Theater/Caron: Söhnchen war wohl vorgewarnt

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Aufsichtsratschef und mögliche Intendantin setzen auf Paragraphenreiterei

Im Fall der designierten und umstrittenen Intendantur-Kandidatin des Hagener Theaters, Dominique Caron, sind weitere irritierende Meldungen aufgetaucht. Gegen den ersten Kritiker des Berufungsprozederes werden bereits Anwälte in Stellung gebracht. Da muss die Not wirklich groß sein.

Ulrich Schwab hat eine beeindruckende Karriere an deutschen Bühnen aufzuweisen: Direktoriumsmitglied am Schauspiel Frankfurt, Gründungsgeschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, Stellvertretender Intendant unter Peter Zadek am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und fast zehn Jahre lang Generalintendant am Nationaltheater Mannheim – um nur die wichtigsten Stationen zu nennen.

Neben Theaterwissenschaften studierte Schwab auch Betriebswirtschaft und Jura. Diese Information ist wichtig, um das Nachfolgende richtig einordnen zu können. Denn der in Süddeutschland lebende Schwab muss sich inzwischen juristischer Nachstellungen aus Hagen erwehren. Ein erprobtes Mittel, um Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Dieser Ulrich Schwab hatte sich erdreistet, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Theater-GmbH, Sven Söhnchen, darauf hinzuweisen, dass aus seiner Sicht die auserkorene Dominique Caron wohl eine eher suboptimale Besetzung des Intendantenstuhls sei und ihn mit entsprechenden Informationen gefüttert. Deren Brisanz hat Söhnchen allem Anschein nach nicht erkannt.

Dabei kennt Schwab Caron bereits aus seiner Mannheimer Zeit. Damals war die jetzige Anwärterin für die Hagener Intendanz dort als Disponentin beschäftigt.

Schwab warnt: „Statt einen Intendanten zu berufen, der (…) das Theater wieder als städtische Identität stiftenden Faktor begreift und es zum lebendigen Mittel- und Treffpunkt der Stadtgesellschaft machen will, wollen die Stadtverantwortlichen jetzt eine Disponentin zur Intendantin berufen, die nach meiner sehr genauen Kenntnis für die in Hagen zu bewältigende Herausforderungen so gut wie keine der erforderlichen Voraussetzungen mitbringt.“

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Söhnchen wirft er vor, gegenüber der Presse zu behaupten, „dass neben den fachlichen Voraussetzungen (welche?) und Berufserfahrungen (welche?) die „ausgezeichneten Referenzen“ den Ausschlag für Dominique Caron gegeben hätten“. Das stelle eine offensichtlich vorsätzliche Irreführung der Öffentlichkeit dar und sei ein Skandal.

Weiter habe Söhnchen offenbar den Arbeitnehmervertretern kurz vor der Sitzung des Aufsichtsrats am 25.10. untersagt, Informationen über die Kandidatin an die anderen Aufsichtsratsmitglieder weiterzugeben.

Daher könne angesichts des knappen Abstimmungergebnisses (8:7) davon ausgegangen werden, dass „die Mehrheit der abstimmungsberechtigten Aufsichtsratsmitglieder in Kenntnis der ihnen vorenthalten entscheidungserheblichen Informationen anders abgestimmt hätten.“

Dominique Caron und Sven Söhnchen haben inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen Ulrich Schwab angedroht. Der hat wiederum mit einer sogenannten „Schutzschrift“ gekontert. Ein erhellendes Papier, das DOPPELWACHOLDER.DE vorliegt, und zu dem wir zeitnah ausführlich berichten werden.

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