Die ganz kleine „Lösung“

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Pilotprojekt bis zum Jahresende: Märkischer Ring im Finanzamtsbereich ab 1. Juli für Lkw ab 3,5 Tonnen gesperrt

Der rund 200 Meter lange Abschnitt des Märkischen Rings zwischen Emilienplatz und der Kreuzung Rathausstraße/Rembergstraße wird ab Freitag, 1. Juli, bis zum Ende dieses Jahres an allen Werktagen (Mo-Fr) für Lkw ab 3,5 Tonnen in der Zeit von 6 bis 22 Uhr (ab Oktober bis 20 Uhr) gesperrt. Die Verwaltung setzt damit einen entsprechenden Beschluss des Rates der Stadt Hagen um, den dieser in seiner Mai-Sitzung verabschiedet hatte.

Damit hat sich der Rat wieder einmal für eine ganz kleine „Lösung“ des Lkw-Problems entschieden. Man muss kein großer Prophet sein, um den Ausgang des Pilotprojekts schon jetzt vorauszusagen: Es wird keine Lösung sein – das Problem wird weiterhin bestehen bleiben.

Der Rat hätte sich als mutig erwiesen, wenn er dem Druck der Lkw-Lobby nicht nachgegeben hätte und die gesamte Umweltzone zur No-go-Area für Lastkraftwagen erklärt hätte. Nach diesem Beschluss werden kilometerlange überflüssige Umleitungsverkehre weiter zementiert, um einen nur 200 Meter langen Straßenabschnitt zu entlasten.

Mit dem jetzt ab 1. Juli umzusetzenden – zeitlich befristeten – Pilotprojekt, das Bestandteil der Fortschreibung des Hagener Luftreinhalteplans ist, soll jetzt also versucht werden, die hohe Schadstoffbelastung in diesem Innenstadtbereich zu reduzieren. Durch eine parallel zur Sperrung auf der Finanzamtsseite aufgestellte zweite Messstation erhofft man sich zudem Rückschlüsse auf bestimmte Tage, Jahreszeiten oder andere äußere Umstände, die hier immer wieder insbesondere für zu hohe Stickstoffdioxid-Werte sorgen.

Allein im vergangenen Jahr 2015 gab es auf diesem Teilabschnitt des Märkischen Rings 184 mehrstündige Sperrungen an insgesamt 137 Tagen. Lkw ab 3,5 Tonnen mussten dann jeweils eine ausgeschilderte Umfahrungsroute nutzen, die nun ab kommenden Freitag durchgehend bis zum 31. Dezember gilt.

Das Ordnungsamt soll – nach Angaben der Stadt – während der Pilotphase Verstöße von Lkw-Fahrern gegen das Durchfahrtsverbot kontrollieren und ahnden.

Eine Antwort to “Die ganz kleine „Lösung“”

  1. Allan Quatermain Says:

    Wenn das Ordnungsamt heute schon am Pennen ist,

    welche LKW trotz zeitlicher Sperrung über den

    Graf von Galen Ring oder am Finanzamt durch brettern,

    wie will man das denn ab den 01.07.2016 kontrollieren?

    LKW anhalten, das dürfen sie nicht?

    Bliebe die Polizei.

    Aber die ist damit beschäftigt, für ihren Dienstherrn öfters mal einen 24 Stundentag, mit ihren Blitzer einzulegen.
    Die arbeiten heute schon wegen Personalmangel auf dem Zahnfleisch.
    Bei Einbruch, KFZ Blechschäden oder Nachbarschaftstreit kann es schon mal 1 Stunde und mehr dauern, bis die Jägertruppe am Einsatzort ist.

    Das ist genauso ein Schwachsinn wie die Worte des Ex-Bezirk Vorsitzenden. Der wollte doch die Berliner Str. in Haspe wegen den 2 Umgehungsstraßen, (Ringe,) als Verkehrsberuhigte Zone verkaufen.

    Da lese ich die Tage in der Einheitszeitung, das man beim Zählen zu einen anderen Ergebnis gekommen ist.

    Ca. 2.700 KFZ rauschen in 24 Stunden über diese Straße.
    Nebst ein paar Buslinien.

    Und die 50 km/H Innerorts,
    scheint für einige Zeitgenossen sowieso ein Fremdwort zu sein.

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