Wir waren‘s! – Nein wir!

by

Röspel und Giousouf reklamieren Fracking-Kompromiss jeweils für das eigene Lager

Der Deutsche Bundestag hat am gestrigen Freitag mit den Stimmen von Union und SPD ein Fracking-Gesetzespaket verabschiedet. Nach Ansicht der Umweltverbände versäumt das Regierungslager damit ein umfassendes gesetzliches Fracking-Verbot.

Währenddessen fordern der Hagener Bundestagsabgeordnete René Röspel (SPD) und seine offiziell mit einem hiesigen Wohnsitz ausgestattete Kollegin Cemile Giousouf (CDU) für die jeweils eigene Partei das Urheberrecht an der neuen Regelung ein.

Nach Röspels Ansicht sei das Gesetz „auf Druck der SPD durchgesetzt“ worden. Giousouf betont dagegen die Initiative ihrer Partei: „Die CDU Nordrhein-Westfalen hat sich frühzeitig und deutlich gegen Fracking nach dem gegenwärtigen Stand der Technik ausgesprochen.“ Ihren Mentor, den CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Armin Laschet, vergisst die Abgeordnete auch nicht. Der habe in einer Sondersitzung der CDU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag in Berlin am Dienstag das weitere Vorgehen abgestimmt.

Die Umweltverbände sind sich dagegen einig: Aus Sicht ihres Dachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR) versäumt die Große Koalition damit die Etablierung eines umfassenden gesetzlichen Fracking-Verbots.

Zwar stellten die Regelungen eine Verschärfung des Genehmigungsrechts für Fracking-Vorhaben dar, Fracking in dichtem Sandstein, sogenanntes Tight-Gas-Fracking, werd hingegen explizit erlaubt und wäre selbst in „Natura 2000“-Gebieten möglich. Wesentliche Reformen des Bundesberggesetzes blieben aus, so dass die Rohstoffgewinnung weiterhin Vorzug vor anderen öffentlichen Interessen habe.

Mit der Schaffung des Kunstbegriffs „konventionelles Fracking“ suggeriere die Große Koalition sogar, dass Fracking in Sandstein weniger gefährlich sei, da es schon seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland praktiziert wird. Erdbeben, Boden- und Grundwasserverunreinigungen sowie eine erhöhte Zahl von Krebserkrankungen in deutschen Erdgasfördergebieten deuteten allerdings auf das Gegenteil hin. Diese Gefahren gingen vom Einsatz der Fracking-Technik an sich aus und nicht von der Lagerstätte oder dem Gesteinshorizont, in denen sie eingesetzt wird.

„Umweltschutzorganisationen haben seit Jahren auf die Gefahren von Fracking hingewiesen und ein generelles Verbot gefordert. Das heute beschlossene Gesetzespaket ist ein erster Schritt in diese Richtung, nun müssen weitere Schritte folgen. Nur ein komplettes Fracking-Verbot schafft umfassenden Schutz von Mensch und Natur vor den Gefahren dieser Technik“, erklärte DNR-Präsident Prof. Dr. Kai Niebert. „Auch um die in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen, braucht es ein klares Verbot jeder Art des Erdöl- und Erdgasfrackings. Statt durch Tight-Gas-Fracking weitere fossile Energieträger zu erschließen, muss die Bundesregierung die Energiewende konsequent und entschlossen umsetzen. Das Gebot der Stunde heißt Energie einsparen, Effizienz steigern, und erneuerbare Energien naturverträglich ausbauen.“

Eine Antwort to “Wir waren‘s! – Nein wir!”

  1. Allan Quatermain Says:

    BP und SHELL haben gerade ein paar Fördergenehmigungen per Fracking in Kanada zurück gegeben. Nicht wegen des Umweltschutzgedanken,

    sondern wegen des Preisverfalls der Ölpreise am Weltmarkt.

    Was die Genehmigungen hier zu Lande per Fracking angeht.
    Das kann man Super entlang der A 31 Richtung Emden sehen.

    Zig Firmen buddeln per Bundesberggesetz unter angeblichen Laborbedingungen nach Öl per Fracking.

    Es ist wie beim angrapschen von Frauen,

    ein NEIN ist ein NEIN.

    Wer will, kann dieses NEIN noch im Internet per Petition fordern.

    Und nicht dieses Wischiwaschi-Gesetz,
    durch Lobbyisten gesteuerte Fracking-Kompromiss der GroKo.

    Da kann Kraftilanti noch so viele Interviews der Funke-Gruppe
    zum Fracking für NRW abgeben.

    Nebenbei nimmt NRW, da in Niedersachsen verboten,
    den ganzen Giftschlamm, der bei diesen Labor- und Forschungsbohrungen bei Fracking anfällt,

    als Endlagerstätte auf.

    Als Petitent zur Petition „Absolutes Frackingverbot“,
    habe ich mich ein wenig damit beschäftigt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: