„Vertikale Dörfer“

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NRW-Bauminister Groschek will wieder Hochhäuser

Das Land Nordrhein-Westfalen will zukünftig wieder den Bau von Hochhäusern zu Wohnzwecken fördern. Vorerst soll die neue Regelung nur in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern gelten, also in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Dortmund, sowie an den Universitätsstandorten Bonn und Münster. Läuft die Förderung erst einmal, könnten aber auch anderenorts Begehrlichkeiten bei Investoren und profilierungssüchtigen „Stadtvätern“ geweckt werden.

Hintergrund ist der angespannte Wohnungsmarkt in den genannten Städten, die als Hochschulstandorte und Unternehmenssitze attraktiv sind und eine hohe Anziehungskraft auf das „platte Land“ ausüben.

Gefördert werden sollen bis zu siebengeschossige Bauten, unter bestimmten Voraussetzungen soll aber künftig per Erlass „generell auf Höhenbegrenzungen verzichtet werden können“. Damit droht eine Wiederkehr der Großsiedlungen der 1960er und 70er Jahre; Konzepte, die gescheitert sind und heute ein Problem als soziale Brennpunkte darstellen.

Von einem „aktionistischen Akt der Verzweiflung“ spricht nach Angaben des WDR der Soziologie-Professor Volker Eichener von der Fachhochschule Düsseldorf. In dem Bericht heißt es weiter:

Eichener gilt als Experte für Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft. Zahlreiche Studien zeigten, dass Hochhaus-Siedlungen sehr anfällig seien, zu sozialen Problemvierteln zu werden. Eine funktionierende Nachbarschaft dürfe nicht zu groß, nicht zu anonym werden, so Eichener. „Irgendwann kennen sich die Bewohner nicht mehr“, warnt der Forscher. Dann steige etwa die Gefahr, dass es zu Vandalismus komme.

„Es gibt in den Großstädten noch genug Freiflächen, wo gebaut werden könnte – selbst in Kommunen wie Düsseldorf“, so Eichener.

Minister Groschek hübscht seine Pläne nach bewährtem Muster auf, indem er nicht von „Hochhäusern“ spricht, sondern seine neuen Arbeiterschließfächer euphemistisch „Dörfer in der Vertikalen“ nennt. Mehr Dummdreistigkeit geht nicht.

Eine Antwort to “„Vertikale Dörfer“”

  1. Allan Quatermain Says:

    Der NRW Bauminister Groschek bekommt es noch nicht einmal gebacken, die kaputten Straßen und Brücken in NRW zu sanieren.

    Aber dafür kommt jetzt die alte DDR-Platte zurück.

    In Berlin, Halle an der Saale, oder in Ennepetal, jawohl Ennepetal, sind Sie froh darüber, diese hässlichen Bauten abgerissen zu haben.
    In Ennepetal-Voerde nannte sich das Viertel im Volksmund,
    Manhattan.

    Auch Hagen hat ein paar Hochhaus-Viertel vorzuweisen, die man als Bausünden der Vergangenheit, vorweisen kann.
    Brünninghaus Str., Brandenburger Str., Berliner Allee, Ährenstr.,
    Pappelstr., Fried. Oberlin Str. In der Welle, hintere Cunostr.
    usw. usf.

    Aber es gibt auch einige Viertel, die sind mit Billigmittel hoch gezogen worden. Da fällt mir Spontan der Hüttenplatz mit seiner Umgebung ein. In den Wintermonaten kann man dort beobachten, wie das Wasser nur so die Scheiben herunter rinnt.
    Mit Heizen und Stosslüften ist es dort auch nicht getan.
    Manche Scheiben sind so nass, da gibt es nur 2 Möglichkeiten,
    Sauna oder Pilze züchten.

    Und an Sanierte Altbauten, z. B. in Altenhagen, Wehringhausen, Oberhagen, Eilpe, Haspe, das muss ja nicht gerade
    Energetisch A+ sein,
    gibt es wohl von den Eigentümer kein Interesse.

    Wenn man Altbauten nicht mehr sanieren kann,
    weil zu Unwirtschaftlich,

    sollte man Diese abreißen und neue Miethäuser auf den Stand der Technik, auf dieses Grundstück bauen.

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