Knetehaufen bleibt länger in Hagen

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Der viel diskutierte gelb-blaue Knete-Haufen des Berliner Künstlers Reiner Maria Matysik wird Ende September noch einmal in Hagen gezeigt. Allerdings wird die Skulptur „Les fleurs sont males“ (Die Blumen sind krank) nicht wie in der Hagenring-Galerie nur durchs Fenster zu betrachten sein, sondern in einem eigens dafür hergerichteten Raum im Haus der Ruhrkohle an der Gerichtsstraße gezeigt.

Die Installation wird Teil der Pre-Open-Space-Ausstellung der „Kooperative K“. Diese Schau bildet den Auftakt einer Reihe, an der ab 2016 jeweils acht internationale Künstler und Schaffende aus der Region beteiligt sind. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Man muss die Werke Matysiks nicht mögen. Aber darum geht es hier nicht. Es entsteht – wieder einmal – der Eindruck, dass mit einer Skandalisierung eine grundsätzliche Stimmung gegen alle Formen Bildender Kunst erzeugt werden soll, die nicht automatisch in das verengte Raster kleinbürgerlicher Vorstellungen passen. Das gilt übrigens auch für Emil Schumacher, nur dass sich bei ihm die Träger der Ressentiments gerne hinter bautechnischen Problemen seines Museums verstecken.

Schon durch die Formulierung der Überschrift dürften bei den Vertretern des Hagener Spießertums die gewohnten Reflexe bedient werden: „Knetehaufen bleibt länger in Hagen“. Das wirft im Milieu natürlich Fragen auf: Warum wird er nicht sofort abgeschoben? Ist auch der in unser Sozialsystem eingewandert? Die voraussehbare Antwort: Zigeuner, Neger, Knetehaufen – alles weg! Dann gehen wir goldenen Zeiten entgegen.

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