ist nicht Oper“:

Die Kulturstiftung des Kreises stellt wieder 25  000 Euro für die Eutiner Festspiele bereit. Es war das einzige Thema, das angesprochen wurde und ausnahmslos kritische Stimmen aus fast allen Fraktionen erntete. Ausschuss-Vorsitzender Harald Werner (CDU) hatte den Reigen mit dem Hinweis eröffnet, dass er sowohl von der Verpflichtung der Intendantin Dominique Caron am Stadttheater Hagen als auch von der Ankündigung überrascht worden sei, dass es im Spielplan 2017 nur eine Operette stehe. Vor der Ankündigung einer so grundlegenden Änderung in der Presse wäre eine Information des Kuratoriums angebracht gewesen: „Der Name Eutin ist mit Oper verknüpft, nicht mit Operette.“

„Man muss sich doch fragen: Will ich eine Operette fördern?“, pflichete Gerhard Fritsche (SPD) bei. Karlheinz Jepp hatte auch Verwunderung in der SPD-Fraktion über Entscheidung und Informationspolitik der Festspiele geschildert.

Klarsichtkino: Grüne zeigen Film gegen den ökologischen Kollaps

15. November 2016

Tomororrow – Die Welt ist voller Lösungen
17. November 2016, 19:00 Uhr, Kino Babylon

Frankreich 2015, Regie: Cyril Dion & Mélanie Laurent, Doku, 118 Min.

Umweltverschmutzung, Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit. Die Welt hat viele Probleme und die meisten sind uns allen bekannt. Weniger bekannt sind manche der Lösungsansätze, die vor Ort weitreichende Veränderungen anstoßen und ermöglichen.

Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und der NGO-Aktivist Cyril Dion begeben sich in „Tomorrow“ auf die Spur solcher Initiativen. Ihr mit dem César als „Beste Dokumentation“ ausgezeichneter Film fordert nachdrücklich zum persönlichen Engagement auf – ehrlich, optimistisch, überzeugend. Eine engagierte, einfühlsame Doku!

„Dieser Film sollte Teil der Ausbildung aller politischen Verantwortlichen weltweit sein!”
David Nabarro – UN Beauftragter für Klimapolitik und nachhaltige Entwicklung

Weiske und die Demokratie

14. November 2016

Unter diesem Titel nimmt der Vorstand des SPD-Ortsvereins Altenhagen Stellung zum WPWR-Artikel „SPD-Landesvorstand lehnt Wahlanfechtung ab“ (*):

Ein wohl ewiges Dilemma bleibt die Verknüpfung Weiske/Demokratie. Man sollte meinen, ein Journalist, der über Politik berichtet, hätte sich die Vorgänge und Abläufe dieser irgendwann mal zu eigen gemacht. Doch weit gefehlt.

Einfacher ist es scheinbar auch für einen „großen“ Enthüllungsjournalisten, seine Informationen ungeprüft von alternden Abiturienten und Politikern, die wie Wolfgang Jörg nach eigener Aussage das Organisationsstatut der eigenen Partei noch nie gelesen haben, zu beziehen.

Nun, es sei Weiske verziehen, ändern wird sich dies ohnehin nicht mehr. Festzuhalten bleibt aber, dass der SPD-Landesverband die Anfechtung logischerweise zurückweisen musste. Andernfalls wäre es nicht möglich gewesen, die Schiedskommission einzuschalten um ein grundsätzliches Problem zu lösen: „Das Wahlrecht, mit dem das Volk in erster Linie die ihm zukommende Staatsgewalt ausübt, setzt nach der Konzeption des Grundgesetzes die Eigenschaft als Deutscher voraus. Nach Art. 20 GG ist das Staatsvolk der Bundesrepublik Deutschland Träger und Subjekt der Staatsgewalt. Dieser Grundsatz gilt über Art. 28 Abs. 1 Satz 1 und 2 GG auch für die Länder und Kommunen. Das Grundgesetz schließt damit die Teilnahme von Ausländerinnen und Ausländern an Wahlen sowohl auf der staatlichen als auch auf der kommunalen Ebene grundsätzlich aus (vgl. BVerfGE 83, 37, 59 ff.).“ (Quelle: Bundesministerium des Inneren)

In Hagen fühlen sich einige Ausländer gehörig veräppelt. Denn sie dürfen weder ein aktives noch ein passives Wahlrecht ausüben. Sie sind von den Delegiertenwahlen ebenso ausgeschlossen wie von den Landtags- oder Bundestagswahlen. Auf kommunaler Ebene haben nur EU-Bürger diesbezüglich einen Vorteil.

Nun werden sie aber als Mitglieder mitgezählt und nehmen über den Delegiertenschlüssel direkt Einfluss auf die Zahl der Delegierten und somit auf die Wahl des/der Kandidaten. Darüber wurde der Unterbezirk rechtzeitig informiert, hat jedoch lediglich lapidar darauf geantwortet. Auf die Vielzahl der Ungereimtheiten angesprochen erklärte Wolfgang Jörg: „Ja, wenn das so ist, dann muss der Baranski weg.“ Nun, Robin Baranskis Zeit als Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Hagen endet dieses Jahr. Soviel dazu.

Die Zurückweisung der Anfechtung durch den SPD-Landesvorstand zeugt also eher von einer gehörigen Unkenntnis der Situation und der Verlagerung der Zuständigkeit in Richtung Schiedskommission.

Wirklich berichtenswert ist dagegen, wie der SPD-Vorstand in Hagen Druck auf seine Mitglieder ausübt. So wird mit Arbeitsplatzverlust und Parteirausschmiss gedroht. Oder so wird versucht, einzelnen Mitgliedern spezielle Schuld zuzuweisen und ihnen vorgeworfen, einen ganzen Ortsverein kaputtzumachen.

So zuletzt passiert in Boele. Dabei wurden von den Mitgliedern u.a. die Namen Timo Schisanowski, Klaus Rudel und Wolfgang Jörg genannt. Die haben scheinbar gelernt, ihre Erfahrungen aus der Kramps-Ära für sich zu nutzen. So scheint sich unter den Fraktionsvorsitzenden Klaus Rudel und Werner König das Schreiben anonymer Briefe, Berichte und Anzeigen als probates Mittel konstruktiver Fraktionsarbeit durchzusetzen. Wurde doch unlängst von Werner König genau dazu in einer Fraktionssitzung an alle Fraktionsmitglieder aufgerufen.

Bleibt abzuwarten, welche Lügen rund um Wolfgang Jörg noch an den Tag kommen. Wir haben unsere Erfahrungen gemacht.

* DW verwies bereits gestern (13. Nov. 2016) auf diesen Beitrag zzgl. einer Anmerkung

SPD-Landesvorstand lehnt Wahlanfechtung ab

13. November 2016

Wolfgang Jörg bliebt Spitzenkandidat der Hagener SPD für die Landtagswahl 2017. Der Landesvorstand hat die Anfechtung seiner Nominierung abgelehnt. (…)

Der zentrale Vorwurf der Kritiker lautete, dass die Delegiertenliste bei der Vertreterversammlung am 7. Oktober aufgrund unterschiedlicher formaler Verfehlungen fehlerhaft zusammengesetzt worden sei. Kein einziger Vertreter sei gemäß den Statuten der SPD demokratisch legitimiert gewesen, so der Vorwurf der acht Unterzeichner. Vor allem die Mitgliederlisten der einzelnen Ortsvereine seien nicht mehr auf dem aktuellen Stand und somit die Zahl der entsandten Vertreter zur Jörg-Nominierung nicht korrekt gewesen. Insgesamt, so die Quintessenz der Anfechter, seien die Verstöße gegen das Demokratieprinzip so gravierend, dass die Wahl von Wolfgang Jörg wiederholt werden müsse.

Eine Einschätzung, die der Landesvorstand in keiner Weise teilt: In den Augen des Gremiums ist die Zusammensetzung des Delegiertenschlüssels korrekt erfolgt und es seien keinerlei wahlrelevanten Verfehlungen auszumachen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Diese Angaben gehen aus dem DOPPELWACHOLDER.DE vorliegenden Schreiben des Landesvorstands keineswegs hervor. Dort heißt es lediglich: Die Anfechtung werde als „unbegründet zurückgewiesen“. Welche Gründe für die Ablehnung sprechen, werden im Unterschied zu den Behauptungen im WPWR-Artikel überhaupt nicht genannt. Es handelt sich offensichtlich wieder einmal um eine tendenziöse Berichterstattung des Hagener Einheitsblatts.

Um eine Klärung der strittigen Punkte zu erreichen, führt der Weg gemäß Statut der SPD zwangsläufig über den Landesvorstand. Nur wenn dieser, wie geschehen, einen entsprechenden Antrag ablehnt, ist der Weg zur Schiedskommission frei. Diese nicht unwesentliche Information wird den Lesern des WPWR-Beitrags vorenthalten (Autor: Martin Weiske).

Das für diesen Fall vorgeschriebene Prozedere beschreibt § 13 Abs. 2 der SPD-Wahlordnung: „Die zuständige Schiedskommission kann erst angerufen werden, wenn über die Wahlanfechtung oder die Nichtigkeit der Wahl zuvor von dem Vorstand der nächst höheren Organisationsgliederung (…) entschieden worden ist.“

Gesamtschule Eilpe wird erweitert

13. November 2016

Mit einem Anbau an der Gesamtschule Eilpe reagiert die Stadt Hagen auf den durch die Zuwanderung gestiegenen Bedarf an Klassenräumen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: In der am Donnerstag dem Schulausschuss präsentierten Verwaltungsvorlage ist zu lesen: „Die durch  Zuwanderung bedingte Zunahme von Schülerinnen und Schülern lässt sich nach wie vor für die nächsten Jahre nicht präzise prognostizieren.“ Das ficht die WPWR aber nicht an, sofort ungeprüft einen Kausalzusammenhang zu konstruieren. Die seit vielen Jahren erfolgte Ablehnung von Gesamtschulinteressenten in jährlich dreistelliger Höhe wegen Platzmangel wird dagegen erst gar nicht erwähnt.

Neue Volmebrücke für Radler wird 2017 gebaut

13. November 2016

An der Volmemündung entsteht 2017 eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger. Die Finanzierung liegt komplett in den Händen des RVR. (…)

Quelle: DerWesten

Nach Kritik – Rückendeckung für Dominique Caron

12. November 2016

Der ehemalige Intendant mehrer deutscher Theater, Ulrich Schwab, will die Wahl von Dominique Caron zur neuen Hagener Theater-Chefin verhindern. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: In seiner Not versucht der politisch-mediale Komplex die designierte Intendantin des Hagener Theaters gegen jede Kritik durchzuboxen. Es ist ja längst nicht nur der renommierte Theaterleiter Ulrich Schwab, der aus eigener Erfahrung große Bedenken gegen eine Berufung Dominique Carons ins Feld führt. DOPPELWACHOLDER.DE hat ausführlich dazu berichtet.

Auch auf die vorgebrachten einzelnen Kritikpunkte gehen die im Artikel zitierten Caron-Verteidiger nicht ein. Andere werden geschickt umgangen, wie der Vorwurf Schwabs, der Aufsichtsratsvorsitzende Sven Söhnchen habe „zumindest einen Großteil der ihm als Aufsichtsratsvorsitzenden vom Antragsgegner übermittelten entscheidungsrelevanten Informationen über die Kandidatin Caron gegenüber den Mitgliedern des Aufsichtsrat unterschlagen bzw. nicht weitergegeben und damit das Abstimmungsergebnis rechtswidrig manipuliert“.

Dazu Söhnchen laut WPWR: „Herr Schwab durfte seine Meinung an diversen Stellen vortragen. Sie wurde in der Entscheidungsfindung berücksichtigt.“ Dass Schwab seine Position vorgetragen hat, stellt er selber fest. Schwab bemängelt hingegen, dass dem Aufsichtsrat zumindest in Teilen Informationen vorenthalten wurden. Das dementiert Söhnchen nicht.

Das gleiche trifft auf Kulturdezernentin Margarita Kaufmann zu: „Wir haben drei Stunden mit Schwab zusammengesessen und alle seine Kritikpunkte mit Recherchen abgeklopft. Nichts hat sich erhärtet.“ Enthärtet aber auch nicht.

Aufsichtsratsmitglied Thomas Walter (CDU) entscheidet sich für die Variante: „Schwabs Kritik war vor der Aufsichtsratssitzung bekannt, und ihm wurde auch genug Raum gegeben.“ „Vor der Aufsichtsratssitzung bekannt“ bedeutet natürlich nicht: „Dem Aufsichtsrat bekannt“.

Alle drei Protagonisten werfen Nebelkerzen, keiner geht auch nur mit einem Wort konkret auf die von Schwab in einem 12seitigen Papier erhobenen Vorwürfe ein – von den von anderen vorgetragenen Bedenken ganz zu schweigen.

Beim Vorsitzenden des Theater-Fördervereins, Dr. Peter Born, der im Aufsichtsrat nur beratende Funktion hat, erscheint die Sache unklar: Ist er womöglich tendenziös oder gar falsch zitiert worden?

Jedenfalls sah sich Born zu einem Kommentar unter dem o.g. Artikel in der Online-Ausgabe bei DerWesten veranlasst: „Herr Schwab hatte seine Auffassung von der Qualifikation von Frau Caron als Intendantin bei Mitgliedern des Aufsichtsrats der Theater gGmbH platziert. Sicherlich wäre eine intensivere Aussprache im Aufsichtsrat über seine Einschätzung, im Sinne einer umfassenderen Meinungsbildung, möglich gewesen. Ob das allerdings die Entscheidung über Fr. Caron geändert hätte, ist schwierig abzuschätzen. Letztlich waren diejenigen, die Zweifel an ihrem Erfolg als Intendantin in dieser besonderen Situation des TheaterHagen haben, in der Minderheit.“

Born spricht also von „Mitgliedern“ und nicht von „den Mitgliedern“ des Aufsichtsrats. Und eine Aussprache „wäre“ möglich gewesen. Das bedeutet im Klartext: Es sind offensichtlich nur ausgewählte AR-Mitglieder informiert gewesen, und eine Aussprache hat – wenigstens in der notwendigen Form – nicht stattgefunden.

Genau das, was u.a. auch Ulrich Schwab kritisiert.

240.000 Euro für Haus Harkorten

12. November 2016

haus_harkortenHerrenhaus auf Gut Harkorten. Foto: privat

Am Donnerstag Nachmittag hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags Mittel für das Denkmalschutz-Sonderprogramm freigegeben. Das Haus Harkorten in Hagen-Westerbauer erhält 240.000 Euro.

Für das 1775 errichtete „Herrenhaus“ auf Gut Harkorten in Hagen-Westerbauer wird zurzeit ein Konzept zur künftigen Nutzung erarbeitet. In einem ersten Bauabschnitt sollen nun die dringend erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen an dem mit Schiefer gedeckten Dach durchgeführt werden, für die der Förderantrag gestellt wurde.

Haus Harkorten ist der Stammsitz der Industriellenfamilie Harkort. Wegweisend für die deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte wurde der 1793 hier geborene Friedrich Harkort, der 1819 auf der Burg Wetter seine „Mechanischen Werkstätte“ gründete und damit zum Pionier des Industriezeitalters an der Ruhr wurde.

Reinigungskräfte bald arbeitslos

12. November 2016

Seit Dienstag sind die Verträge zur Übernahme der Elseyer Krankenhauses unterschrieben. Hagener Krankenhaus GmbH übernimmt „ELWI“-Mitarbeiter nicht. (…)

Quelle: DerWesten

„Wer nicht ausbildet, wird umgelegt!“

12. November 2016

Stellungnahme von Anne Sandner, stellvertretende DGB Regionsgeschäftsführerin, zu einem Beitrag in der WPWR vom 5. 11. 2016

In dem Artikel betont Herr Weichert von der Agentur für Arbeit, dass die betriebliche Ausbildung wegen der verlockenden Angebote von Universitäten und Berufskollegs an Attraktivität verliere. Dabei wird im Artikel verschwiegen, dass in diesem Ausbildungsjahr 2.056 junge Menschen sich für die duale Ausbildung angemeldet haben. Leider standen auf der anderen Seite nur 875 gemeldete Ausbildungsstellen zur Auswahl – obendrein 189 weniger als im Vorjahr.

Damit ist offensichtlich, dass auch schon rein rechnerisch knapp 1.200 Jugendliche leer ausgehen und darauf angewiesen sind, um nicht „herumzugammeln“, eine Arbeit aufnehmen oder auf die Universitäten und Fachhochschulen bzw. auf die Berufskollegs zu gehen, je nachdem was ihr bisheriger Schulabschluss so hergibt.

Andere und das sind immerhin 453, bzw. 22% der BewerberInnen haben den Kontakt zur Agentur für Arbeit abgebrochen und verschwinden aus der Statistik. Das insgesamt führt dazu, dass diese miserable Bilanz dahingehend beschönigt werden kann, indem man nur von 119 „unversorgten“ BewerberInnen sprechen muss.

Natürlich ist es bedauerlich, dass auf der anderen Seite die 47 offenen Stellen anscheinend nicht geeignet besetzt werden können. Allerdings werden für 10 dieser offenen Stellen Jugendliche für die Ausbildung zur BäckereifachverkäuferIn gesucht. Ein Beruf, der beim repräsentativen Ausbildungsreport des DGB, der die Ausbildungsqualität bewertet, am schlechtesten abschneidet – so was spricht sich rum!

Festzuhalten bleibt: die duale Ausbildung ist für junge Menschen attraktiv. Es fehlt an Ausbildungsstellen und nicht an noch mehr Bewerbungen. Zahlreiche Appelle und Absichtsbekundungen der Wirtschaft erzielen nicht die nötige Wirkung. Eine Ausbildungsgarantie muss her!

Um hierfür den nötigen Druck aufzubauen, gehört die Forderung nach einer Ausbildungsumlage wieder in die öffentliche Debatte. Betriebe, die nicht ausbilden können oder wollen, beteiligen sich finanziell an der guten Ausbildung ihrer Fachkräfte von morgen durch andere Betriebe. Ein Modell, das in der Bauwirtschaft bereits Erfolge vorzuweisen hat.

„Dieser Aufbruch reizt mich total“

11. November 2016

Theaterkünstler Werner Hahn geht von Hagen nach Siegen. Im Apollo-Theater baut er eine neue Sparte Kinder- und Jugendtheater auf (…)

Quelle: DerWesten

Gilgamesch – Baumeister und Schumacher

11. November 2016

Sonntag, 13.11.2016 – Sonntag, 26.02.2017
Emil Schumacher Museum Hagen

hatraEmil Schumacher, Hatra, 1997, Öl auf Leinwand, 151,5 x x 251 cm. © VG Bild-Kunst Bonn, 2016/Emil Schumacher 

Das Gilgamesch-Epos war bei seiner Entdeckung im späten 19. Jahrhundert eine Sensation. Im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, dem heutigen Irak, im fünften Jahrtausend vor Christus entstanden, wurde die Schrift erfunden und das Epos, im fünften Jahrtausend vor Christus entstanden, als älteste Erzählung der Menschheitsgeschichte überhaupt aufgeschrieben.

Die Geschichte des altorientalischen Königs behandelt eindringlich die großen menschlichen Fragestellungen wie nach Leben und Tod, Freundschaft und Feindschaft, Überheblichkeit und Demut, die bis heute allgemeine Gültigkeit haben.

Willi Baumeister (1889-1955) und Emil Schumacher (1912-1999), jeweils Hauptvertreter der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, wandten sich dem Epos während und unmittelbar nach dem düstersten Kapitel der deutschen Geschichte bildnerisch zu.

In der neuen Ausstellung des Emil Schumacher Museums ist die Gilgamesch-Folge von Emil Schumacher zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder vereint. In der Gegenüberstellung kommt es über das gemeinsame Thema zu einer indirekten Begegnung beider Generationen. Im Zusammenspiel mit der Retrospektive des niederländischen Malers Karel Appel (noch bis 15. Januar 2017) kann von einem Gipfeltreffen der Nachkriegsmoderne im Hagener Kunstquartier gesprochen werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der ausgestellten Werke beider Künstler, der die Gilgamesch-Folge Emil Schumachers zum ersten Mal dokumentiert – 52 Seiten, rund 30 Abbildungen, mit einem Vorwort von Ulrich Schumacher sowie einem Beitrag von Rouven Lotz. € 9,90 (€ 14,90 im Buchhandel).

Jeder 6. Hagener überschuldet

11. November 2016

Trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung sind immer mehr Menschen in Hagen überschuldet, zeigt der SchuldnerAtlas 2016 des Verbands Creditreform.

Die Volmestadt zählt nach wie vor zu den Städten mit der höchsten Überschuldung in Deutschland. Mit einer Schuldnerquote von 16,06 Prozent hat dort mehr als jeder sechste Bürger mit nachhaltigen Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. Damit nimmt Hagen Platz 389 von insgesamt 402 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland ein.

Der Anstieg der Überschuldungen beruhe vor allem auf einer Zunahme von sogenannten „gerichtlichen Sachverhalten“, berichtet Creditreform. Die Zahl der einfachen Zahlungsstörungen sei hingegen bundesweit zurückgegangen.

Jazz in der Villa Post

10. November 2016

Am Donnerstag, den 10. November um 20 Uhr geben in der Villa Post der VHS Hagen, Wehringhauser Straße 38, 58089 Hagen, die slowenische Pianistin Kaja Draksler und der lettische Gitarrist Matiss Čudars ein Konzert Improvisierter Musik. NRW-Gäste des Duos sind an diesem Abend Xu Fengxia mit dem chinesischen Zupfinstrument Guzheng und Martin Verborg (Violine).

Das slowenisch–lettische Duo verfolgt eine betont rhythmisch-melodische Musik. Seine Einflüsse kommen aus der gemeinsamen Jazz Ausbildung und Erfahrungen in improvisierter und zeitgenössischer klassischer Musik. Gespielt wird sowohl ohne Vorgaben als auch mit vorbereitetem Material, kurzen Motiven und Melodien.

Kaja Draksler (1987) schloss an ihr Jazzstudium ein klassisches Kompositionsstudium in Amsterdam an. Zu ihren Inspirationsquellen zählen Stride-Pianisten genauso wie ein Thelonious Monk , ein Maurice Ravel oder Olivier Messiaen. Sie stand u.a. auf der Bühne des Moers Festivals 2016. Matīss Čudars, 1991 in Lettland geboren, ist Jazz- und Improvisationsgitarrist. Er setzt in Konzerten sowohl die akustische wie die E-Gitarre ein.

Als besonderer Leckerbissen konnte, da sie seit Jahren in NRW lebt, Xu Fengxia als ‚regionaler‘ Gast eingeladen werden. Die quirlige Chinesin arbeitete als Solistin im Orchester für Chinesische Musik Shanghai und verbindet seit vielen Jahren traditionelle chinesische Musik mit der Improvisierten Musik und Jazz.

Bekannt sind u.a. ihre Duo-Auftritte mit Peter Kowald und Peter Brötzmann; 2009 erhielt ihre DUO-CD mit dem Schweizer Schlagzeuger Lucas Niggli den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Das chinesische Zupfinstrument Guzheng hat 21 Saiten, deren Tonhöhe durch ein Verschieben von Holzstäben in der Mittte des Instruments verändert wird.

Der Hagener Musiker Martin Verborg gibt seit vielen Jahren Konzerte Improvisierter Musik mit international renommierten Musikerinnen und Musikern. Daneben ist er musikalisch auch in der klassischen Musik, dem Jazz und der Rockmusik zu Hause.

Balkan trifft auf Baltikum trifft auf China trifft auf Ruhrpott! Ein musikalisches Highlight der Extraklasse.

„Gegen alle Formen von Rassismus“

10. November 2016

Erik O. Schulz ist der Initiative „Mayors United Against Antisemitism“ beigetreten

Im Beisein von knapp 300 Hagener Schülerinnen und Schülern ist Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz am Mittwoch (9. November) der Initiative „Mayors United Against Antisemitism“ beigetreten. Diese wurde im Sommer letzten Jahres vom American Jewish Commitee (AJC) ins Leben gerufen, um kommunale Führungsper¬sön¬lichkeiten in ihrem Engagement gegen einen zunehmenden Antisemitismus in der Welt zu vereinen und zu stärken.

Ausgehend von Amerika, wo bereits mehr als 300 Bürgermeister dieser Kampagne beigetreten sind, haben sich seit Ende letzten Jahres auch in einem steigenden Maße Stadtoberhäupter aus vielen Teilen Europas angeschlossen. Allein in Deutschland sind dies mittlerweile an die hundert, die mit ihrem Beitritt jegliche Form des Judenhasses öffentlich verurteilen. Außerdem erkennen sie an, dass eine ständige Wachsamkeit geboten ist, um antisemitische Taten und andere Hassverbrechen zu verhindern und zur Anzeige zu bringen.

Sie alle verfolgen dabei eine klare Null-Toleranz-Politik gegenüber Antisemitismus in ihren Städten und Gemeinden. Schließlich verpflichten sie sich dazu, innerhalb und außerhalb ihrer Städte daran zu arbeiten, dass ein Klima des gegenseitigen Verständnisses und respektvollen Miteinanders gefördert wird, getragen von der festen Überzeugung, dass Antisemitismus mit den fundamentalen Werten der Demokratie nicht vereinbar ist.

„Diesen Aussagen schließe ich mich uneingeschränkt an, deshalb ist es nur konsequent, mich in die Reihe mit vielen meiner Amtskollegen zu stellen und der Kampagne „Mayors United Against Antisemitism“ beizutreten“, so Hagens Oberbürgermeister, der bei seiner Unterschrift bewusst auf die Anwesenheit vieler junger Hagenerinnen und Hagener gesetzt hatte.

Schulz: „Ich möchte die jungen Menschen ausdrücklich dazu ermutigen, möglichst immer und überall – in ihren Schulen, in ihren Familien, in ihren Vereinen und zusammen mit ihren Freunden – sensibel zu sein und gegen alle Formen von Ausgrenzung, Intoleranz, Rassismus und Gewalt lautstark die Stimme zu erheben und dort zu helfen, wo Menschen ihre Hilfe benötigen. Denn nur wenn wir alle Toleranz üben und vertrauensvoll miteinander umgehen, können wir in Zukunft in Frieden und Freiheit miteinander leben. Egal welche Hautfarbe oder welche Nationalität wir haben oder welcher Religion wir angehören.“

Die Unterzeichnung der Beitrittsurkunde im Hagener Ratssaal begleitete neben den Schülerinnen und Schülern auch Leonard Kaminski, der stellvertretende Direktor des AJC Berlin.

Hat Hagen ein Herz fürs Radfahren?

10. November 2016

Jetzt abstimmen beim ADFC-Fahrradklima-Test 2016

Macht das Radfahren in Hagen Spaß oder verursacht es Stress? Hagener können mit wenig Aufwand die Fahrradfreundlichkeit ihrer Heimatstadt bewerten und so der Politik und der Verwaltung aus Expertensicht eine Rückmeldung zum Radverkehr geben.

Mitmachen kann man bis zum 30. November 2016 auf www.fahrradklima-test.de. Die Befragung erfolgt vorrangig über einen Online-Fragebogen für Internet- oder Smartphone-Nutzer. Flyer und Fragenbögen liegen aber auch beim Bürgeramt im Rathaus, der Hageninfo (gegenüber dem Sparkassen-Karree) und in den Stadtbüchereien Springe, Haspe und Hohenlimburg aus. Die Teilnahme am Test dauert zwischen fünf bis zehn Minuten.

„Der Test hilft Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen und liefert stichhaltige Argumente für mehr Radverkehrsförderung in Hagen“, erläutern die Radverkehrsplanerin Petra Leng und der städtische Klimaschutzmanager Andreas Winterkemper.

Im Frühjahr 2017 werden die Ergebnisse zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte nach vier Einwohnerklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben. In der Vergangenheit hatte Hagen immer extrem schlecht abgeschnitten.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet zum siebten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den Fahrradklima-Test im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans. Mehr als 100.000 Bürger haben letztmalig in 2014 mitgemacht und die Fahrradfreundlichkeit in 468 Städten beurteilt. Per Fragebogen haben sie bewertet, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.

Intrigantenklatsche mit Gastroverstand

9. November 2016

von Christoph Rösner

Ja, ja, ich höre Euch schon: `und wieder einer dieser unqualifizierten und tendenziösen Texte von Rösner zum Dauerthema Theater. (Würg) Wir können es nicht mehr lesen.`

Dann lasst es! Niemand zwingt Euch, Texte zu lesen, deren Inhalt Euch nicht interessiert. So wie niemand gezwungen ist, eine blöde Partei oder die falscheste aller falschen Intendantinnen zu wählen, ein noch blöderes Fernsehprogramm anzuschauen oder mit dem Blick aufs Display vor einen Laternenmast zu knallen.

Unsere – also die Doppelwacholder-Texte – richten sich in erster Linie an jene Menschen in Hagen, die bewusst hinschauen, die ganz bewusst teilnehmen an den zum Teil grotesken und haarsträubenden Dingen, die sich hier zutragen.

Und die Anderen? Bitteschön – weiter zappen oder klicken und sich auf der Fatzebuck-Seite „Hagener Katzenkinder stehen endlich auf“ … oder so, mal so richtig reinhängen. Wer´s braucht …

Stünde diese Stadt nur wirklich endlich auf!

Ließen sich die Hagener Grünen doch endlich nicht länger am Nasenring durch die Arena des Grauens ziehen!

Würden doch endlich die Alarmsignale wahrgenommen von all jenen, denen eine vernünftige Wahrnehmung noch zuzutrauen ist – auch wenn wir hier von Zahlen im Promille-Bereich sprechen müssen – und würden am 24. November doch all jene nach ihrem Gewissen abstimmen!

Das funktioniert und befreit ungemein, glaubt es ruhig.

Viele können es ja nicht mehr sein, weil alle irgendwie mit irgendwem verbandelt sind und mit drin hängen in dieser Politjauchegrube. Und vor allem, weil die meisten, wenn nicht alle, meinen, von dem zu erwartenden Fiasko profitieren zu können.

Die einen, weil sie vielleicht hoffen, endlich ein leidiges Thema los zu sein und ein paar Kröten für anderen Schwachsinn dazu zu bekommen.

Andere, weil sie sich vielleicht noch schämen, so tief drin zu stecken und sie spüren, dass es gewaltig müffelt und dass sie ohne Hilfe da nie wieder rauskommen, diese potentielle Hilfe aber ebenso tief drinsteckt und mitmüffelt wie sie selbst.

Apropos Scham: haben unsere Berichte über Sven Söhnchens Verhalten Sven Söhnchen selbst wohl die Schamesröte aufs Gesicht gezaubert?

Oder war es doch nur Zornesröte ob seines publizierten Fehlverhaltens?

Bei der ersten Rotvariante hätten wir noch etwas Hoffnung.

Und erinnert sich Herr Söhnchen möglicherweise noch an ein Telefonat mit Urs-Michael Theus – treue DoppelwacholderleserInnen erinnern sich an das Interview vom 8. Oktober – in dem er von Theus über Dominique Caron und seine Erfahrungen mit ihr in Eutin vor der maßgeblichen Aufsichtsratssitzung aufgeklärt wurde?

Und erinnert sich Herr Söhnchen möglicherweise auch noch an seinen eigenen Schlusssatz, mit dem er das Gespräch mit Theus beendete, den wir hier – telefonisch dem Verfasser am 5.11.2016 persönlich von Urs-Michael Theus zur Veröffentlichung freigegeben – einstellen?

„Herr Theus, dieses Gespräch hat niemals stattgefunden.“

Und ist Söhnchens einstweilige Verfügung in unheiliger Allianz mit Dominique Caron gegen den heute 75-jährigen ehemaligen Generalintendanten des Nationaltheaters Mannheim und praktizierenden Rechtsanwalt, Ulrich Schwab, die lächerliche Panikreaktion eines in die Ecke getriebenen Kommunalpolitikers, der die Grenzen seiner Kompetenzen weit über das erträgliche und gebilligte Maß überschritten hat?

Und, merkt Herr Söhnchen selbst noch, was er sich und vor allem dem Theater, dessen Aufsichtsrat er vorsteht, antut oder bereits angetan hat?

Und es darf weiter gefragt werden: wird Herr Söhnchen die gebotenen Konsequenzen ziehen? Oder steht es zu vermuten, dass er sich, Seit´ an Seit´ mit den gerade sich anbiedernden Politikkumpels, egal aus welcher Partei, neue Strategien ausdenken wird, um seine Ämter zu verteidigen?

Sie könnten folgendermaßen vorgehen, verehrter Herr Söhnchen – nur ein Vorschlag, ausgebrütet von einem völlig verquasten Schreiberhirn:

Diesem komischen Theus unterstellen Sie einfach persönliche Rachegelüste gegen Caron wegen seiner Gagengeschichte in Eutin. Über diesen tüddeligen 75-jährigen Ex-Theaterrentner Schwab streuen Sie hie und da die These von einer fortgeschrittenen Altersdemenz – soll ja bei 75-Jährigen keine Seltenheit sein. Vielleicht auch mal in den eigenen Reihen nachschauen … und Menschen aus dem privaten Umfeld Carons sollten sie grundsätzlich und von Haus aus das Allerböseste unterstellen.

Na, wär das nichts? Gleich drei Fliegen mit einer Intrigantenklatsche?

Aber klar, wär das was! Und so könnte man sich doch wunderbar zukünftiger Angriffe erwehren mit Hinweis auf deren Unzurechnungsfähigkeit auf der einen und kindischem Nachtreten auf der anderen Seite.

Und raus aus dem Schneider und weitermachen wie bisher, weil die dumpfe Hagener Mehrheit ja sowieso nichts mitbekommt? Kann man alles tun.

Man könnte sich aber auch mit Gastroverstand auf seine Arbeit als Gastronomie-Sachverständiger konzentrieren und versuchen, sich hier ehrliche Meriten zu verdienen. Nur so als Tipp. http://www.gastroverstand.de/impressum.htm

In der Türkei säßen Leute wie wir vom Doppelwacholder längst im Knast, aber hier ist eben – Gott sei Dank – nicht Türkei, und deshalb schreiben Leute wie wir solange gegen Euer unerträgliches Gebaren an, bis vielleicht der eine oder die andere die blöden Katzenbildchen wegklickt, von seinem oder ihrem Display aufblickt und mutig der Realität ins Auge schaut.

Aber Achtung! Das kann fürchterlich ins Selbige gehen.

Ach, übrigens, ich wollte immer schon mal am Ende einer Glosse einen klassischen Mafia-Satz raushauen. Heute passt er. „Liebe Leserin, lieber Leser, diese Glosse hat niemals stattgefunden.“

Fundsache: Auch beim Türken kann man kaufen

9. November 2016

Dietmar Thieser (SPD) in einem Beitrag der WPWR:

„In der Geschäftswelt ist viel Bewegung. Erst jetzt hat wieder ein neues Geschäft an der Voerder Straße aufgemacht. Es ist zwar ein türkisches Geschäft – aber auch dort kann man natürlich einkaufen.“

Welch eine Erkenntnis des Hasper Bezirksfürsten. Die neue Session beginnt zwar erst in zwei Tagen, aber für manche Narren ist halt das ganze Jahr Karneval.

Städte engagieren sich für Flüchtlinge

9. November 2016

Appell an das Land: Kommunen stärker finanziell unterstützen

Die Städte in Nordrhein-Westfalen arbeiten derzeit neben ihren anderen Aufgaben intensiv für die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft. Sie sehen in einer erfolgreichen Integration die Chance, ein von Toleranz geprägtes Zusammenleben in den Städten zu sichern.

Damit Integration gelingt, muss eine Vielzahl wirksamer Angebote geschaffen und ausgebaut werden, etwa zu Spracherwerb und Bildung, Ausbildung, Qualifizierung oder zur sozialen Teilhabe.

Vor diesem Hintergrund appelliert der Städtetag Nordrhein-Westfalen an das Land, die Kommunen bei der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft stärker zu unterstützen. Denn Integration findet im Wesentlichen in den Kommunen statt.

Viele wichtige Integrationsmaßnahmen, wie der Ausbau der Kinderbetreuung und der Schulen, lassen sich in den NRW-Städten nur hinreichend verwirklichen, wenn ihre Finanzierung auskömmlich geregelt wird. Deshalb fordert der Städtetag das Land auf, einen angemessenen Anteil der sogenannten Integrationspauschale des Bundes an die Kommunen weiterzugeben und zusätzlich eigene Mittel für die Integration beizusteuern.

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 fließen jeweils rund 430 Millionen Euro vom Bund an das Land. Um den Neubau, Umbau und Ausbau von Einrichtungen wie Kitas, Jugendtreffs, Schulen und Sportstätten finanzieren zu können, regt der Städtetag zudem an, dass das Land sein erfolgreiches Städtebausonderprogramm im kommenden Jahr erneut auflegt.

Die Städte begrüßen, dass das Land die Mittel für den sozialen Wohnungsbau 2016 auf 1,1 Milliarden Euro angehoben hat. Die Mittel müssten dauerhaft auf einem hohen Niveau bleiben.

Konkret fordert der Städtetag das Land auch auf, den kommunalen Schulverwaltungen und Schulen flexible Lösungen für den Schulbesuch von Zugewanderten zu ermöglichen. Daher sollte das Land prüfen, ob die kommunalen Schulträger den Unterricht in Ausnahmefällen auch außerhalb von Schulgebäuden oder am Nachmittag organisieren können.

Der Städtetag NRW appellierte an das Land, ausbildungswilligen und -fähigen Zugewanderten auch unabhängig von ihrem Lebensalter berufsqualifizierende Bildungsmaßnahmen zu ermöglichen, wenn diese einen Weg in den ersten Arbeitsmarkt eröffnen können. Nötig ist außerdem, dass Land und Bund auch für Zugewanderte, die nicht mehr im Schulalter sind, mehr Möglichkeiten zum Erwerb allgemeiner und berufsbezogener Deutschkenntnisse schaffen und diese finanzieren.

Der „Auserwählte“ von Ferdinand Hodler ist in den Hohenhof zurückgekehrt

8. November 2016

hodler_kl_w1Ferdinand Hodler, Der Auserwählte, 1903, Öl auf Leinwand, 222 x 289 cm, Osthaus Museum Hagen / Hohenhof, Inv.Nr. K 252

Der Hohenhof ist wieder ein vollständiges „Gesamtkunstwerk“. Das Bild „Der Auserwählte“ von Ferdinand Hodler ist im September – nach viereinhalb Jahren – an seinen angestammten Platz im Empfangsraum neben der Eingangshalle zurückgekehrt.

Ende 2011 war bei einer Baubegehung des Hohenhofs festgestellt worden, dass die Sicherheit des Werkes dort unter bauphysikalischen wie sicherheitstechnischen Aspekten nicht gewährleistet ist. Daher wurde das Werk im Januar 2012 in das Depot des Osthaus Museums verlagert. Hierfür musste eine denkmalrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde erteilt werden, da das Bild Bestandteil des Denkmals „Hohenhof“ ist.

Damals sorgten Berichte für bundesweite Empörung, der seinerzeitige Hagener Oberbürgermeister Jörg Dehm wolle den Hodler verscherbeln, um die marode Stadtkasse mit frischem Geld zu versorgen (siehe: „Kriminelle Überlegung„). Dazu ist es dann glücklicherweise doch nicht gekommen.

Der Hohenhof in Hagen, den der belgische Künstler-Architekt Henry van de Velde als Wohnhaus für den Hagener Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus und seine Familie 1906-1908 gebaut hat, zählt zu den bedeutendsten architekturgeschichtlichen Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Gesamtkunstwerk.

Das Bauwerk ist in der Denkmalliste der Stadt Hagen eingetragen. Zu dem Gesamtkunstwerk zählen die Architektur, die Inneneinrichtung einschließlich der Möbel und Kunstwerke sowie die Außenanlagen. Wertvollster Bestandteil der Ausstattung des Hauses ist das Gemälde „Der Auserwählte“ von Ferdinand Hodler.

Um seine Rückkehr zu ermöglichen, mussten verschiedene Maßnahmen sowohl am Gebäude als auch das Bild selbst betreffend umgesetzt werden. Sämtliche Maßnahmen, die das Osthaus Museum in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Gebäudewirtschaft konzipierte, wurden mit Ina Hanemann, der Leiterin der städtischen Denkmalbehörde wie auch mit dem Landesdenkmalamt abgestimmt.

Millionen-Investitionen in das Marien-Hospital

8. November 2016

Das St.-Marien-Hospital in Hagen hat wieder eine Zukunft. Die Immobilie in der Hagener Innenstadt wurde an einen Investor mit Plänen verkauft. (…)

Ausgerechnet an Allerheiligen wurde der Kontrakt in Berlin beurkundet und das prominente Innenstadt-Objekt an den Immobilien-Kaufmann Udo Krollmann übereignet. Die offizielle Übergabe erfolgt zum 1. Januar 2017.

Den durchaus schillernden Geschäftsmann („Ich habe eine bewegte Vergangenheit in Hagen“) zog es 2003 in die Bundeshauptstadt, von wo aus er mit Millionengeschäften – unter anderem mit Sozialimmobilien – bundesweit erfolgreich expandierte. Inzwischen richtet sich das Interesse des 69-Jährigen immer häufiger wieder auf seine alte Heimat.

Neben dem ehemaligen Enervie-Hauptverwaltungsgebäude an der Körnerstraße, wo Krollmann die Immobilienniederlassung West seiner Unternehmensgruppe etabliert hat, zählen an der Volme auch schon die einstige Commerzbank-Filiale an der Bahnhofstraße sowie die Feuervogel- (Bahnhofstraße) und Alt-Nürnberg-Objekte (Rathausstraße) zu seinem Besitz. (…)

Quelle: DerWesten

Dazu siehe auch:

Rotlicht, Schwarzgeld und ein Mord

Friedhelm Sodenkamp wurde 2008 beim Abendspaziergang erschossen. Zwei Handwerker werden des Mordes an dem Makler beschuldigt. Die Spurensuche führt in eine Halbwelt zwischen Rotlichtmilieu und Immobilienfilz – und einem dubiosen Finanzinvestor.

Udo Krollmann, 61, würde man gemeinhin als Selfmademan bezeichnen. Begonnen hat der Berliner Unternehmer, dessen Firmengruppe seit wenigen Monaten im bürgerlich gediegenen Stadtteil Zehlendorf residiert, als Autovermieter und Discothekenbetreiber in Westfalen. Dann stieg Krollmann ins Immobiliengeschäft ein. Dass der Unternehmer dabei wenig Berührungsängste kannte, auch nicht zu diversen Größen des Rotlichtmilieus im Ruhrgebiet, sollte fürs Geschäft kein Nachteil sein. (…)

Krollmanns unternehmerische Karriere ist eng mit Friedhelm Sodenkamp verbunden, und das seit mehr als zwei Jahrzehnten, eine geschäftliche Liaison und private Freundschaft zwischen Bordellen und vornehmen Cocktailbars, zwischen Schmuddel und Hochglanz. Eine Geschichte, die in den achtziger Jahren beginnt in der westfälischen Provinz, am Rande des Ruhrgebiets. (…)

Der clevere Jurist (Anm. DW: Sodenkamp), der sein Studium in Münster als Taxifahrer finanzierte, war inzwischen eine Nummer in der Szene. Zu seinem Freundeskreis gehörten neben halbseidenen Immobilienhändlern und Geldverleihern auch sein späterer Geschäftspartner, Udo Krollmann, der damals seinen Lebensunterhalt mit dem Verleihen von Luxusautos finanzierte und der inzwischen verstorbene Jürgen Medenbach (Anm. DW: in der Westfalenpost notorisch als „Hagener Kaufmann“ apostrophiert), der Rotlichtkönig des Ruhrgebiets, der einmal in einem Gerichtsprozess als „größter Zuhälter Nordrhein-Westfalens“ bezeichnet wurde. (…)

Quelle: Spiegel online

Ebenfalls interessant:

Gefährliche Geschäfte

Ermittler verfolgen Spuren ins Rotlichtmilieu

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten

Ensemble „Café de Paris“

8. November 2016

Donnerstag, 10.11.2016 von 18:00 Uhr – 20:00 Uhr
Kunstquartier Hagen, Museumsplatz 1, 58095 Hagen

Das Ensemble „Café de Paris“ präsentiert die Musik des „Swinging Paris“, die aus den verrückten 20er-Jahren stammt.

Französische Chansons zu singen, ist die Leidenschaft von Jean-Claude Séférian, und so klingen die berühmten Chansons von Édith Piaf ganz authentisch. Mit den Musikern des Ensembles „Café de Paris“ ist er im Rahmen des Celloherbstes unterwegs. Die Cellistin Charlotte Voigt stammt aus einer Musikerfamilie und erlernte das Cellospiel im Alter von sechs Jahren. Der Akkordeonist Miroslav Tybora ist vielen Musikfreunden aus dem Ensemble Uwaga bekannt. Der Kontrabassist Uli Bär und der Gitarrist Felix Krampen kennen sich schon seit Teenager-Zeiten, haben gemeinsam Musik studiert, sind „ziemlich beste Freunde“ und treten auch als Duo auf.

Eintrittt: VVK 12 €, AK 15 €, Karten: Buchhandlung am Rathaus, T 02331 – 3 26 89

Griff in die Mottenkiste

7. November 2016

Anstatt das Bild einer kämpferischen Stadt zu zeichnen, die trotz aller Nackenschläge und finanzieller Zwänge mit Optimismus nach vorne blickt und mit individuellen Stärken die Zukunft meistert, griff Erik O. Schulz lieber in die Mottenkisten. Mit Hagener Impulsen à la Osthaus und Neuer Deutscher Welle zerrte er Markenzeichen aus dem vergangenen Jahrhundert zur Profilskizzierung seiner Stadt hervor. Perspektivisches sparte er aus.

Als Bürger stellt man sich prompt die Frage: Für welche imageprägenden Projekte steht eigentlich der neue OB? (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Abgesehen davon, dass der OB nicht mehr „neu“ ist, wahrlich eine Premiere. Nach inzwischen mehr als zwei Jahren Regentschaft das erste Fünkchen Kritik an Erik O. Schulz aus dem Pressehaus (Autor: Martin Weiske).

Zahl der Ausbildungsplätze in Hagen deutlich gesunken

7. November 2016

Das Angebot an Ausbildungsplätzen hat sich in Hagen verschlechtert. Die Agentur für Arbeit appelliert daher an die Verantwortung der Betriebe. (…)

Quelle: DerWesten

Was will die AfD …

6. November 2016

… und wie gehen wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten damit um?

Montag, den 07. November 2016, um 19.00 Uhr
Kulturhof Emst, Auf dem Kämpchen 16, 58093 Hagen

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat im Mai 2016 in Stuttgart ein Grundsatzprogramm beschlossen, auch wenn auf dem Parteitag kaum inhaltliche Diskussionen, sondern überwiegend Geschäftsordnungsdebatten geführt wurden.

Während die Ablehnung des Islam („Der Islam gehört nicht zu Deutschland“) noch verschärft wurde bis hin zu jeglicher Ablehnung eines Dialogs über Reformen, konnten Forderungen nach weit radikaleren Schritten (Euro-Austritt Deutschlands, Rückbau der EU, Austritt aus der NATO) verhindert werden.

Aus taktischen Gründen akzeptiert die AfD nun den Mindestlohn, obwohl deren Führung ihn jahrelang bekämpft hat und eine Mehrheit der Mitglieder ihn in den Programmbefragungen abgelehnt hatte.

Das Programm zeigt: Die AfD hat über die Themen Flüchtlinge, Migration und Islam auch andere Positionen, die es zu kennen gilt. Leider werden diese von den meisten „besorgten Bürgerinnen und Bürgern“ eher weniger wahrgenommen, obwohl sie sich damit vielleicht einmal beschäftigen sollten.

Denn: Die AfD gefährdet massiv Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze in Deutschland. Die AfD verhindert Chancengleichheit und sozialen Aufstieg – sie ist zutiefst unsozial. Die AfD steht gegen die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Die AfD ist im Kern frauenfeindlich und vertritt eine reaktionäre Familienpolitik. Die AfD ist antieuropäisch und isolationistisch. Die AfD schürt Islamhass aus politischem Kalkül und spaltet die Gesellschaft.

Referentin ist Nadja Lüders.

Sie ist Landtagsabgeordnete aus Dortmund und Mitglied des Landesvorstands der NRWSPD und setzt sich nach Angaben der einladenden Hagener SPD seit vielen Jahren engagiert gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Bis März 2015 war sie Vorsitzende des 2014 im Landtag eingerichteten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund.

Aber: Sie trat im März 2015 vom Vorsitz zurück, da sie als Anwältin im Jahr 2000 den Dortmunder Neonazi und Polizistenmörder Michael Berger vertreten hatte, dessen Verbindungen zum NSU der Ausschuss prüfen sollte.

Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze

6. November 2016

Die Mitarbeiter der Elseyer Wirtschaftsdienste bangen um ihre Arbeitsplätze. Sie wünschen Aufklärung. Doch die Verantwortlichen der Diakonie in Südwestfalen und der Katholischen Krankenhaus Hagen gem. GmbH schweigen. Warum? (…)

Quelle: DerWesten

Lasst das Theater mit diesen Leuten nicht alleine!

5. November 2016

von Christoph Rösner

Wenn ich Karikaturist wäre, würde ich unser aller Sven Söhnchen als freundliche, unrasierte Kugel mit Künstlerschal zeichnen. Bin ich aber nicht, und so muss seine Beschreibung über das geschriebene Wort in Euren Köpfen lebendig werden.

Nun haben sich, sagen wir, eher unschöne Dinge um den Kulturausschussvorsitzenden und Aufsichtsratsvorsitzenden des Theaters ergeben, die wohl nach unvermeidlichen Konsequenzen schreien.

Wichtige Informationen über die Intendanten-Aspirantin hat er zurückgehalten und somit die Entscheidungsfindung wissentlich manipuliert. Und die längst wegen eklatanter und belegter Unfähigkeit in die Tonne gekloppte Bewerbung Dominique Carons hat er mit einer an Genialität nicht zu überbietenden Begründung wieder hervor gekramt „Lieber eine schlechte, als gar keine Intendantin.“ (Zitat Schutzschrift Ulrich Schwab)

Dass ehemalige Generalintendanten, Generalmusikdirektoren, Regisseure, Dirigenten und Anwälte aus der gesamten Republik sich bemüßigt fühlten, sich persönlich nach Hagen zu begeben und heftigste Warnungen auszusprechen, schien und scheint die Findungskommission und den parteipolitischen Teil des Aufsichtsrates nicht zu kratzen. Im Gegenteil: vermutlich suhlen sie sich in der seltenen Erfahrung, als erfolglose, verantwortliche Politikfiguren einer im Desaster versinkenden Stadt von derart geballter Kompetenz angesprochen und bekniet zu werden, ihre Entscheidung zu überdenken und zu revidieren.

Aber, und das kennt man hier nur allzu gut, das schlichte Gemüt wertet diese kompetenten Einlassungen natürlich mal wieder als unbotmäßige Einmischung von außen, pflegt lieber seine kindische Renitenz und stimmt jetzt aber erst Recht und mit Schmackes für die falscheste aller Lösungen. Und das parteiübergreifend.

Die Konsequenzen aus diesem Fehlverhalten – ob bewusst oder unbewusst in Kauf genommen, wollen wir mal dahin gestellt sein lassen – sind allerdings gravierend.

Und hier ziehen wir gerne den von Caron und Söhnchen mit einer Einstweiligen Verfügung belegten ehemaligen Generalintendanten des Nationaltheaters Mannheim, Ulrich Schwab, zu Rate, der eine 14-seitige Schutzschrift gegen die Einstweilige Verfügung Caron/Söhnchen verfasst hat. Übrigens: Ulrich Schwab war vier Jahre Dominique Carons Vorgesetzter in Mannheim.

Und damit Euer Glossenschreiber hier nicht alles selbst umformulieren muss, die drei wichtigsten Konsequenzen im Originalwortlaut:

„[…]Zumindest drei Konsequenzen aus diesem von Ratsherrn Söhnchen zu verantwortenden schweren Versäumnis sind für das Theater – und den Kämmerer ! – irreparabel:

2.1  In der Spielzeit 2017/2018 also bis Ende August 2018 kann in den Monaten Januar – August 2018 entgegen der derzeitigen Planung aus dem Bereich Künstlerbudget ein anteiliger 2/3 Einsparbeitrag von geplant insgesamt mindestens 500 T€ , also  333 T€ auf die lt. bindendem Ratsbeschluss in 2018 zu erbringenden 1,5 Mio nicht mehr erwirtschaftet werden.

Es sei denn in Vollstreckung des Ratsbeschlusses müssen im verbleibenden Rumpfjahr 2018 (September bis Dezember) nicht „nur“ 166 T€ sondern die ganzen 500 T€ eingespart werden, was zu einem Kollaps des künstlerischen Betriebs und damit zum möglicherweise zum vom Rat der Stadt insgeheim angestrebten schnellen Ende des Theaters führen würde.

2.2  Ein neuer Intendant bzw. eine neue Intendantin kann sich für ihre erste Spielzeit kein eigenes auf den Intendanten zugeschnittenes Team zusammenstellen, weil alle Positionen besetzt sind. Und das betrifft nicht nur den auf der „Spar-Strichliste“ aufgeführten Personenkreis (Orchester, Chor, Tänzer usw) sondern insbesondere das Leitungsteam, also den gesamten Stab der dem Intendanten künstlerisch zur Seite stehenden Mitarbeiter wie Pers. Referenten, Disponenten, Dramaturgen, Assistenten, Regisseure, Kapellmeister, Repetitoren usw.

2.3   Dies  hat weiter zur Folge, dass auch alle anderen dem Intendanten faktisch jetzt aufgezwungenen “alten“ Mitarbeiter nach menschlichem Ermessen –  mit einem nachgeholten Kündigungsschreiben der neuen Intendantin in der Tasche – ganz sicher nicht den Einsatz und die Motivation aufbringen können, die für Theaterarbeit – immer, und erst recht für einen Neuaufbruch – unverzichtbar sind.

Obwohl diese dargestellten Konsequenzen allein der Antragsteller und AR-Vorsitzende Söhnchen zu vertreten hat, spielt das mangelnde Durchsetzungsvermögen der Antragstellerin (Caron Anm. d. Verf.) – deshalb werden die fatalen Folgen hier so detailliert dargelegt – zum Schaden des Theaters eine entscheidende Rolle:

Während nämlich für einen außenstehenden ‚Nicht-Theatermann‘ wie Herrn Söhnchen diese komplexen Zusammenhänge, wenn überhaupt, nur sehr schwer zu durchschauen waren, hätte zumindest Frau Caron, die seit dem 26. September aufgrund des Votums der Findungskommission wusste, dass sie voraussichtlich ab der Spielzeit 17/18  für das Theater die volle Verantwortung übernehmen müsse, ihren zukünftigen ja mehrheitlich ahnungslosen Aufsichtsrat noch einmal warnen und ihn ganz einfach nicht in die Herbstferien entlassen dürfen, bevor nicht  die  – wie dargelegt  – erforderlichen Beschlüsse gefasst waren.“

Was sagt uns das? Entweder war es – wie so häufig – grassierende Inkompetenz, die diese üble Bredouille heraufbeschworen hat oder unerträgliche Ignoranz, oder, wie immer wieder gerne in Hagen, eine grausige Mischung aus Beidem.

Sowohl das Eine, als auch das Andere machte eigentlich einen Rücktritt unserer freundlichen Kugel mit dem Künstlerschal unvermeidbar, wenn – ja wenn da nicht diese kindische Renitenz wäre, die ihn und andere ganz sicher davon abhalten wird, vielleicht zum ersten Mal in ihrer politischen Laufbahn etwas Bemerkenswertes zu tun. Oder um es mit einem Söhnchen-Zitat in abgewandelter Form zu sagen: „Lieber keinen AR-Vorsitzenden als einen schlechten.“

Noch ein Auszug aus Ulrich Schwabs Schutzschrift:

„Denn für einen kompetenten AR-Vorsitzenden hätte es ja nun wirklich kein unlösbares Problem sein dürfen, angesichts der beschriebenen Dringlichkeit auch ganz kurzfristig gem. § 14 (3), 2. Satz des Gesellschaftervertrags eine beschlussfähige außerordentliche Aufsichtsratssitzung (z.B. zur Not in einer  Nachtsitzung) zusammenzutrommeln; zumal außer den fünf  Arbeitnehmervertretern, die ja nicht in Ferien waren, zur Beschlussfähigkeit nur weitere drei AR-Mitglieder erforderlich gewesen wären. Vom Antragsgegner (Schwab Anm. d. Verf.) darauf angesprochen, hielt der AR-Vorsitzende eine solche Flexibilität der Hagener Verwaltung jedoch kategorisch für nicht vorstellbar.“

Zitatende! Mehr entlarvende Wahrheit – und die von einem Außenstehenden – geht wohl tatsächlich nicht.

Vorerst … noch ein letzter erhellender Auszug aus der uns vorliegenden Schutzschrift des Generalintendanten des Nationaltheaters Mannheim a.D. und Anwalt mit Schwerpunkt Bühnenrecht.

Dominique Caron und Sven Söhnchen wollen dem Antragsgegner (Schwab Anm. d. Verf.)

„[…] untersagen, in Zusammenhang mit der Berufung der Antragstellerin zur Intendantin des Theater Hagen Einzelheiten des Berufungsverfahrens zu veröffentlichen und weiterhin kritische Äußerungen über die Antragstellerin und den Antragsteller zu verbreiten.“

Ein befreundeter Künstler mit hoher Reputation in Hagen gab vor ein paar Tagen zu bedenken, ob eine solche Schlammschlacht für unser Theater nicht eher kontraproduktiv sei und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht eher Schaden zufügen würde. Seine Bedenken sind durchaus berechtigt, lassen aber eine wichtige Frage unbeantwortet:

Darf man das Theater und seine wunderbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich in Zukunft mit solchen Leuten alleine lassen?

Nein. Das darf man nicht!

Erinnerung an die Pogromnacht von 1938

5. November 2016

Schweigemarsch und Gedenkveranstaltung

Anlässlich der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gibt es auch in diesem Jahr zum Auftakt der Gedenkveranstaltung der Stadt Hagen einen Schweigemarsch. Dieser beginnt am kommenden Mittwoch, 9. November, um 17.30 Uhr auf dem Adolf-Nassau-Platz und führt zunächst zur Synagoge in der Potthofstraße. Nach einer Gedenkminute geht es von dort zum Rathaus an der Volme, Rathausstr. 13, wo gegen 18 Uhr im Ratssaal die eigentliche Veranstaltung stattfinden wird.

Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Hagen, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitskreis Hagen, ruft Oberbürgermeister Erik O. Schulz die Hagenerinnen und Hagener dazu auf, an dem Schweigemarsch und der sich anschließenden Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Nach Ansprachen seitens der Stadt Hagen durch Oberbürgermeister Schulz sowie durch Dechant Dr. Norbert Bathen folgen weitere Wortbeiträge sowie zum Ausklang ein gemeinsames Gebet. Zur musikalischen Umrahmung werden die Pianistinnen Rima Gotlib und Alla Margolin beitragen.

„Unbrauchbare“ Bewerbung „herausgekramt“

4. November 2016

Rücktritt von Sven Söhnchen gefordert („Lieber eine schlechte, als gar keine Intendantin“)

Weil er entscheidungsrelevante Informationen „über die Kandidatin Caron gegenüber den Mitgliedern des Aufsichtsrat unterschlagen bzw. nicht weitergegeben und damit das Abstimmungsergebnis rechtswidrig manipuliert“ habe, solle der Aufsichtsratsvorsitzende der Theater-GmbH, Sven Söhnchen (SPD), zurücktreten oder von allen Ämtern entbunden werden.

Das fordert der langjährige Generalintendant des Nationaltheaters Mannheim, Ulrich Schwab, in einer sogenannten „Schutzschrift“, die sich gegen eine angekündigte einstweilige Verfügung richtet. Nach Angaben von Schwab angestrengt von Söhnchen und der designierten Intendantin des Hagener Theaters, Dominique Caron.

Schwab, der heute als Jurist mit dem Schwerpunkt Bühnenrecht arbeitet, erhebt gegenüber Söhnchen schwere Vorwürfe. Nicht umsonst dürfte Söhnchen dagegen juristische Mittel ins Feld führen, und sei es nur deshalb, um sich über die Zeit zu retten und einen genehmen Beschluss des Stadtrats am 24. November hinzubekommen: Die endgültige Berufung Dominique Carons als neue Intendantin des Hagener Theaters.

In einem Bericht der WPWR vom 26. Oktober 2016 wird das Mitglied des Theater-Aufsichtsrats, Dr. Friedrich-Wilhelm Geiersbach (SPD) mit den Worten zitiert: „Wir haben umfangreiche Referenzen eingeholt und die waren durchweg positiv. Frau Caron ist die geeignetste Kandidatin aus dem Bewerberfeld.“

CDU-Vertreter Wolfgang Röspel äußerte sich laut WPWR ähnlich: „Frau Caron hat uns überzeugt“, man spreche sich keineswegs für sie aus, weil sonst keine Kandidaten übrig geblieben seien: „Es ist eine Entscheidung für Frau Caron.“

Dazu Schwab in seiner Schutzschrift:

„Das kann nur bedeuten, dass der Antragsteller Söhnchen zumindest einen Großteil der ihm als Aufsichtsratsvorsitzenden vom Antragsgegner übermittelten entscheidungsrelevanten Informationen über die Kandidatin Caron gegenüber den Mitgliedern des Aufsichtsrat unterschlagen bzw. nicht weitergegeben und damit das Abstimmungsergebnis rechtswidrig manipuliert hat.

Weshalb er nach Auffassung des Antragsgegners (Anm. DW: Schwab) von allen Ämtern entbunden werden oder zurücktreten sollte.“

Schwab hat nach eigenen Angaben dem Vorsitzenden des Hagener Kulturausschusses und Aufsichtsratschef der Theater-GmbH, Sven Söhnchen, „in der Zeit zwischen dem 13. und 21. Oktober, also rechtzeitig vor der AR-Sitzung am 25.10., dem Antragsteller (Anm. DW: Söhnchen) eine Vielzahl gravierender Bedenken, die aus Sicht des Antragsgegners gegen eine Berufung der Antragstellerin (Anm. DW: Caron) sprechen, vorgetragen.“

Diese habe er „persönlich und in mehreren sehr ausführlichen Schreiben eindringlich und wiederholt dargelegt.“ Dazu Schwab weiter:

(Söhnchen) war jedoch erkennbar von Anbeginn der Gespräche fest entschlossen, in der AR-Sitzung am 25.10. – komme was da wolle – die Antragstellerin (Anm. DW: Caron) als Intendantin durchzusetzen.

So erklärte er bereits bei einem ersten persönlichen Gespräch am 19.10. im Hagener Rathaus, „die Intendantenfrage muss nach über 1 ½ Jahren vergeblicher Bemühungen jetzt endlich vom Tisch, und lieber jetzt eine schlechte, als gar keine Intendantin“.

Dabei gestand er offen ein, dass die Bewerbung der Antragstellerin (Anm. DW: Caron) längst als ‚unbrauchbar‘ ausgesondert ‚in der Schublade‘ lag, dann aber, nachdem alle ernst zu nehmenden und zu Gesprächen eingeladenen Kandidaten wegen der zu vollstreckenden 1,5  Mio-Kürzung einer nach dem anderen ihre Kandidatur zurückgezogen hätten, wieder „herausgekramt“ worden sei.

Weshalb man jetzt mangels anderer Alternativen an dieser “zugegebener Maßen nicht besten aller denkbaren Lösungen“ festhalten müsse.

Bei Schwab entstand der – wirklich nicht von der Hand zu weisende –

„Eindruck, als nehme der Aufsichtsratsvorsitzende ein mögliches Scheitern dieser Intendanz sogar gerne in Kauf, weil sich auf diese Weise für den Rechtsträger möglicherweise eine nicht unwillkommene  Gesamtabwicklung des Theaters ergeben könnte, für die dann auch gleichzeitig ein Sündenbock gefunden sei.

Diese Befürchtung wurden verstärkt durch die anschließend offenbar erfolgreichen Bemühungen des Antragstellers (Anm. DW: Söhnchen), keine der ihm vorliegenden Negativbeurteilungen seiner Kandidatin an die Mitglieder im Aufsichtsrat weiterzugeben.

Anders lassen sich, wie schon ausgeführt, die zitierten Äußerungen der Aufsichtsratsmitglieder bei Verkündung des Beschlussergebnisses vom  25.10.16 nicht erklären.“

96 Prozent für Spitzenkandidat René Röspel

4. November 2016

Mit einem klaren Votum hat die Hagener SPD gemeinsam mit den Genossen aus dem EN-Kreis René Röspel wieder zu ihrem Spitzenkandidaten nominiert. (…)

Quelle: DerWesten

Späte Belebung am Arbeitsmarkt

4. November 2016

Die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt kam in diesem Jahr spät, dafür aber relativ deutlich. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Hagen ging im Oktober um 365 auf 10 652 zurück, die Arbeitslosenquote sank dadurch um 0,4 Punkte auf 10,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 10,3 Prozent gewesen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Der korrekte Vergleich ist immer der mit dem Vorjahresmonat, nicht der mit dem Vormonat. Demnach ist die Zahl der Arbeitslosen um 0,6 Prozentpunkte gestiegen.


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