Lediglich 8:7 pro Caron

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Designierte Theater-Intendantin erhält nur knappste Mehrheit

Der Aufsichtsrat der Theater Hagen gGmbH hat die von der Findungskommission als zukünftige Intendantin vorgeschlagene Dominique Caron nur mit der denkbar knappsten Mehrheit von acht Stimmen dem Stadtrat zur endgültigen Beschlussfassung empfohlen. Sieben Mitglieder des Gremiums sollen nach Informationen von DOPPELWACHOLDER.DE gegen Caron votiert haben.

Damit bestätigt sich die schon gestern in diesem Medium geäußerte Vermutung, dass die Entscheidung wohl nicht allzu eindeutig ausgefallen ist. Dass es nicht auch noch zu einem peinlichen Patt mit 7:7 Stimmen gekommen ist, könnte der Tatsache zu verdanken sein, dass Aufsichtsratsmitglied Muamer Andelija (SPD) an der Abstimmung teilgenommen hat.

Andelija, der auch Mitglied des Hagener Stadtrats ist, war ins Gerede gekommen, da er seit längerer Zeit nur noch sporadisch an Gremiensitzungen teilnehmen soll. Auch seine Parteifreunde im SPD-Ortsverein Altenhagen beklagen, dass er seine zeitlichen Prioritäten anders setzt als die Genossen es erwarten (siehe: „Nach einer Stunde zum Friseur“).

Was oder wer ihn jetzt dazu bewogen hat, ausgerechnet an der Sitzung des Aufsichtsrats teilzunehmen, darüber lässt sich naturgemäß nur spekulieren. Auffällig wäre es aber schon, wenn Meldungen zuträfen, Andelija habe die Sitzung unmittelbar nach dem Tagesordnungspunkt zur Causa Caron wieder verlassen.

Das äußerst knappe Votum zu Gunsten von Dominique Caron bedeutet praktisch eine Spaltung des Aufsichtsrats. Selbst wenn sich der Stadtrat in seiner entscheidenden Sitzung am 24. November dieser Empfehlung anschließen sollte, befindet sich die Zukunft des Hagener Theaters damit noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Im Gegenteil: Mit dem angekündigten Abgang von Werner Hahn und Ricardo Fernando zum Ende der laufenden Spielzeit lässt sich schon erkennen, wohin die Reise geht: nach unten, nach ganz weit unten. Die Kulturredakteurin der Westfalenpost, Monika Willer, hat in einem Kommentar die Folgen für die Stadt treffend beschrieben:

Es gibt Persönlichkeiten, die möchte man in jeder Stadt haben und halten. Die schaffen mit ihrer Kreativität einen Mehrwert, der sich in Geld gar nicht beziffern lässt. Dazu gehören in Hagen Generalmusikdirektor Prof. Florian Ludwig, Jugendtheaterleiter Werner Hahn und Ballettchef Ricardo Fernando, alle drei vom Publikum im weiten Umfeld hochgeschätzt.

Die Stadt Hagen braucht solche Köpfe noch dringender als andere Kommunen. Die aktuelle Massenflucht aus dem Theater Hagen spiegelt einen erschütternden Mangel an Wertschätzung.

Gerade weil Hagen kein Geld hat, ist es umso wichtiger, jene Leute zu binden, die für ein positives Image sorgen. Davon auszugehen, dass Künstler notfalls auch noch im Ehrenamt zu ihrem Dienst kriechen werden, egal wie sehr man sie demütigt, ist eine bestenfalls naive Annahme.

Hagen ist ja nicht die einzige Kommune, die ihre weichen Standortfaktoren nicht zu würdigen und auszuspielen weiß. Das große Umdenken beginnt leider meistens erst, wenn es zu spät ist.

Dieser Weitblick fehlt auch der WPWR-Lokalteil-Autorin Yvonne Hinz. Die will in der „Massenflucht“ (Willer) sogar noch positive Seiten erkannt haben und sieht „die Chance für einen Neuanfang“.

Frau Hinz sollte sich in der Berichterstattung lieber auf ihr angestammtes Revier aus Boutiquen und Burger-Bratereien konzentrieren. Da ist sie zuhause.

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3 Antworten to “Lediglich 8:7 pro Caron”

  1. Christoph Rösner Says:

    Es darf spekuliert werden! Hat die achte Stimme etwas gekostet? Und wenn ja, wie viel? Wissen die 7 (bzw 8) im Aufsichtsrat, was sie tun? Und wenn ja, warum? Was macht jetzt die unterlegene Minderheit des AR? Wer verhindert jetzt noch Frau Caron? Der Stadtrat, und wenn ja, wie viele? Fragen über Fragen? Gibt es irgendwann in HA wohl mal belastbare Antworten statt spekulative Fragen? Wir wissen es nicht, außer, dass wir mehr wissen, als wir schreiben dürfen … bis zum 24.11. kann noch vieles aufgeklärt werden. Hoffen wir es doch mal …

  2. erbsenzaehler Says:

    „Frau Hinz sollte sich in der Berichterstattung lieber auf ihr angestammtes Revier aus Boutiquen und Burger-Bratereien konzentrieren. Da ist sie zuhause.“

    🙂
    Dem kann man nichts mehr hizufügen.
    Die „Artikel“ dieser Dame verursachen mir manchmal Kopfschmerzen ob ihrer Oberflächlichkeit.
    Obwohl Herr Fiebeig anscheinend manchmal diese noch überflügeln will.

    Ich war immer ein Vertreter der Sparmaßnahmen, auch im Theater. Allerdings scheint die politische „Führungsriege“ nicht in der Lage gewesen zu sein, die „Macher“ einzubinden.
    Nun schmeißen diese den Verantwortlichen die Brocken vor die Füße.
    Das kommt davon, wenn man die „Diskussionskultur“ des Stadtrats auch außerhalb des Rathauses pflegt.
    Schade……..

  3. hansimäuschen Says:

    und was ist mit Herrn Weiske, und und….. ?

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