Retrospektive des Hagener Künstlers Siegfried Kaul im kunstkontorhagen

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sigi_kaulDas kunstkontorhagen in Wehringhausen eröffnet am Samstag, 30. April, um 19 Uhr die Retrospektive „contraphobie“ zum Gedenken an den im August 2015 verstorbenen Hageners Siegfried Kaul (Henry Bedbourg).

Der Begriff „Contraphobie“ stand für den Künstler grob übersetzt für „den Versuch, seine Ängste durch kreative Gegenwehr und schwarzen Humor zu mildern und aufzuheben.“ Von starken Selbstzweifeln geprägt, gelang es ihm zeitlebens nur selten und auch nur einige seiner Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. So wird nun sein Freundeskreis seine künstlerische Gabe für ihn ausstellen.

Inspiriert haben Kaul alte Kupferstiche der Renaissance, die japanische und indische Kultur. Das Androgyne war häufig Bestandtteil seiner Bildwelten – der weibliche und männliche Körper zu gleichen Teilen. Der Tanz, die Kostüme und die Bewegung. Alles mischt sich in Körperform und Farbe. Betrachte man die Bilder genau, tauchen kleine, gekonnt versteckte Figuren im Bild auf – vor allem in seinen minimalistischen Landschaftszeichnungen. Eine magische Ebene hinter der Realität.

Die schnellen Strichzeichnungen der 80er Jahre wiederum tragen in sich Aberwitz und Ironie. Und dann wieder setzt er gekonnt die Vereinigung von Mystik und Melancholie in seinen Zeichnungen um. Die spezielle Art der gezeichneten Erotik machen die Werke aus und so begehrenswert, man entdeckt sie meist erst auf den zweiten Blick in den figürlichen Bildern. Die Begegnung mit ihr variiert. Mal kommt sie als laszive Diva daher und erreicht den Betrachter eher subtil. Einige Zeichnungen sind für mutige Voyeure.

Die gesamte Werkschau überrascht in Vielfalt und Stimmung. Nach der Eröffnung der Vernissage sind alle Besucher zu Umtrunk und Tanz eingeladen. Ausstellungsdauer bis 30. Mai 2016. Geöffnet donnerstags von 15 bis 19 Uhr, kunstkontor, Andrea Zappe, Södingstraße 16–18.

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Eine Antwort to “Retrospektive des Hagener Künstlers Siegfried Kaul im kunstkontorhagen”

  1. drhwenk Says:

    Ihm scheint etwas der „materialistische Instinkt“ des Künstler-Philosophen zum yogische Kopstand gefehlt zum haben und zum autochonten Zungengaumendruck, um das Wohlgefühl von traditionell hochbewährter Seite her anzugehen.

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