„Tendenziös nachbearbeitet“

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In einer Rundmail kritisieren Hagener Kulturvereine die Berichterstattung der Hagener Einheitspresse zu den geplanten weiteren Kürzungen im Kulturbereich, speziell beim Hagener Theater. DOPPELWACHOLDER.DE hatte bereits am 30. August 2015 den Offenen Brief des Theaters veröffentlicht (siehe: „Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“), die beiden anderen im Text erwähnten Schreiben weiter unten.

Die Stellungnahme der Kulturvereine im Wortlaut:

Hagen hat sich auf den Weg gemacht mit vielen Bürgern gemeinsam einen Kulturentwicklungsplan zu erarbeiten, um endlich einmal abseits der wenig visionären Spardiskussion eine Idee zu entwickeln, wohin sich die Stadt im kulturellen Bereich bis 2025 entwickeln soll. Dabei wurden und werden die kulturellen Stärken dieser Stadt hervorgehoben, wobei immer wieder die Notwendigkeit und Qualität unseres Theaters betont wird.

Umso bedauerlicher ist es, dass in diesem noch nicht abgeschlossenen Prozeß erneut die Spardebatte das Theater erreicht hat, das gerade durch die neue Struktur gGmbH sowie die anstehenden Neubesetzungen Intendanz und Generalmusikdirektor in einem Findungsprozeß ist.

Wie Sie sicherlich verfolgt haben, wird diese Debatte nun in der Zeitung zum Thema gemacht und mit einer deutlichen Tendenz versehen – das wiederholt auftauchende Stichwort „Musentempel“ ist keine sehr freundliche Bezeichnung für die Arbeit, die dort geleistet wird.

Da sowohl die Pressemeldung des Aufsichtsrates als auch der offene Brief der Theaterleitung und des Betriebsrates sowie der Leserbrief des Theaterfördervereins nicht in der Zeitung unverändert erschienen sind, sondern entsprechend tendenziös nachbearbeitet wurden, stellen wir Fördervereine Ihnen als kulturinteressierten Bürgern dieser Stadt die Originalfassungen der Schreiben zur Verfügung, damit Sie sich ein eigenes Bild machen können. Sie können die Texte gerne weiterverbreiten.

Mit freundlichen Grüßen

Theaterförderverein, Ballettfreunde, Förderverein Emil Schumacher Museum. Karl Ernst Osthaus-Bund

P.S.: und hier noch ein Link zum Thema:

https://doppelwacholder.wordpress.com/2015/09/08/der-ton-wird-boeser-in-hagen-meiner-auch/

Leserbrief zum Thema Einsparungen im Theater

Der Theaterförderverein stellt sich bewusst vor die Theatermitarbeiter, die zusammen mit der Theaterleitung teilweise ausschließlich als weltfremde, tumbe, selbstverliebte, trotzige, unkreative „Kostenfaktoren“ dargestellt werden! Wir fordern stattdessen auf zu Respekt, Fairness, Anerkennung und Dank für die täglich erbrachten Leistungen in unserem Theater Hagen durch diese engagierten Menschen.

Es gehört inzwischen zum guten Ton auch in den höheren Kreisen von Verwaltung und Politik zu sagen: Wir stehen zum Theater! Wenn diesen Worten aber Taten folgen sollen, dann steht am Ende aller kulturpolitischen Bemühungen nur eine nackte Zahl: 1,5 Millionen Kürzung – ohne ein Gesamtkonzept dahinter, das den Ratsbeschlüssen gerecht wird. Der Theaterförderverein ist bereit, neue Konzepte konstruktiv mitzutragen!

Einerseits wirbt die Stadt auf ihrer Internetseite mit dem Theater als einem „der wichtigsten kulturellen Anziehungspunkte und Ausdruck der lebendigen Stadtkultur – auch regional“ und ist stolz auf die zahlreichen Auszeichnungen für dieses Theater! Andererseits wird gegen alle fachlichen Gutachten der Bestand des Theaters leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

Bei einer repräsentativen Internet-Umfrage von Radio Hagen erklären 76% der Teilnehmer, dass sie ein eigenes Theater in Hagen für notwendig halten! Dies gilt für alle Generationen, wie die außerordentlich gut besuchte „Auftakt“-Veranstaltung gerade wieder gezeigt hat.

Die zu Beginn dieses Jahres gegründete Theater gGmbH sollte dem Theater eine mittelfristig gesicherte Planung ermöglichen – stattdessen wird die gGmbH an den Rand der Insolvenz getrieben.

Das Theater Hagen wird in der Zeit von 2007 bis 2016 bereits 3,1 Mio. Euro eingespart haben. Jetzt sollen weitere 1, 5 Mio. eingespart werden. Dazu hat der Aufsichtsrat der jungen Theater gGmbH unter Beachtung gültiger Ratsbeschlüsse sowie tariflicher und rechtlicher Voraussetzungen sehr sorgfältig geprüft, welche zusätzlichen Einsparungen noch möglich sind, ohne die bestehende Struktur des Theaters unwiederbringlich zu zerstören.

Mit einer Zerstörung unseres Theaters können wir den Gesamthaushalt dieser Stadt sicher nicht ausgleichen – unser „lebendiges Hagen“ aber ganz schnell noch viel ärmer machen!

Vorstand und Beirat des Theaterfördervereins Hagen

Pressemitteilung:

In der gestrigen Sitzung hat sich der Aufsichtsrat der Theater Hagen gGmbH mit den drohenden Einsparungen im Kulturbereich beschäftigt. Zum Hintergrund: Lt. Ratsbeschluss zum Haushaltssanierungsplan soll im gesamten Kulturbereich eine Summe von ca. 2,25 Mio.€ ab 2018 zusätzlich eingespart werden. Der Aufsichtsrat musste sich nun mit einer auf das Theater entfallenden Einsparungssumme in Höhe von ca. 1,5 Mio. € beschäftigen. Nach eingehenden Diskussionen über mögliche Szenarien einer Umsetzung auch unter Beachtung weiterer bestehender Ratsentscheidungen wurde folgender Beschluss gefasst:

Der Aufsichtsrat stellt fest, dass für eine Einsparung in Höhe von 1,5 Mio. Euro das Musiktheater und das Orchester entfallen müssten. Zur Erhaltung der Sparten und der Funktionsfähigkeit des Theaters kann die Möglichkeit mitgetragen werden, durch zusätzliche Einnahmen und Einsparungen im Sachkostenbereich 245 T € zu generieren.

Weitere Einsparungen durch einen spartenübergreifenden Personalabbau von sechs Stellen unter Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen können im Umfang von 152 T € erreicht werden. Insgesamt ergibt sich damit ein Einsparungsvolumen von 397 T €.

Dem Aufsichtsrat ist bei diesem Beschluss bewusst, dass auch mit diesen erneuten Einsparungen zusätzliche Risiken in der Umsetzung auf das Theater zukommen, dass gerade erst seit sieben Monaten in der neuen Rechtsform bis 2016 eine Einsparung von 1,25 Mio € erreichen muss.

Eine Antwort to “„Tendenziös nachbearbeitet“”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    „Geldfetischismus“, „Warenform“ sind die soziologisch ökonomischen „Tiefs“kategorien, die das Übel begreifbar machen.

    „Musentempel“ wäre mal ein Kompliment gewesen: welch Umwertung aller Werte in bare Münze!!

    Die intensivste „Durchhknetung“ !!! der Gesellschaft, ihre „Formierung“ mit exterem viel Dysfunktionen und ungheuren nicht nur Reibungsverlusten, mit der Verdichtunng des Kärfteverhältnisses Staat, wo rohe (Markt, Besitz)Kräfte seit längeren die Oberhand gaben und böasartigst walten,
    sorgen für strukturelle und aktuelle Verschlechetung der Menscheit, lokal, mesonal, global.

    Der Verrat von SPD spielt dabei kontigent eine Hauptrolle, Folgeverrat der GRÜNEN kommt erschwrend hinzu.

    Das dopelte Versagen des Christetums als irgendwie Tugendhüter, es lehrt GEhorsam kerine Tugend und dan heuchelt es auch zunehmends noch seine eigne Lehre, beschleunigt den „Abwärtstrend“, wa angesichts de auf de Massenakedemiker zurückzuführende anwedungsreifen Wissenschaf mit Produlktivkraftdauerexplosionen
    geradezu teuflische „Kunstferttigkeit“
    am Werke sein läßt – der heuchelnde „Nihlilsmus“ macht’s möglich!!

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