Martin Weiske: Im Würgegriff der Banken

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Na, wie oft mussten Sie in diesem Jahr schon über einen 30-Millionen-Euro-Deal entscheiden? Vermutlich eher selten bis gar nicht. Unsere Ratsvertreter, die den Job bekanntlich auch bloß ehrenamtlich machen, haben es jetzt getan. Zur Rettung der Enervie. Doch ob die Damen und Herren am Ende auch tatsächlich verstanden haben, was sie da taten, darf – ausdrücklich ganz ohne Häme – bezweifelt werden. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Schimmert da vielleicht ein wenig Mitleid mit den Ratsmitgliedern durch? Das wäre aber völlig fehl am Platze. Die Herrschaften sind es durchaus gewohnt, mit solchen Summen zu jonglieren. Eine ganz andere Frage ist es, ob das zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger geschieht. Zur Erinnerung: Der durch die Derivat-Zockereien entstandene Schaden bewegte sich in einer Größenordnung von 50 Millionen Euro (am Ende blieben 42 Millionen übrig), das Kürzungspaket I des Mentors hatte ein Volumen von 29 Millionen Euro (der allergrößte Teil wurde durchgewinkt).

Neu ist die Information, dass sich der grassierende Geheimzirkus nicht nur auf die Öffentlichkeit, die am Ende für die Sperenzchen ihrer Vorleute finanziell gerade stehen darf, bezieht – auch die Ratsmitglieder sind offensichtlich ahnungslos. Wenn es zutrifft, was Martin Weiske in seiner Kolumne schreibt, stellen die angeheuerten Berater pro Woche (!) 100.000 Euro in Rechnung. Insgesamt soll es um über 9 Millionen Euro gehen.

Weiske dazu: „Die gewählten Mandatsträger im Rat erfahren davon freilich offiziell nichts. Alles geheim, obwohl es am Ende irgendwie um Steuermillionen geht. Einzige Botschaft: Jetzt müssen 30 Millionen her, sonst droht der Gang zum Insolvenzgericht. Mit fundierten politischen Entscheidungen hat dies nichts mehr zu tun.“ So ist es.

Dem wäre nur noch hinzuzufügen: Der Beschluss des Rates erfolgte einstimmig, eine Opposition existiert in Hagen bekanntlich nicht mehr. Nur noch Lemminge.

Anders in Lüdenscheid, das das mit 24 Prozent zweitgrößte Enervie-Paket hält. Bei der Abstimmung über die Kreditvergabe im dortigen Rat Ende Juni gab es neben 35 Ja-Stimmen auch 10 Nein-Voten und 2 Enthaltungen.

Eine Antwort to “Martin Weiske: Im Würgegriff der Banken”

  1. A. Quatermain Says:

    Was ist mit den Zeitschriften der Funke-Gruppe los?

    Nichts mehr mit Hofberichterstattung.

    Es gab mal eine Zeit, da wurde doch der Politik förmlich in den Selbigen gekrochen. Auch an Herrn Grünhagen seinen Lippen klebte die hiesige Presse. Alles was aus seinem Mund kam, wurde doch für „bare Münze“ genommen.

    Ein wenig Kritik hätte nicht geschadet.
    Oder warum ist bei einigen Artikel die Kommentar-Funktion gesperrt?

    Was den Kredit von den Banken angeht.
    Vor einiger Zeit im WDR einen Film gesehen.
    Da ging es um eine Pleite gegangene Stadt im Bergischen.
    Jeden Morgen telefonierte die Kämmerei verschiedene Banken um einen Kredit an.
    Um ca. 11 Uhr hatten die dann wieder 10 Millionen Euro auf dem Konto. Das Spielchen ging 5 Tage der Woche.
    Sommer wie Winter.
    Es ging auch mal nur um ein paar Hunderttausend Euros.
    Die waren froh das sie die Zinsen bedienen konnten.
    Die Tilgung sollten die Enkel zahlen.

    Der Reichste Unternehmer in dieser Stadt, hatte Sonderkonditionen wegen der Gewerbe- und Grundsteuer mit der Kommune ausgehandelt. Natürlich waren die Geheim.

    Aber soviel ließ er durchblicken,
    wenn die Kommune nicht sputen sollte, würde um gezogen.

    Schei.. was auf die Arbeitsplätze.
    Dann gäbe es dort ein paar Tausend mehr Arbeitslose.
    Und irgend wo ein paar Tausend weniger .Arbeitslose.

    Nebenbei könnte man noch Fördergelder abgreifen.
    Das wisse auch die Kommune.

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