Der Wind dreht sich – Darauf einen Eversbusch!

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von Christoph Rösner

So langsam fängt diese Stadt an, mir zu gefallen. Jetzt nicht ästhetisch oder aus sonstigen sinnlich erfahrbaren Gründen. Aber hier tun sich in den letzten Wochen Abgründe oder wahlweise Gipfel des Miteinanders auf, die mich – gelinde gesagt – erstaunen und die ich so niemals erwartet hätte.

War ich es doch bisher gewohnt, dass hier mehr oder weniger unwidersprochen jeder Schwachsinn durchgewinkt, jeder Irrsinn kritiklos hingenommen und jeder noch so absurde kommunalpolitische Dilettantismus als alternativloses Handeln (meist von den Akteuren selbst) geadelt wurde.

Doch was tut sich in diesen letzten goldenen Oktobertagen?

Da erlebt der Doppelwacholder seine ungeahnte Blüte mit teilweise mehr als 1400 Zugriffen pro Artikel. Da bebt das Gesichtsbuch, wenn es ums Theater, seine Totengräber und seine Retter geht.

Da werden mir seitenweise Lobenshymnen ob meiner Glossen in Sachen Theater und Stadt Hagen ins Mailfach geworfen.

Da verschwindet plötzlich – ist das eigentlich schon jemandem aufgefallen? – wie von Redaktionsgeisterhand der örtliche Hauptschreiber und Theaterbekämpfer Martin Weiske als Autor unter den letzten aktuellen Artikeln zur Theaterdiskussion. Dafür macht Redaktionsleiter Michael Koch die Thematik mit auffallend neutralem, journalistisch einwandfreiem Stil zur Chefsache.

Da ergreift SIHK-Präsident Hans-Peter Rapp-Frick, bevor das erste Halali des 2. Symphoniekonzerts in der Stadthalle erklingen kann, das Mikrofon und äußert dorten seine Meinung und ruft auf und stellt klar.

Ja, was ist denn bloß los in Hagen?

Ja, was ´entgleist´ denn da so ´unsäglich´, dass unser OB sich berufen fühlt, beim Vorgesetzten des unverschämten Herrn Rapp-Frick, SIHK-Präsi Harald Rutenbeck, brieflich zu intervenieren?

Man versteht diese Stadt ja überhaupt nicht mehr!

Und zu allem Ungemach entsteigt der doppeltgebrannte Vorgänger des Obs, ein gewisser Dietmar Thieser, den tiefen Kavernen seiner Hasper Kirmespfalz, um von dort aus seine Form von Basta-Politik ins verwirrte Resthagen zu rülpsen. Übrigens: vom Doppelwacholder so treffend als „Dröhner vom Spielbrink“ getauft, der schon 2013 final Bereinigendes zur Theaterführung forderte: „Es darf nicht länger ein Dogma bleiben, dass die Champagner-Etagen sich für unantastbar erklären“, was in diesem Blog umgehend erklärend gekontert wurde: „Die dagegen offenbar unantastbare Eversbusch-Etage verlangte schon damals, die Ballett-Sparte des Theaters zu schließen.“ – Herrlich! https://doppelwacholder.wordpress.com/2015/10/29/der-droehner-vom-spielbrink/

Und immer mehr frage ich mich, was hier neuerdings los ist.

Kann der Rat nicht mehr unbehelligt von diversen, selbsternannten Besserwissern seine Arbeit machen, egal wie falsch und unterirdisch sie auch ist?

Darf denn hier inzwischen jeder dahergelaufene SIHK-Geschäftsführer öffentlich seine Meinung kundtun und den Symphonielauschern ihren Genuss vermiesen?

Kann denn hier ernsthaft irgendein Aufsichtsratsvorsitzender der Theater–GmbH einfach so Stellung beziehen?

Nein! Ich finde, das geht zu weit! Wir sollten doch wieder die Form wahren. Wir sollten doch wieder zu einer gesitteten Form des Miteinanders zurückkehren, damit unsere Gemeinde wieder wie gewohnt rund läuft und all die Ciupkas, Huyengs, Röspels und Walters hier in Ruhe weiter ihren wichtigen und unersetzlichen Tätigkeiten nachgehen können. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

Doch, ist es. Denn, und das schreibe ich hier ohne einen Hauch von Satire: diese Stadt beginnt, mir zu gefallen, genau weil es offensichtlich nicht mehr so weiter geht wie bisher.

WEIL sich inzwischen immer mehr Inoffizielle in Eure Basta-Diskussion einschalten.

WEIL sich der Wind dreht!

WEIL Euch Offiziellen offensichtlich immer weniger Bürger glauben, was Ihr ständig herunterbetet.

WEIL Euch in vielfältiger und durchaus konstruktiver Weise endlich und öffentlich widersprochen wird.

WEIL das auch in Wuppertal schon mal funktioniert hat.

Und weil in diesen goldenen Oktobertagen Schweigen immer öfter Silber und Reden immer öfter Gold wurde.

Herrlich!

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