Theater: Jetzt ist die Katze aus dem Sack

by

Kürzung beträgt de facto mindestens 2 Millionen Euro p.a.

Bislang wurde gegenüber der Öffentlichkeit immer ein das Theater betreffender Kürzungsbetrag von 1,5 Millionen Euro pro Jahr kommuniziert. In Wahrheit liegt das tatsächlich zu kompensierende Minus bei mindestens 2 Millionen Euro. Es könnte auch noch deutlich höher ausfallen.

Diese Angaben macht die Verwaltung im neu veröffentlichten Beteiligungsbericht 2015 der Stadt Hagen, der am 1. Dezember 2016 vom Haupt- und Finanzausschuss und am 15. Dezember vom Rat abgenickt werden soll (Beschlussvorschlag: „Der Rat der Stadt Hagen nimmt den Beteiligungsbericht 2015 der Stadt Hagen zur Kenntnis.“).

Dass sich eine solche Erkenntnis erst kurzfristig eingestellt haben kann, ist kaum zu glauben. Vielmehr liegt die Annahme nahe, dass diese Hausnummer von der Verwaltungsspitze bewusst unter der Decke gehalten wurde, um ein entsprechendes Kürzungsvotum des Stadtrats sicherzustellen und die interessierte kritische Öffentlichkeit nicht noch mehr gegen die Kürzungspläne aufzubringen.

Datiert ist der Bericht schon auf den September 2016, der eigentliche Redaktionsschluss dürfte noch wesentlich weiter zurückliegen.

Auszug aus dem Beteiligungsbericht 2015 (Hervorh.: DW):

Die Kürzung des Zuschussbetrages um 1,5 Mio. € bedeutet für das Theater, dass die aus den notwendigen Einsparmaßnahmen entstehenden Einnahmeverluste zusätzlich kompensiert werden müssen. Der tatsächliche notwendige Einsparbetrag liegt daher bei angenommenen Einnahmeverlusten und sonstigen gegenläufigen Effekten von ca. 500 T€ bereits bei ca. 2 Mio. €. Ein deutlich größerer Einnahmeverlust ist nicht auszuschließen und stellt insoweit ein erhebliches zusätzliches Risiko für das Theater dar.

Da das Theater seit dem 1. Januar 2015 als gemeinnützige GmbH geführt wird, das Stammkapital lediglich als Sacheinlage geleistet wurde und bisher keine Rücklagen gebildet werden konnten, besteht bei einer Kürzung des Zuschusses ohne eine ausreichende Reduzierungsmöglichkeit bei den Aufwendungen die konkrete Gefahr einer Insolvenz bzw. einer Überschuldung.

Trotz der hohen Akzeptanz des Theaters in der Bevölkerung und der damit verbundenen guten Besucherauslastung bestehen neben der Zuschussproblematik weitere finanzielle Risiken. Dabei handelt es sich um steigende Sachkosten im Zuge von Inflation sowie die Weitergabe von Tarifsteigerungen beim Bezug von Leistungen, ein steigender Investitionsbedarf durch Sanierung und Anpassung der technischen Ausstattung an die Anforderungen von Betriebssicherheit und Leistungsfähigkeit. Die steigenden Anforderungen in den Bereichen Arbeitssicherheit, Personalwesen, Buchhaltung sowie der Gremienbetreuung führen absehbar darüber hinaus zu zusätzlichem Personalbedarf.

Die Zukunft der Theater Hagen gGmbH in der Stadt und besonders in der Region wird in künstlerischer und finanzieller Sicht wesentlich davon abhängen, dass eine verlässliche Perspektive der dauerhaften Sicherung und damit auch künstlerischen Entwicklungsfähigkeit des Theaterbetriebs erreicht wird.

Beteiligungsbericht-2015 (Theater ab S. 88)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: