Als Ethnologin in Algerien

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Germaine Tillion – Fotodokumente 1934 – 1940

1. bis 29. November 2015, Osthaus Museum Hagen

TillionGermaine Tillion auf ihrer ersten Reise 1934 zu den Chaouias

Das Junge Museum im Osthaus Museum Hagen zeigt über 80 Schwarzweiß-Fotodokumenten von Germaine Tillion (1907-2008). Die französische Ethnologin zählte in den 1930-er Jahren mit ihren Forschungen in Algerien zu den ersten Frauen, die sich als junge Pionierinnen in unerschlossene Gebiete und zu deren Bevölkerung wagten. Sie begegnete der einheimischen Bevölkerung unvoreingenommen und auf Augenhöhe. Das war ebenso ungewöhnlich wie ihre Überzeugung, dass der Blick auf die anderen durch die eigenen Erfahrungen bestimmt ist.

Von 1934 bis 1940 hatte sie die Lebensformen der Chaouias-Berber im Aurès-Gebirge in Algerien wissenschaftlich erforscht. Über 1500 Fotografien von Menschen und Landschaft entstanden in der Zeit. Sie überdauerten das nationalsozialistische Regime und wurden erst 1999 wieder entdeckt. Die aus intimer Nähe oder bei alltäglichen Verrichtungen fotografierten Menschen vergegenwärtigen das Vertrauen und die Akzeptanz, die sie der Ethologin entgegenbrachten.

Für Tillion war das eine wesentliche Voraussetzung für die Verständigung zwischen den Völkern. „Wenn uns die Ethnologie etwas bringen kann, dann ist es, wie wir besser zusammenleben können“, hatte Germaine Tillion noch 2004 in ihrer Dankesrede bei der Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes der BRD deutlich gemacht. Ende Mai 2015 wurde ihr darüber hinaus die hohe Ehre zuteil, für ihr Lebenswerk ins Pariser Panthéon aufgenommen zu werden.

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