Fotorealismus

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50 Jahre hyperrealistische Malerei

16. Oktober 2016 bis 8. Januar 2017
Osthaus-Museum Hagen

3_blackwell_w1Tom Blackwell; Sequined Mannequin; 1985; oil on canvas152 x 198 cm ; Collection of Susan P. and Louis K. Meisel, New York; image © Tom Blackwell, Foto © Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, Tübingen 2016

Die 1960er Jahre haben durch POP-Kunst und POP-Kultur Spuren in der Musik, der Mode, im Film und im Lifestyle hinterlassen. Nach Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Tom Wesselmann kamen die Fotorealisten, die sich als Nachfolger dieser POP-Epoche verstehen. Auch sie widmeten sich dem schönen Schein des modernen Alltags, der überbordenden Konsumwelt der damals noch unbedrohten Lebenswelt der USA und ihrer spiegelnden Welt der Oberflächen. Reflektierende Schaufenster, knallbunter Plastikkitsch, chromglänzende Limosinen gehörten zu den bevorzugten Motiven der Fotorealisten, die man auch gerne als Hyperrealisten bezeichnet.

Ihre Motive fingen die Fotorealisten mithilfe von Fotokameras ein und übertrugen ihre Malvorlagen detailgetreu unter Anwendung von fotomechanischen Hilfsmitteln auf die Leinwand. Mit dem Pinsel oder der Spritzpistole kreierten sie gemalte Illusionen, wie: Grelle Porträts, knallbunte Spielzeugtiere, leuchtende Innenflächen von Flipperautomaten, polierte Oberflächen von Harley-Davidson-Choppern, Frontpartien von VW-Käfern, Innenleben von Straßenkreuzern, Cowboys bei der Arbeit, Ketchup-Flaschen im Schnellrestaurant und vieles mehr. All diese Motive verbinden wir heute – nach 50 Jahren der Entstehung dieser Kunst – mit Amerika.

Der schöne Schein war die Wirklichkeit der damaligen Vereinigten Staaten. Die Fotografie wurde als Medium genommen, um Wirklichkeit zu dokumentieren. Den Fotorealisten ging es allerdings nicht um eine Dokumentation der Wirklichkeit, sondern um die Wirkung ihrer Motive, die ja aus der Fotografie stammten. Und diese Wirkung wurde erreicht, in dem sich diese Künstler technisch und inhaltlich spezialisierten.

Technische Meisterschaft und Virtuosität waren Voraussetzungen, um solch eine detailgetreue Malerei hervorzubringen. Bewusst verzichteten die Künstler auf ihre persönliche Handschrift. Von weitem erscheinen diese Bilder wie Fotografien, von nahem erkennt man die Malerei auf Leinwand. Diese faszinierende Wirkung, die von diesen Werken ausgeht, begeistert heute noch viele Kunstliebhaber.

Das Osthaus Museum Hagen zeigt 70, zum Teil großformatige Werke dieser Kunst und gibt einen umfassenden Überblick zur Entwicklung dieser Malerei. Drei Generationen von Fotorealisten werden vorgestellt mit Werken von 35 Künstlern, unter ihnen Stars wie: Charles Bell, Chuck Close, Don Eddy, Richard Estes, Franz Gertsch oder Ralph Goings.

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