Giousouf: „Türkei entfernt sich von der Staatengemeinschaft“

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„Erdogan will nicht versöhnen“: Im Interview nach dem Putschversuch spricht Hagens Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf (CDU) über ihre Bedenken.

Die Hagenerin Cemile Giousouf sitzt für die CDU im Bundestag. Im Kurz-Interview zum Putschversuch in der Türkei äußert die Abgeordneten Bedenken: Sie fürchtet, dass unter den Folgen alle Oppositionellen und Kritiker leiden müssen.

Frau Giousouf, kam dieser Putschversuch wirklich völlig überraschend? (…)

Quelle: DerWesten

Siehe auch:

Giousouf: Putschisten stärken unfreiwillig die Macht Erdogans

Die deutsch-türkische CDU-Bundestagspolitikerin Cemile Giousouf sagte im DW-Interview: „Ich bin tief geschockt, denn ich habe Familie und Freunde in der Türkei und die sind im Moment alle völlig paralysiert.“ Mit Blick auf die Rolle des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinen Umgang mit der Staatskrise hat sie große Vorbehalte – insbesondere was die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit anbelangt. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hatte noch am Morgen angeregt, über die Wiedereinführung der Todesstrafe nachzudenken.

„Dass Yildirim jetzt über die Todesstrafe spricht, ist zutiefst abzulehnen und zeigt, was für ein Demokratieverständnis dieser Mensch hat“, sagte Giousouf gegenbüber der DW. Das Volk sei traumatisiert von drei Putschversuchen und sehne sich nach demokratischem Wandel. „Alle Oppositionsparteien, selbst die kurdische HDP, haben sich gegen das Militär und den Putschversuch ausgesprochen.“ Die Gefahr sei jetzt, dass die Puschisten genau das Gegenteil ihrer ursprünglichen Absichten erreichten, so Giousouf. „Insgesamt wird Erdogans Position gestärkt, weil alle Parteien sich gestern hinter ihn gestellt haben.“ Sevim Dagdelen, deutsch-türkische Parlamentarierin von der Linkspartei twitterte etwa zeitgleich: „Gut, dass der Putsch gescheitert ist, aber jetzt droht Diktatur“. (…)

Quelle: Deutsche Welle

Dazu:

Die drohende Entfesselung

Der gescheiterte Putschversuch habe das Selbstbewusstsein der Erdogan-Anhänger gestärkt, kommentierte Kemal Hür. Viele fühlten sich nun legitimiert, Frauen ohne Kopftuch zurechtzuweisen und Menschen, die Alkohol trinken, als Ungläubige zu verprügeln. Erdogan aber habe seine Macht zementiert. (…)

Ein Militärputsch oder dessen Versuch muss verurteilt werden, auch wenn er sich gegen einen Despoten wie Recep Tayyip Erdoğan richtet, der zwar vom Volk gewählt wurde, doch jegliche Rechtstaatlichkeit mit Füßen tritt. (…)

Die Türkei kennt sich aus mit Staatsstreichen. Dreimal hat in der Geschichte der türkischen Republik das Militär die jeweilige demokratisch gewählte Regierung gestürzt und die Macht an sich gerissen. Die Menschen hatten keinerlei Möglichkeit, sich zu wehren.

Diesmal stellte sich die Zivilbevölkerung scheinbar couragiert und entschlossen, die Demokratie zu verteidigen, vor die Panzer. Doch was auf den ersten Blick wie ein mutiger Widerstand von Demokraten aussah, entpuppte sich als eine Masse von Schlägertrupps, die bereit waren, für ihren Führer Erdoğan zu töten und, wenn es sein muss, zu sterben.

Sie töteten Soldaten, urinierten vor laufenden Kameras auf ihre Leichname, und ganz in Manier des barbarischen IS enthaupteten sie sogar einen Soldaten. Es zeigte sich, dass es derjenige Teil der Bevölkerung war, von dem Recep Tayyip Erdoğan immer wieder sagte: „Wir halten die 50 Prozent nur mit Mühe zurück. Ein Wort, und sie sind bereit, auf die Straße zu gehen“.

Nun sind sie auf die Straße gegangen – aber nicht für die Demokratie, sondern für ihren Führer. Erdoğans Gefolgschaft stürmte auf die Straßen, skandierte lauthals Allah-u Akbar, zeigte den Gruß der Islamisten und Faschisten. In Istanbul zogen sie durch Stadtteile, wo Aleviten leben und durch Viertel, wo junge Menschen in Cafés und Bars Alkohol trinken. (…)

Quelle: Deutschlandfunk

Eine Antwort to “Giousouf: „Türkei entfernt sich von der Staatengemeinschaft“”

  1. Allan Quatermain Says:

    Seit ein paar Tagen gibt es einen deutschen Ableger der AKP mit Parteizulassung in Deutschland.

    Nett anzusehen sind auf der ersten Seite, die türkisch stämmigen Abgeordneten, die die Armenien Resolution befürwortet haben.

    Auch habe ich mir Fotos angesehen, wie der Mob ihre eigenen Landsleute lynchten. Widerlich das ganze.
    Wo mögen die ganzen Zivilisten die AK 47 wohl herhaben, wie man auf weitere Fotos sehen kann. Sogar das gute Sturmgewehr G36 von H & K ist auf Bilder zu sehen.
    Made in Germany, ist eben durch nichts zu ersetzen.

    Ebenso frage ich mich, was die türkischen Fahnen, die an jeden dritten Haus von Wuppertal bis Hagen an den Fenstersimsen hängen, für eine Bedeutung haben?

    Befinden sich da AKP Leute hinter diesen Fenster?

    Egal, macht schon mal das Gästezimmer klar.

    Man erwartet eine Flüchtlingswelle von Kurden und Jesiden aus der Türkei nach Deutschland.

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