Denk mal!

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von Rainer Stöcker

„Es kann der Frömmste nicht für Frieden sein, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Dieser Eindruck entsteht, wenn man die Provinzposse um das Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße betrachtet.

Bekanntlich hat sich die Bezirksvertretung Mitte gegen angebliche Verschmutzungen durch Kerzen und Infotafeln an diesem Mahnmal ausgesprochen. Die Verunreinigung der denkmalgeschützen Pflasterung durch örtliche Friedensfreunde könne nicht hingenommen werden. Das Friedenszeichen stelle in diesem Zustand keine Werbung für die gute Sache dar, meint Bezirksbürgermeister Arno Lohmann.

Diese Aussagen zeugen von verzerrter Wahrnehmung der Realität, was die angeblichen Verschmutzungen anbetrifft. Und was wichtiger ist: Den Bezirksgrößen scheint die Funktion von Denkmälern entgangen zu sein. Denkmäler sollen erinnern, wachrütteln und zum Denken anregen. Denkmalgeschützt bedeutet nicht, ein Denkmal vor Bürgern und Bürgerinnen zu schützen.

Anstatt froh darüber zu sein, dass die nach Ladenschluss verwaiste Innenstadt mit Leben erfüllt wird und sich vor allem auch junge Menschen für eine gute Sache engagieren, sehen die Bezirksvertreter die „Ordnung“ gefährdet.

Warum legen diese Saubermänner und -frauen nicht ebenso viel Eifer an den Tag, wenn es um die Vermüllung ganzer Stadtteile geht? Die Bürger in Wehringhausen und anderswo würden es ihnen danken.

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