Dominique Caron und das Haifischbecken von Hagen

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Warum es die Intendantin der Eutiner Festspiele nicht mehr nach Westfalen zieht

Die Intendantin der Eutiner Festspiele war Ende September von einer Findungskommission in Hagen mehrheitlich als Intendantin für das dortige Theater empfohlen worden. Der Aufsichtsrat des Theaters schloss sich dem an, die Bestätigung durch den Stadtrat galt als sicher.

Doch am 15. November machte Caron „nach langer Überlegung und mit großem Bedauern“ einen Rückzieher von der Bewerbung. Zu den Gründen schweigt sie, doch das Netz liefert Erklärung. Ihre Unterstützer in Hagen beklagen eine „beispiellose Schlammschlacht“, ihre Gegner weisen das als „Verschwörungstheorie“ zurück, sprechen etwa von Ungereimtheiten im Lebenslauf der Französin, auf die „seriös und sachlich“ hingewiesen worden sei.

Bemerkenswert ist, dass die Kampagne von ehemaligen Eutiner Festspiel-Größen kräftig mitbefeuert wurde. Dazu zählte etwa Urs-Michael Theus, bis 2015 Generalmusikdirektor bei den Eutiner Festspielen.

Einem Hagener Internet-Blog gab er im Oktober ein mehrseitiges Interview. Darin spricht er Caron „auf fachlich-künstlerischer, organisatorischer und vor allem menschlicher Ebene“ die Qualifikation für das traditionsreiche, aber mit harten Sparauflagen belegte Hagener Theater ab. Die Ausführungen von Theus gipfeln in der Botschaft, für Politiker, die vielleicht damit liebäugelten, das Theater Hagen abzuwickeln, „für die ist Dominique Caron allerdings die ideale Besetzung.“

Auch Ex-Festspiel-Intendant Jörg Fallheier begrüßte via Facebook Carons Rückzieher. „Es geht um die Existenz eines Theaters“, rechtfertigte er die im Netz kursierende harte Kritik an der früheren Festspiel-Kollegin. Andere sprechen von einer abscheulichen oder niveaulosen Kampagne, von „unterster Schublade“. Tatsächlich wurden sogar Abgeordnete im Eutiner Kreishaus mit Dossiers über Dominique Caron gefüttert.

Richtig ist aber auch: Die in Westfalen gescheiterte Kandidatin bietet Angriffsfläche. Im Hagener Kleinkrieg wurden zum Teil vertrauliche Äußerungen von Künstlern, die unter ihr in Eutin mitgewirkt haben, als Munition eingesetzt. Schmeichelhaft für die Festspiel-Chefin fallen diese Anmerkungen nicht aus. Sie zeichnen das Bild einer launischen, sprunghaften und unorganisierten Dominique Caron. „Alles war eine riesige Sch . . .“, lautet ein besonders drastisches Zitat. (…)

Quelle: Lübecker Nachrichten

Anmerkung: Headline und Untertitel versprachen neue Erkenntnisse. Die konnte leider auch die Regionalzeitung im Norden nicht einlösen. Aber immerhin wird ein breiteres Spektrum (teilweise mit Bezug auf die Berichterstattung in DOPPELWACHOLDER.DE) zitiert, als das in Hagen bislang der Fall war. Hier stand beim Hofberichterstattungsorgan nur der ehemalige Intendant des Nationaltheaters Mannheim im Fokus, den man versuchte als debilen Querulanten zu präsentieren. Hinweise auf die Tatsache, dass es auch noch andere Kritiker der Berufung Dominique Carons gab, hätten diese Kreise nur gestört.

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