Hochpreisig und unflexibel

by

Hagener Freibäder in der Kritik

Die Hagenbad GmbH, eine Tochtergesellschaft der städtischen Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, hat ihre Bäder mit klingenden Namen bestückt. So bezeichnet der Badbetreiber das Hestert-Freibad als „Erlebnisbad“, das Henstey-Bad kommt mit gleich zwei Genretiteln des Weges: Wahlweise als „Familienbad“ oder – ganz verwegen – als „Eventbad“.

Eher unflexibel und damit wenig „Event“-orientiert geht es bei den Öffnungszeiten zu. Ein Leser schickte uns dazu folgenden Hinweis:

In den nächsten Tagen ist Hochsommer angekündigt, mehr als 30 Grad werden prognostiziert. Für alle, die am Herbstwetter der letzten Wochen gelitten haben, eine sehr freudige Nachricht. Offenbar aber keine freudige Nachricht für die Hagenbad GmbH.

Was macht eine klassische Verwaltung? Das, was sie schon immer gemacht hat: Außerhalb der Ferienzeit wird um 13:00 Uhr geöffnet. Die Anfrage meiner Frau, ob Hagenbad an diesen Tagen genauso flexibel ist, wie beim Schließen bei schlechtem Wetter, wurde abschlägig beschieden. Geht nicht – gibt’s nicht. „Vielleicht“ können es die Mitarbeiter einrichten, eine halbe Stunde früher aufzumachen. D.h., wenn man Pech hat, wartet man vergebens in der Sonne, bis einer das Tor aufschließt.

Verlässlichkeit sieht anders aus. Diese Grundhaltung von Hagenbad zieht sich durch die ganze Saison. Die Besitzer von Dauerkarten – die Hagenbad ja durchaus einen kalkulierbaren Umsatz in nicht unbeträchtlicher Größe bringen – können sich nicht auf regelmäßige Öffnungszeiten  verlassen. Ein doch merkliches finanzielles Risiko. Viele Schwimmer haben mittlerweile resigniert und gehen lieber wo anders schwimmen.

In benachbarten Städten darf der Badegast tatsächlich wesentlich früher und auch noch preisgünstiger ins kühlende Nass. So ist das Freibad in Witten bereits ab 6:30 Uhr geöffnet. Dort liegt auch der Eintrittspreis mit EUR 3,70 unter dem in den Hagener Bädern Hestert und Hengstey mit EUR 4,50 (alle Preise Einzelkarte Erwachsener).

Das Dortmunder Freibad Wellinghofen öffnet in der Nebensaison (ab 22. August) um 8:00 Uhr. Der Eintritt beträgt EUR 3,50.

Auch in Wuppertal wird der Freibadbetrieb bereits um 8:00 Uhr aufgenommen. Dort liegt der Eintrittspreis mit EUR 3,50 ebenfalls einen Euro unter dem in Hagen.

Eine Alternative für Bewohner des Hagener Westens wäre auch das Schwimm-In in Gevelsberg. Das öffnet regulär um 9:30 Uhr und schließt überwiegend erst um 21:00 Uhr. Der Eintritt für das Freibad schlägt hier mit EUR 4,00 zu Buche.

Keine Alternative stellt hingegen das ebenfalls von der Hagenbad GmbH betriebene Westfalenbad da. Das Freizeitbad öffnet um 10:00 Uhr (Sa/So um 9:00 Uhr) und verlangt wird für eine Tageskarte der stolze Betrag von EUR 9,90.

Advertisements

2 Antworten to “Hochpreisig und unflexibel”

  1. erbsenzaehler Says:

    Meiner Meinung nach ist das gewollt.
    So kann man mit den schlechten Besucherzahlen die Schließung dieser Bäder protegieren.
    Für die Hestert soll es angeblich (sagte mir ein Verwaltungsmitarbeiter) schon einen Bebauungsplan geben und ein lokaler Investor stehe schon „Gewehr bei Fuß“, um dies umzusetzen.
    Also muß das Hestertbad schlecht geredet und gemacht werden……

    Ich hoffe, dies ist nur ein gerücjt, welches sich nicht bestätigt.

  2. Gaby Says:

    Ziel ist es nach meiner Einschätzung, die Besucher ins Westfalenbad zu bekommen. Normalerweise sind die freibäder geschlossen, wenn die Temperaturen nur knapp 20 Grad erreichen, bei angekündigtem Regen auch bei höheren Werten. Interessanterweise hatten die Freibäder am 21.August (Sonntag) bei angekündigtem extrem schlechten Wetter mit Dauerregen geöffnet, 15 Besucher. Am darauffolgenden Tag mit etwas besserem Wetter, einem Montag, war geschlossen.Noch interessanter ist, dass dies vor allem in den Ferien passiert. Meine Vermutung: an Regentagen in den Ferien gehen die Familien mit ihren Kindern gerne ins Westfalenbad. Um sie durch Ferien- oder Saisonkarten nicht kostenlos reinlassen zu müssen, öffnet man einfach die Freibäder. An Wochentagen, wenn das weniger der Fall ist, kann man die Freibäder wieder schliessen.
    Bei den Preisen überlegen sich die Menschen, wenn Wolken am Himmel sind, ob sich der Aufwand lohnt. Man wartet also auf den perfekten Sommertag…Ich halte die Preispolitik für verfehlt. Und berechenbare Öffnungszeiten sind ein basic jedes Unternehmens!
    Ich bin höchst mobil und kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen. Wenn Hagen also geschlossen hat, fahre ich einfach nach Witten, ich habe mittlerweile 10erKarten für Witten, nächstes Jahr kauf ich dort eine Saisonkarte. Andere sind weniger mobil, für die tut es mir leid..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: