Es stinkt gewaltig

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von Christoph Rösner

Hagen beschäftigt sich wohl nur noch damit, seinen Ruf als Dilettantenstadt endgültig zu manifestieren – und zwar nachhaltig.

Nachhaltigkeit ist ein viel bemühter Begriff in diesen Tagen. Und auch unser Ob Schulz verwendet ihn gerne, wenn auch in anderem, negierenden Zusammenhang. „Selbstverständlich ist uns klar, dass eine konzertierte Aktion nicht nachhaltig für eine saubere Stadt sorgen kann“, hat er bei der PK im Rathaus verlauten lassen im Hinblick auf die nächste Putz- und Wieneraktion, diesmal in Altenhagen.

Und weil eine solche Aktion nicht nachhaltig sein kann, werden jetzt die Bewohner zur zweiten, in keinem Fall nachhaltigen Aktion „eingeladen“, sich an der Grundreinigung ihres Stadtteils zu beteiligen.

Die Erkenntnis, dass die allermeisten von Ihnen bereits ordentliches Geld über Ihre Müllgebühren an die Stadt abführen, damit diese, bzw. ihr sauberes Töchterchen HEB, ihren Stadtteil sauber hält, muss wohl irgendwo unter den Müllbergen verschütt gegangen sein. Und weil die HEB das nicht packt, werden jetzt Einladungen zum Feudeln ausgesprochen?

Warum streckt Ihr die Leerungsintervalle nicht noch mehr (wie wär´s demnächst nur noch viermal im Jahr, damit´s rechtzeitig zu den hohen Feiertagen alles hübsch ansehnlich ist?).

Warum gebt Ihr nicht sämtliche Containerstandorte einfach komplett auf, und fegt und wienert die sogenannten besseren Wohnquartiere noch häufiger wie eine Hausfrau, die nichts Besseres zu tun hat?

Dafür könnt Ihr dann ja wöchentlich Einladungen verschicken nach Altenhagen und Wehringhausen und Haspe und Eckesey! So könnt Ihr richtig Geld sparen, das Ihr bestimmt woanders versenken könnt.

Nein! Wie wär´s mit einer Armada Saugdrohnen, die dann nur noch ein qualifizierter HEB-Mitarbeiter aus seinem Gefechtsstand bedienen müsste …

Ihr habt doch wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun!

So wie Euer derzeit größter Coup – diese fantastischen,  unterirdischen Müllgräber in der City mit ihren Edelstahlpömpeln, mit Kippenigeln dekoriert. Mag ja sein, dass an dieser Art von unsichtbarer Müllsammlung was dran ist – solange nur was reingeworfen wird.

Aber wehe, wenn das Güllegrab entleert, der ganze Schmodder mit einem Sauggerät hochgepumpt wird! Dann verweilt man besser im Eingangsbereich von Douglas, weil einem ansonsten der Verwesungsgestank derart die Birne vernebelt, dass man lieber auf einer Müllkippe shoppen gehen würde.

Hierzu etwas Grundsätzliches an alle hilflosen Verantwortlichen:

Ich kann mich tierisch aufregen über solche Zeitgenossen, die nach ihrem letzten Schnellfressstopp bei MacDoof die Verpackungsreste einfach aus dem Autofenster entsorgen.

Ich kann mich ebenfalls tierisch darüber aufregen, wenn irgendwelche Dumpfbacken, egal welcher Nationalität, meinen, ihren Sperrmüll an Straßenecken, in Hauseinfahrten oder sonst wo loswerden zu können.

Aber ich kann mich genauso tierisch aufregen, wenn Stadtplaner oder –Lenker meinen, es sei damit getan, Müllbehälter im Erdreich zu versenken oder die Bürger zum gemeinsamen nicht-nachhaltigen Großreinemachen einzuladen.

Es geht um Psychologie. Wer verinnerlicht hat, in einer vermüllten Stadt mit pathologischer Identitätskrise leben zu müssen, dem ist es völlig schnuppe, wenn das bisschen eigener Müll noch dazu kommt. So einfach ist das.

Und wenn sich zu all dem Wahnsinn noch stammelnde Mitarbeiter der HagenAgentur im WDR als absolute Deppen outen in Sachen Breitbandausbau und ernsthaft vor laufender Kamera ankündigen, jetzt aber doch ganz bald ein Consulting-Unternehmen beauftragen zu wollen, das sie bei der Beratung über die Anzapfung prall gefüllter Fördertöpfe beraten soll und dafür 50.000 Ocken raushauen wollen, weil es dafür ja Fördergelder gibt – fürs sich Beratenlassen! – dann allerdings darf den denkenden, reflektierenden Hagener Bürger – und die Bürgerin wirklich gar nichts mehr wundern.

Mein Fazit: Praktikanten an die Macht und auf nach Hohenlimburg!

Und für alle, die es noch nicht wissen: HEB bedeutet „Hagen Endet Böse.“

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