„Als der Kaiser den Dschihad erfand…“

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Rückblick auf die „orientalistische“ Seite des Weltkrieg-Gedenkens 2014

21.09.2016 um 16:00 Uhr
FernUni, Seminargebäude R. 1-3, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen
Referent: Prof. Dr. Jürgen G. Nagel (FernUniversität in Hagen)

Die Antrittsvorlesung „Als der Kaiser den Dschihad erfand… – Rückblick auf die ,orientalistische‘ Seite des Weltkrieg-Gedenkens 2014“ des neuen Leiters des Lehrgebiets Geschichte Europas in der Welt befasst sich mit den Aktivitäten des Deutschen Reichs im Nahen und Mittleren Osten während des Ersten Weltkriegs und deren Wiederentdeckung und um den 100. Jahrestag des Kriegsbeginns.

Als sich im Jahr 2014 der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährte, erlangte auch ein Thema öffentliche Beachtung, das lange Zeit in Vergessenheit geraten war: die Bemühungen des Deutschen Reichs und seines Verbündeten, des Osmanischen Reichs, die muslimischen Völker zur Erhebung gegen die Kriegsgegner England, Frankreich und Russland anzustacheln.

Nicht nur die militärische Kooperation mit dem türkischen Bündnispartner ließ das deutsche Kaiserreich östlich des Bosporus in Erscheinung treten, sondern auch der versuchte Aufbau einer Propagandamaschinerie und die Entsendung mehrerer Kommandounternehmen in den Nahen und Mittleren Osten bis hin nach Afghanistan.

Einhundert Jahre später brachte nicht allein das Gedenken an den Ausbruch des Weltkriegs diese Aktivitäten wieder ins Bewusstsein. Die aktuellen Debatten um einen radikalen Islam trugen das Ihre dazu bei.

Insbesondere der Dschihad, der „heilige Krieg“ des Islam, wird heute in aller Munde geführt. Damals begründete er die Hoffnung des Deutschen Reichs, an den kolonialen Flanken des Krieges das Kräftegleichgewicht nachhaltig zu verschieben.

Unter solchen Umständen befasst sich neben den populären Medien auch die historische Fachwissenschaft verstärkt mit dieser Thematik. In einer Gesamtschau, die im Vortrag versucht werden soll, tritt dabei so manche Parallelen und Kontinuitäten zutage, die zeigen, dass damals wie heute hartnäckige „Orientalismen“ das Verständnis der Ereignisse beeinflussen.

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