„Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“

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Hagener Theater wehrt sich gegen Diskreditierung

In der Ausgabe vom Donnerstag, den 27. August 2015 positionierte sich die WPWR in Bericht und Kommentar zu weiteren Kürzungsforderungen seitens Stadtverwaltung und Ratsmitgliedern an das Hagener Theater. DOPPELWACHOLDER.DE hatte auf diverse Ungereimtheiten in der Argumentation und die dort zu findenden Zahlenspiele hingewiesen (siehe: Streit zwischen Theater und Stadt Hagen verschärft sich). In der Print-Ausgabe der Zeitung wurden in der Headline „Kreative Ideen statt tumber Abwehrschlacht“ gefordert (Nebenbei: Von „tumber Kürzungspolitik“ ist bezeichnenderweise in dem Blatt noch nie die Rede gewesen).

Theaterleitung und Betriebsrat haben auf diese Berichterstattung mit einem Offenen Brief reagiert, der sich an den Verwaltungsvorstand, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und den für den Presseartikel verantwortlichen Redakteur der WPWR, Martin Weiske, richtet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf die Berichterstattung über die aktuelle und künftige Finanzsituation des theaterhagen und die damit verbundene Kommentierung in der Westfalenpost vom 27. August 2015 stellen die Theaterleitung und der Betriebsrat fest und sachlich richtig:

Das theaterhagen hat auf der Grundlage des Actori-Gutachtens zwischen 2007 und 2009  900000 Euro eingespart. Von 2010 bis 2016 wird das Theater – inklusive der im Zuge der Gründung der Theater-GmbH beschlossenen erneuten Budgetreduzierung – weitere 2,2 Millionen Euro eingespart haben.

Die in der erwähnten Berichterstattung veröffentlichten Vergleichszahlen anderer Theater und Orchester außerhalb Nordrhein-Westfalens entsprechen nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Ohne Kenntnis und Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Voraussetzungen entbehren diese Zahlen jeglicher Grundlage und Vergleichbarkeit.

Vertragliche und tarifliche Voraussetzungen sowie nach wie vor gültige Ratsbeschlüsse machen es dem theaterhagen unmöglich, die nun zusätzlich geforderte Einsparsumme vom 1,5 Millionen Euro zu erbringen.

Die sowohl in der Berichterstattung wie auch in den Kommentierungen aufgestellte Behauptung, das theaterhagen nähme den Einsparforderungen gegenüber eine „tumbe“ und „uninspirierte“ Verweigerungshaltung ein, findet weder in der Vergangenheit noch aktuell ihre Berechtigung. Sie führt jedoch in der Öffentlichkeit zu einer verzerrten Wahrnehmung der bisher erbrachten wirtschaftlichen (und künstlerischen) Leistungen des Theaters und diskreditiert die vom Publikum und der Fachwelt anerkannte und erfolgreiche Arbeit aller am theaterhagen Beschäftigten.

Norbert Hilchenbach, Intendant
Florian Ludwig, Generalmusikdirektor
Michael Fuchs, Geschäftsführer
Alexander Schwalb, Betriebsratsvorsitzender

2 Antworten to “„Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“”

  1. A. Quatermain Says:

    Es gibt so viele Ungereimtheiten von seitens der Verwaltung und Politik, da kommt es auf eine mehr auch nicht mehr an.

    Gut finde ich, das dagegen mit einen offenen Brief angegangen wird.
    Die Politik und ihre Verwaltung in Hagen hat es ja gerne, das die Mauschelrunden weiter hin bestand haben.
    Oder eben in nicht öffentlichen Rats- und Bezirksvertretungs-Sitzungen abgehandelt werden.

    Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.

    Schade nur, das vom großen Oberzampo des DGB deswegen nichts kommt. Der hat eventuell eine andere Prioritätenlisten?
    Oder kennt das Theater nur von Empfänge mit Sekt und Fingerfood.

    Es gibt so viele hier in Hagen, die wissen das Theater gar nicht hoch genug zu schätzen. Dabei gibt es noch etwas anderes wie RTL II,Mario Barth und die ganzen Verdummungs- pardon Trash-Programme.
    Mein ABO für 2016 wird jedenfalls verlängert.

    Jedenfalls, ich finde es gut, der Teppichetage im Rathaus mal die Stirn zu bieten.

    Man soll sich auch als Lohnabhängiger nicht alles gefallen lassen.

  2. Umleitung: von der Wahnwelt des Machbaren über Abmahnungen bis zur Rundum-Überwachung und mehr. | zoom Says:

    […] Hagener Theater wehrt sich gegen Diskreditierung: „Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“ … doppelwacholder […]

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