Vortrag zu „Mein Kampf“ – eine kritische Edition

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Hitlers-MeinKampf„Mein Kampf“ – Präsentation im El-De-Haus in Köln

Am kommenden Mittwoch, 7. September, 18 Uhr, hält der Historiker Dr. Roman Töppel im Auditorium des Kunstquartiers ein Vortrag über die, seit Anfang des Jahres veröffentlichte, kritische Edition des nationalsozialistischen Propagandawerkes „Mein Kampf“.

Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ ist ein Mythos. Das zeigt sich nicht nur an den hitzigen öffentlichen Debatten, die in Deutschland um die Wiederveröffentlichung nach Ablauf des Urheberrechts geführt wurden, sondern auch am gewaltigen Medieninteresse ab Januar 2016 nach Herausgabe der vom Institut für Zeitgeschichte in München erarbeiteten wissenschaftlich-kritischen Edition von „Mein Kampf“.

Hitler schrieb den ersten Band seines ursprünglich zweibändigen Werks nach seinem gescheiterten Putschversuch vom November 1923 in der Festungshaft in Landsberg am Lech. Den zweiten Band verfasste er nach seiner Entlassung und der Neugründung der NSDAP in den Jahren 1925/26. Bis Ende 1944 erschienen fast 12,5 Millionen Exemplare der verschiedenen deutschsprachigen Ausgaben.

Victor Klemperer, der bekannte Dresdner Romanist, der als Jude beinahe selbst dem NS-Rassenwahn zum Opfer gefallen wäre, schrieb über „Mein Kampf“: Nie sei ein Lehrbuch der Propaganda „mit schamloserer Offenheit“ geschrieben worden. „Es wird mir immer das größte Rätsel des Dritten Reichs bleiben“, so Klemperer weiter, „wie dieses Buch in voller Öffentlichkeit verbreitet werden durfte, ja musste, und wie es dennoch zur Herrschaft Hitlers und zu zwölfjähriger Dauer dieser Herrschaft kommen konnte, obwohl die Bibel des Nationalsozialismus schon Jahre vor der Machtübernahme kursierte.“

Als Anfang dieses Jahres das beim Freistaat Bayern liegende Urheberrecht an Hitlers „Mein Kampf“ auslief ist es damit „gemeinfrei“ geworden und darf von jedem kommentarlos nachgedruckt werden. Um politischem und kommerziellem Missbrauch vorzubeugen, erstellte das Institut für Zeitgeschichte in München eine kritische Edition des Werkes, in der die fragwürdigen Quellen Hitlers aufgedeckt und Halbwahrheiten, Falschinformationen und Lügen widerlegt werden.

Als einer der Herausgeber der kritischen Edition geht Dr. Töppel vom Institut für Zeitgeschichte in München auf die Entstehung der kritischen Edition des Buches und auf die auftauchenden Probleme ein.

Der Vortrag ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Hagener Heimatbundes e.V. und des Fachbereiches Kultur der Stadt Hagen. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro.hitler_haus_busch_1926
Ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Mein Kampf“ war Hitler 1926 zu Besuch in Hagen und übernachtete im Haus Busch. Foto: Stadt Hagen

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