Archive for Juli 2015

Fundsache: Unsere schönen deutschen Euros

14. Juli 2015

Ein gemeinsames Video von Neo Magazin Royale und Circus HalliGalli zum Griechenland-Bashing deutscher Medien.

Dazu:

Titel der taz vom 5. Januar 2015

„Es gibt Tage, da wünscht man sich Helmut Kohl zurück“

CJzYwvuWwAAFsrX

Hagens Bürger-Bürgermeister

13. Juli 2015

Einer von uns: Erik O. Schulz

Seit gut einem Jahr ist der gelernte Verwaltungsmann nun im höchsten Amt und er ist nach eigenen Worten „im Rathaus angekommen“. Zur Erinnerung: Bei der Stichwahl am 15. Juni 2014 setzte sich der parteilose Erik O. Schulz mit 62,7 Prozent gegen Horst Wisotzki (SPD) durch. Er sieht darin eine „veritable Mehrheit in der Bevölkerung“ ihm gegenüber; folglich fühlt er sich in seinem Amt auch heute noch durch die Hagener Bürger bestärkt. (…)

Quelle: Wochenkurier

Anmerkung: Wie schon das Einheitsblatt der Funke-Medien, WPWR, („OB Schulz ist ganz in seinem Element„), präsentiert auch das Reklameblatt reine Propaganda ohne irgendeine kritische Bemerkung. Er soll „einer von uns“ sein und sieht eine „veritable Mehrheit“ hinter sich. Den 62,7 Prozent der abgegebenen Stimmen, mit denen er gewählt wurde, steht allerdings eine äußerst magere Wahlbeteiligung von nur 31,2 Prozent entgegen. Mehr als 2/3 der wahlberechtigten Hagener sahen offenbar weder in Schulz noch in seinem Gegenkandidaten Wisotzki geeignete Personen für das Amt des Oberbürgermeisters. Warum Schulz angesichts dieser Fakten glaubt, eine Mehrheit hinter sich zu haben, bleibt sein persönliches Geheimnis.

Wehringhausen – Hagener Architektur um 1900

13. Juli 2015

Im Rahmen des „Urlaubskorbs 2015“ findet am Mittwoch, 15.7.2015 um 16.00 Uhr eine Führung statt. Treffpunkt: Springmann-Villa, Christian-Rohlfs-Str. 49. Teilnahmegebühr 6 €. Eine verbindliche Anmeldung unter 02331-2072740 oder per e-mail: kunstfuehrungen@stadt-hagen.de ist erforderlich. Es führt Dr. Elisabeth May.

„Griechenland nach dem Referendum: Chaos oder Chance?“

12. Juli 2015

ist der Titel einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft aus Arbeit&Leben, VHS und dem DGB Hagen. Der Referent Dimos Rakanidis studiert Volkswirtschaft in Münster und wird über die aktuellen Entwicklungen berichten. Welche Auswirkungen hat die bisherige Spar- und Kürzungspolitik auf Land und Leute? Wie ist die derzeitige Lage und wie können Lösungen für die aktuelle Situation und die zukünftige Entwicklung aussehen?

Rakanidis ist Mitglied von Syriza und wird in seinem Vortrag auch einen Einblick in die Entstehung und anderer politischen Bewegungen wie Podemos in Spanien und in anderen Ländern Europas vorstellen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 16.Juli um 19.00 Uhr im Pelmke-Kulturzentrum in Wehringhausen statt.

Zahl der Erwerbstätigen in Hagen seit 2000 um 7,1 Prozent gesunken

11. Juli 2015

Die Zahl der Erwerbstätigen (am Arbeitsort) lag in Hagen im Jahr 2013 mit 97.700 um 7,1 Prozent unter dem Ergebnis des Jahres 2000 mit 105.200. Das teilt das Statistische Landesamt it.nrw mit.

In die Erwerbstätigenrechnung einbezogen wurden, neben sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, auch Beamte sowie Selbstständige und mithelfende Familienangehörige.

In der Zahl von 2013 sind auch 15.100 marginal Beschäftigte (hauptsächlich geringfügig Beschäftigte und Ein-Euro-Jobs) enthalten, die im Jahr 2000 noch nicht separat ausgewiesen wurden. Sogenannte Ein-Euro-Jobs wurden bekanntlich erst im Rahmen der Arbeitsmarkt“reformen“ durch die Schröder-Regierung 2003 eingeführt.

Mit einem Minus von 22,8 Prozent besonders stark war der Rückgang der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe. Lag die Anzahl der Hagener Erwerbstätigen dort im Jahr 2000 noch bei 30.800, waren es 2013 nur noch 23.800 – ein Verlust von 7.000 Stellen.

Der immer so schön hochgelobte Dienstleistungsbereich konnte diesen Verlust nicht kompensieren. Selbst hier ging die Anzahl der Erwerbstätigen im selben Zeitraum noch leicht um 0,6 Prozent zurück.

Staatsschutz hat Hagener Imbiss im Blick

11. Juli 2015

Führende Köpfe der deutschen Salafisten-Szene sind in den vergangenen Tagen immer wieder nach Hagen gekommen. Fotos im Internet zeigen verschiedene Salafisten-Prediger in einem Hagener Schnellimbiss, unter ihnen auch der bundesweit bekannte radikale Islamist Sven Lau. Wir haben den Betreiber des Imbiss gefragt, warum er so offensiv mit diesen zweifelhaften Prominenten auf seiner Internetseite wirbt.

Quelle: WDR (Video)

Stadt prüft Tempo 30 auf dem Innenstadt-Ring

10. Juli 2015

Angesichts der anhaltend miserablen Luftwerte in der Hagener Innenstadt – vorzugsweise auf dem Märkischen Ring rund um das Finanzamt – prüft die Stadtverwaltung derzeit weitere Einschränkungen für den dortigen Durchgangsverkehr. Hintergrund dieser erneuten Offensive im Rathaus ist ein Blauer Brief der EU-Kommission an die schwarz-rote Bundesregierung, in dem Brüssel rügt, dass weiterhin die seit 2010 geltenden Grenzwerte für den Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) nicht eingehalten würden. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkungen: Jetzt drohen also Strafzahlungen, die vom Bund natürlich an die Stadt und damit an die Hagener weitergereicht werden. Sie sind die Quittung für die Verschleppungstaktik des Stadtrats, der sich nie zu konsequenten Maßnahmen durchringen wollte. Dass die Strafen eines Tages kommen würden, ist den Vertretern seit Jahren bekannt.

Siehe auch:

Zugestaubte Hirne der Entscheider

„Weiteres Kürzen verspielt die Zukunft“

10. Juli 2015

Griechenland und unsere Kommunen brauchen ein Ende der Kürzungsdiktate

Der DGB in Hagen zeigt sich tief beeindruckt vom Ergebnis des Referendums in Griechenland. Mehr als 60 Prozent der Griechen haben sich gegen eine weitere Kürzungs- und Austeritätspolitik entschieden. Gleichzeitig haben die Regierung und die politischen Parteien im griechischen Parlament ein deutliches Bekenntnis zu einem Verbleib in der Euro-Zone formuliert.

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die verabreichte „Spar-Medizin“ nicht nur keinen Erfolg brachte, sondern zu einem humanitären Desaster und dem Einbruch der Wirtschaftskraft um rund 25 % geführt hat. Millionen Menschen sind durch die Kürzungspolitik in Armut gedrängt worden, haben ihren Arbeitsplatz verloren und mussten tiefe soziale Einschnitte hinnehmen. Die medizinische Versorgung für rund 3 Millionen Menschen ist nicht mehr gesichert. Gleichzeitig wurden tarifliche Rahmenbedingungen zerschlagen und rund die Hälfte der Jugendlichen ist erwerbslos.

Obwohl es große mediale und politische Anstrengungen aus den Kreisen der EU und den meisten griechischen Medien gegeben hat, die Griechen von einem Nein zur gescheiterten EU-Politik abzubringen, hat die übergroße Mehrheit bekundet diese Politik nicht weiter ertragen zu wollen.

„Dafür gebührt den Menschen unser Respekt“, so Jochen Marquardt für den DGB in Ruhr Mark. „Die politisch Verantwortlichen in Deutschland und bei den so genannten Institutionen stehen jetzt vor der Aufgabe gemeinsame Auswege mit und für Griechenland zu finden. Ein „weiter so“ darf es nicht geben – Griechenland braucht Zeit um die Probleme im Land zu lösen und die Griechen benötigen Unterstützung um die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen und den Kampf gegen Korruption und Vetternwirtschaft führen zu können. Die aktuellen Entwicklungen sind nicht unter der neuen Regierung entstanden, sondern nachweislich von den vorherigen Regierungen zu verantworten.“

Die regionalen Gewerkschaften begrüßen ein Schreiben von 20 europäischen Spitzengewerkschafterinnen und –gewerkschaftern an die EU-Staats- und Regierungschefs, die EZB, die Eurogruppe und den IWF, in dieser Situation nicht auf rein technische Lösungen zu setzen. Sie fordern eine verantwortungsbewusste politische Lösung ein.

Für Marquardt muss es aktuell darum gehen, die katastrophale Lage für die Menschen zu verbessern und einen Weg einzuschlagen, der für Griechenland Lösungen eröffnet und gleichzeitig Perspektiven für ein soziales, gerechtes und demokratisches Europa verbessert. Darauf kommt es in der aktuellen Situation an und dazu müssen sich alle Beteiligten bewegen.

Gleichermaßen sollten wir die Erfahrungen auf die eigene Lage beziehen. Wie in Griechenland hat die Kürzungspolitik auch in unserer Stadt keinen Erfolg gezeigt.

Marquardt: „Viele soziale Angebote und Leistungen wurden zurückgefahren oder eingestellt. Die Kulturlandschaft wird vom Rotstift regiert und Personal in unserer Stadt wurde abgebaut. Trotzdem hat sich die Schuldenhöhe zwischen 2004 und 2014 verdoppelt. Erforderliche Investitionen in die Infrastruktur und die Ausstattung der öffentlichen Hand stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Menschen verlassen die Stadt und Hagen verliert für Wirtschaft und Bevölkerung an Attraktivität. Wer weiterhin auf „Sparen und Kürzen“ setzt, verspielt die Zukunft.“

Der DGB wünscht sich eine ehrliche Debatte vor dem Hintergrund der realen Erfahrungen und vorhandenen Ergebnissen. Auf einer solchen Basis müssen Ursachen und Symptome analysiert und vor allem über eine neue Ausrichtung der Politik mit und für die Menschen diskutiert werden.

Flagge für atomare Abrüstung weht am Hagener Rathaus

10. Juli 2015

Seit dem 8. Juli weht am Hagener Rathaus die Flagge der internationalen Bewegung „Bürgermeister für den Frieden“. Hagen ist damit eine von 6706 Städten in aller Welt, die mit dieser Aktion zur atomaren Abrüstung aufrufen.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz betonte beim Hissen der Fahne, dass es immer wieder wichtig sei, auf die Gefahren der atomaren Bedrohung hinzuweisen, auch wenn sich viele Menschen dieser Gefahr nicht mehr bewusst seien. Das sei in den achtziger Jahren anders gewesen.

Er erinnerte sich an die Aktivitäten der Friedensbewegung vor Ort im Jahr 1984 rund um den Beschluss des Rates, Hagen zur atomwaffenfreien Zone zu erklären. „Natürlich werden wir dieses Problem nicht auf kommunaler Ebene lösen. Aber gemeinsam mit vielen anderen Städten ein Zeichen zu setzen, hat schon Bedeutung.“

Dr. Christian Kingreen vom Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN erinnerte an den Anlass des Flaggentags: Am 8. Juli 1977 urteilte der Internationale Gerichtshof, dass der Einsatz von Atomwaffen, ja, bereits die Androhung eines solchen Einsatzes gegen internationales Recht und gegen Vorschriften und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt.

„Städte weltweit weigern sich, zu Zielscheiben von Atomwaffen zu werden. Sie appellieren regelmäßig an die Atomwaffenstaaten, das Atomwaffenarsenal bis 2020 endgültig abzubauen.“ In diesem Zusammenhang wies er auf die „Humanitäre Initiative“ von über 100 Staaten hin, die ebenfalls die Atomwaffenstaaten zur Abrüstung aufrufen.

Das HAGENER FRIEDENSZEICHEN erwartet von der Bundesregierung sich dieser Initiative anzuschließen. Gerade 70 Jahre nach dem Atomwaffenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki seien Schritte zur atomaren Abrüstung überfällig.

Gute Freunde

9. Juli 2015

Sie sind Nachbarn, alte Freunde noch aus Schulzeiten und heute gemeinsam aktiv im Polizeisportverein Gelsenkirchen. Bei Oldtimer-Rallyes waren Christian Schramm und Klaus-Peter Reimer als Team öfter schon erfolgreich, bevorzugt in schönen, alten Mercedes-Wagen. Die Freundschaft sei aber nie in geschäftliche Kumpanei ausgeartet, sagt Schramm. Es sei überhaupt der erste Auftrag gewesen, den er als Architekt vom ADAC erhalten habe. Seinem Freund Reimer daraus einen Strick zu drehen, sei „völlig aus der Luft gegriffen“, sagte Christian Schramm zur Süddeutschen Zeitung.

Trotzdem ist Klaus-Peter Reimer über diesen Auftrag gestürzt. Am Mittwoch ist er von allen ADAC-Ämtern zurückgetreten. Als Vizepräsident und Schatzmeister war der 62-Jährige einer der mächtigsten Funktionäre des Automobilclubs. Zugleich führte der pensionierte Steueramtsrat den ADAC-Regionalclub Westfalen. Um dessen Auftragsvergabe an den Architekten Schramm geht es nun, sie war offenbar fragwürdig. (…)

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen nach SZ-Informationen zwei Bauvorhaben, die man so für sich genommen vom ADAC nicht unbedingt erwarten würde: eine Seniorenwohnanlage in Hagen und den Umbau eines Parkhauses zu einem Wohn- und Geschäftskomplex samt Stellplätzen in Gelsenkirchen nahe dem Bahnhof. (…)

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Anmerkung: Das Hagener Bauvorhaben befindet sich in unmittelbarer Nähe der ADAC-Filiale in der Körnerstraße, hinter der ehemaligen Tankstelle.

Hagen: Der Salafisten-Burger

9. Juli 2015

Die Aktiven des Wuppertaler Islamisten-Vereins Darul Arqam, in dem u.a. Sven Lau aktiv ist, versuchten letztes Jahr, Spenden für den Ankauf einer Immobilie im Raum Wuppertal zu sammeln. Das Verbot im November konterkarierte dieses Vorhaben, so dass Sven Lau, Marcel Krass und einige andere wohl über Alternativen nachdenken mussten.

Seit einiger Zeit ist man vermehrt in Hagen zugange. Hagen weist seit langem eine Szene auf, die aktivierbar erscheint. Diese Szene verkehrt aktuell in einem Lokal am Bahnhof, dessen Chef ungeniert mit den prominenten Salafisten wirbt: „Heute war unser Bruder Abu Adam mit Brüdern zu Gast bei uns zum Iftar.“ (…)

Quelle: Ruhrbarone

Dazu auch:

Der Staatsschutz in Hagen beobachtet einen möglichen Salafisten-Treff am Bahnhof

Quelle: Radio Hagen

Anmerkung: Der Vollständigkeit halber hier der Link zur Facebook-Seite des „Magrib-Grill“. Dort ist auch eine Stellungnahme der Betreiber zum Artikel der Ruhrbarone zu finden (samt zahlreicher Kommentare)

Mietzuschuss: Zahl der Wohngeldempfänger sinkt

8. Juli 2015

Die Zahl der Wohngeldempfänger ist in Hagen im vergangenen Jahr gesunken. Wie aus einer Erhebung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, erhielten 2014 insgesamt 1.072 Haushalte in der Stadt einen Zuschuss zu den Wohnkosten – das waren 250 weniger (-18,9 Prozent) als 2013.

Landesweit ging die Zahl der Wohngeldempfänger um 14 Prozent zurück. Ein Grund für diese Entwicklung sei die gute Konjunktur.

Das sieht der Deutsche Städtetag etwas anders. So sagte der Stellvertreter des Hauptgeschäftsführers des Kommunalverbandes, Helmut Dedy: „Das lag keineswegs nur an der guten Konjunktur, vielmehr wechselten einkommensschwache Haushalte wegen unzureichender Wohngeldleistungen in aufstockende Leistungen nach dem SGB II (Kosten der Unterkunft).“

Der Deutsche Städtetag appelliert daher an den Bundestag, einer regelmäßigen Wohngeldüberprüfung zuzustimmen und es bei steigenden Wohn- und Heizkosten anzuheben. Ziel sei es, einen Drehtüreffekt zu vermeiden, damit die Betroffenen nicht nach einiger Zeit wieder in den Arbeitslosengeld-Bezug zurückkehren.

Wohngeld soll Menschen mit geringem Einkommen ein angemessenes und familiengerechtes Wohnen ermöglichen. Ausgezahlt wird es als Mietzuschuss oder als sogenannter Lastenzuschuss für selbstgenutztes Wohneigentum.

Für Haushalte, die unverbindlich und schnell prüfen möchten, ob sie Anspruch auf Wohngeld haben, bieten die Statistiker im Internet einen Wohngeldrechner an. Zu finden ist dieses Tool unter www.wohngeldrechner.nrw.de.

Enervie stellt das Sponsoring ein

7. Juli 2015

Der Energieversorger kämpft selbst ums finanzielle Überleben. Rund 100 Vereine und Institutionen müssen auf Unterstützung verzichten. Iserlohn Roosters, Phoenix Hagen und Lüdenscheider Lichtrouten betroffen. (…)

Quelle: DerWesten

Volksentscheid in Griechenland

7. Juli 2015

von Ruth Sauerwein

Das griechische Volk hat gegen das Spardiktat der EU gestimmt. Es war kein Bekenntnis gegen die EU, sondern für eine andere Politik in der EU. Diese Politik hat in den letzten Jahren Griechenland in eine humanitäre Katastrophe gestürzt. Wegen der Auswirkungen dieser Politik hat das griechische Volk Tsipras gewählt und ihm jetzt den Rücken gestärkt.

Was Griechenland braucht, ist nicht weiterer Sozialabbau, sondern Zeit, um wirkliche Reformen umzusetzen, die die Vorgängerregierungen in fünf Jahren nicht auf den Weg gebracht haben. Dazu gehören der Aufbau einer effizienten Finanzverwaltung, eine Besteuerung der vermögenden Griechen und ausreichend Finanzbeamte, die das umsetzen können (im ganzen Land gibt es nur noch etwa 100 Steuerprüfer nach den Entlassungswellen der letzten Jahre).

Zur Unterstützung könnten die internationalen Finanzmärkte Bankkonten offen legen, auf die Geld außer Landes gebracht wurde. Wichtig wäre ein Schuldenschnitt, den auch der IWF inzwischen fordert. Um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, nützen weitere Lohn- und Rentensenkungen nichts. Gezielte Investitionen der EU, die später zurückgezahlt werden können, wären sinnvoller.

Ein Umsteuern der EU-Politik wäre auch für die Menschen in Spanien und Portugal, ja, für uns alle, von Vorteil. Denn auch hierzulande geht die Schere zwischen Arm und Reich stetig auseinander, können wichtige soziale Leistungen nicht mehr aufrecht erhalten werden, sind Kommunen unterfinanziert. Das Votum in Griechenland könnte eine Chance zum Umdenken sein.

Sommerfeeling im Volkspark

7. Juli 2015

Die diesjährige „Funkhaus Europa Odyssee“ startet am Mittwoch, 8. Juli, um 20 Uhr im Hagener Volkspark mit „Doctor Krapula“. Amazonien ist die Heimat und die große Liebe von „Doctor Krapula“. Kein Wunder, dass das kolumbianische Polit-Kollektiv ihr letztes Album „Ama-Zonas“ der Rettung des Amazonasgebiets gewidmet hat.

Die fünf Musiker transportieren ihre politischen Botschaften mit Hilfe von Rockgitarren und Ska-Rhythmen, angereichert mit Melodien der Amazonasbewohner – starke Texte treffen auf extrem tanzbare Rhythmen. Gerade erst sind sie für zwei Latin Grammys nominiert worden.

Der Support „Banda Senderos“ ist die Global-Pop-Gang aus Essen. Bei den neun Musikern aus Chile, Kongo und Deutschland trifft Reggae mit Sonnenscheinfaktor auf lateinamerikanische Rhythmen und fette Bläsersätze – und all das wird mit elektronischen Beats und Bässen druckvoll für den Dancefloor abgemischt. Gesungen wird dazu auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Lingala, der kongolesischen Muttersprache von Sänger Dan Brown Matweta.

Los geht es zwar erst um 20 Uhr, aber bereits ab 19 Uhr ist wie immer für das leibliche Wohl der Besucher bestens gesorgt.

ΟΧΙ στον Σόιμπλε

6. Juli 2015

NEIN zu Schäuble, JA zu Europa
Griechen stimmen gegen Kürzungsdiktat

Mit großer Mehrheit haben sich die Griechen am Sonntag gegen die Kürzungspolitik und weitere Verelendung entschieden. Das Endergebnis steht inzwischen fest: Mit Ja stimmten 38,69 Prozent, Nein kreuzten 61,31 Prozent an. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 Prozent. 5,04 Prozent der Wähler gaben ungültige Stimmzettel ab, 0,75 Prozent warfen leere in die Urnen.

Das Ergebnis ist landesweit durchgängig: In keinem einzigen Verwaltungsbezirk gab es eine Mehrheit für eine Fortführung des Kürzungsprogramms.

Bei dem Referendum ging es um die (speziell von Deutschland) aufgezwungene stupide Austeritäts-Politik, und zwar ohne endlich die bereits 2012 zugesagte und parallel auch permanent vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderte Regelung des Themas der Verschuldung verbindlich anzugehen.

Indirekt wird das Ergebnis der Volksabstimmung auch als Vertrauensvotum gewertet, das die Mission, die der SYRIZA-Regierung unter Premierminister Alexis Tsipras mit ihrem Wahlsieg bei den Parlamentswahlen im Januar 2015 von den Wählern angetragen wurde, erneut mit überwältigender Mehrheit bestätigt.

Entgegen dem von den – allen voran natürlich wieder einmal deutschen – Mainstream-Medien und Propaganda-Posaunen willkürlich implizierten Dilemma stand jedoch bei dem Referendum ein „Ja“ oder „Nein“ zu Europa bzw. der Europäischen Union und dem Euro definitiv nicht zur Rede, zumal allen voran speziell Premierminister Alexis Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis bis heute unbeirrt und geradezu gebetsmühlenhaft beteuern, Griechenlands Position sei innerhalb der EU und der Eurozone und „nicht verhandelbar“. Das Ergebnis der Volksabstimmung darf somit legitim ebenfalls als ein klares „Ja“ der Griechen zu Europa interpretiert werden.

Alle Ergebnisse (Landesweit, Regionen, Städte) auf der Homepage des griechischen Innenministeriums:

englisch

griechisch

„Allianz der Vernunft“ hangelt sich durchs erste Jahr

6. Juli 2015

Der selbst erwählte Name formuliert Anspruch und politische Verpflichtung zugleich: „Allianz der Vernunft“. Ursprünglich war das Hagener Jamaika-Bündnis, dessen geistige Vaterschaft diverse Vordenker für sich beanspruchen, zu Beginn des Jahres 2014 geschmiedet worden, um den vom Genossen zum Parteilosen mutierten OB-Kandidaten Erik O. Schulz mit dem gemeinschaftlichen Rückenwind von CDU, Grünen und FDP in den Sessel des Verwaltungschefs zu katapultieren. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die zitierten Politiker geben überwiegend inhaltsfreie Blasen zum Besten. Zum Beispiel der CDU-Kreisvorsitzende Christoph Purps: „Die Allianz ist eine lebendige Einrichtung, die sich beständig weiterentwickelt. Wir haben nicht nur einen sehr guten Gesprächsfaden gefunden, wir haben auch die Abstimmung untereinander deutlich verbessert.“

Und ebenfalls Purps zum Planspiel einer offenbar angedachten großen CDU/SPD-Koalition: „Bei Sachthemen möchten wir uns nicht hinter Parteiprogrammatik verstecken – schließlich haben auch die Sozialdemokraten ihre Experten.“ Das ist eine schöne Formulierung, denn hinter einem Parteiprogramm kann sich die CDU wirklich nicht verstecken – bekanntlich hat sie zur letzten Kommunalwahl keins zustande gebracht.

Zum Thema auch:

Das Regiment des Zufalls

Die Mehrheitsfindung im Hagener Rat bleibt ein mühseliges Geschäft. Das war unter Oberbürgermeister Jörg Dehm schon so und hat sich in der Schulz-Ära bislang kaum verbessert. Die „Allianz der Vernunft“ aus CDU, Grünen und FDP hat ebenso wenig eine klare Mehrheit im Rat wie der ­Oppositionsblock angeführt von SPD und Linken, der oft auch die Unterstützung des Piraten und des BfH-Vertreters findet. Häufig spielen Hagen Aktiv oder AfD, der plötzlich auftauchende Kaffeedurst oder auch der temporäre Blasendruck von Mandatsträgern bei Abstimmungen das Zünglein an der Waage. Mit verlässlichem Politikstil und einer klaren Agenda hat das immer seltener etwas zu tun. (…)

Quelle: DerWesten

Enervie: Markus F. Schmidt ist der neue Restrukturierer

5. Juli 2015

Im gemeinsamen Verständnis mit den Hauptaktionären und einer Anregung der Banken folgend, wurde der Dipl. Kaufmann Markus F. Schmidt (50) vom Vorstand der Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG mit Wirkung zum 1. Juli als Chief Restructuring Officer (CRO) des Unternehmens benannt. (…)

Quelle: Lokalkompass Hagen

Anmerkung: Das übliche Spiel: Vorstand und Aufsichtsrat fahren die Karre vor die Wand, dann kommt der Sanierer (in diesem Falle passenderweise vom privaten Anteilseigner Remondis) und die Beschäftigten dürfen die Zeche zahlen. Der geschasste ehemalige Vorstandssprecher Grünhagen darf sich derweil an seiner Millionen-Abfindung laben.

Hagen zeigt Flagge für atomare Abrüstung

4. Juli 2015

Am 8. Juli um 15 Uhr wird vor dem Rathaus an der Volme die Flagge der weltweiten Bewegung „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for peace) gehisst. Damit setzt die Stadt Hagen ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die weltweite Aktion findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt; 2013 hatte sich Hagen auf Anregung des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN erstmals daran beteiligt. Der Verein hat der Stadt auch die Fahne gestiftet.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz, qua Amt auch Mitglied der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“, und Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN, werden auf die Bedeutung der Flaggenaktion hinweisen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Liedermacher Rüdiger Drallmeyer.

Weltweit existieren immer noch über 16.300 Atomwaffen, viele von ihnen sind schnell einsetzbar. Auch in Deutschland, in Büchel, lagern nach wie vor Atomwaffen, deren Abwurf unter NATO-Befehl von deutschen Kampfjetpiloten geübt wird. Die Abwürfe von Atomwaffen auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren haben allzu deutlich die katastrophalen Auswirkungen für Mensch und Umwelt gezeigt.

Über 100 Staaten unterzeichneten in diesem Jahr eine „Humanitäre Initiative“. Darin fordern sie insbesondere von den fünf offiziellen Atomwaffenstaaten, völkerrechtliche Schritte für das Verbot dieser Waffen einzuleiten. Denn: Solange Nuklearwaffen existieren, besteht die Gefahr ihres vorsätzlichen oder versehentlichen Einsatzes.

„Es wäre gut, wenn viele Hagenerinnen und Hagener sich an dieser Aktion beteiligen würden“, erklärte Dr. Christian Kingreen. „Kein Staat und keine internationale Organisation wären in der Lage, angemessene humanitäre Hilfe nach einem Einsatz von Atomwaffen zu leisten. Darum fordern wir von der Bundesregierung, sich der `Humanitären Initiative` anzuschließen.“

Die „Bürgermeister für den Frieden“ erinnern mit der Aktion vom 8. Juli an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996 – zustande gekommen im Auftrag der Generalversammlung der Vereinten Nationen -, wonach der Einsatz von Atomwaffen, ja, bereits die Androhung eines solchen Einsatzes gegen internationales Recht und gegen Vorschriften und Prinzipien des humanitären Völkerrechts verstößt.

CDU redet beim Fracking mit gespaltener Zunge

4. Juli 2015

Der Deutsche Bundestag wird erst nach der Sommerpause über den Gesetzentwurf zum Fracking entscheiden. Das teilt der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel mit und fügt an: „Mein Ziel ist es zu verhindern, dass in meiner Region gefrackt wird.“

Das Gesetz sollte eigentlich schon jetzt verabschiedet werden. Den Grund für die Verschiebung sieht Röspel im Beharren von CDU und CSU auf einer Expertenkommission, die anstelle des Parlaments eine Entscheidung über die Anwendung von Fracking treffen soll: „Einer solchen Selbstentmachtung der gewählten Volksvertretung kann die SPD nicht zustimmen.“

Die Hagener SPD hat sich 2011 schon gegen Fracking ausgesprochen, und auch die NRW-SPD mit Hannelore Kraft an der Spitze hat sich gemeinsam mit der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion klar gegen Fracking positioniert.

Röspel ist sicher: „Fracking ist eine heute nicht zu verantwortende Risikotechnologie. Der Schutz von Trinkwasser und Gesundheit hat absolute Priorität gegenüber wirtschaftlichen Interessen.“

Die CDU dagegen spreche „mit gespaltener Zunge“. Vor Ort in den Wahlkreisen und auf Landesebene täten die Abgeordneten so, als seien sie gegen Fracking. Doch die zentralen Verhandler aus Reihen der NRW-CDU in Berlin seien „stramm auf Pro-Fracking-Kurs“ und wollten eine Expertenkommission, die von CDU-Kanzleramtsminister Peter Altmaier erdacht wurde, anstelle des Bundestages über kommerzielle Fracking-Projekte entscheiden lassen. Dies will Röspel genau wie seine SPD-Kollegen nicht hinnehmen: „Über die Risikotechnologie Fracking kann nur der demokratisch legitimierte Bundestag entscheiden. Die von der CDU erdachte Altmaier-Kommission wäre ein demokratischer Sündenfall.“

Das Doppelspiel der CDU müsse ein Ende haben, fordert Röspel: „Vor Ort gegen Fracking sein und in Berlin dafür – das ist nichts anderes als eine Täuschung der Wählerinnen und Wähler.“ Er erwarte jetzt ein klares Signal der CDU, dass sie die Aufgaben des Parlaments ernst nimmt und die undemokratische Idee der Altmaier-Kommission aufgibt, „vorher kann es keine Einigung beim Fracking-Gesetz geben.“

Acht Millionen Besucher im Hagener LWL-Freilichtmuseum

4. Juli 2015

Gestern war es so weit: Das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) konnte den achtmillionsten Besucher begrüßen.

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist seit 42 Jahren geöffnet. Gegründet wurde es 1962, als erst wenige daran dachten, dass auch Westfalens Handwerk und Technik als Teil der Kulturgeschichte in einem Museum gezeigt werden sollte.

Loc­ker, leicht und frech

4. Juli 2015

Der Auftakt zum Muschelsalat 2015 hätte nicht ungetrübter und sommerlich-leichter daher kommen können. Mehr als 2000 Besucher kamen in den Hameckepark nach Boelerheide. (…)

Quelle: DerWesten

DGB Ruhr-Mark: „Nein!“ zum Reformkurs der EU und „Ja!“ für ein friedliches, soziales und demokratisches Europa

3. Juli 2015

In dem Referendum am kommenden Sonntag entscheidet die griechische Bevölkerung nicht über ein „Ja“ oder „Nein“ zum Euro, sondern ob sie für oder gegen weitere Kürzungspakete ist.

Das „großzügige“ Angebot der Vertretungen der EU kann aus Sicht der Bevölkerung nur abgelehnt werden, denn die Ergebnisse der bisherige Reformen ist eine schrumpfende Wirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit, Hunger, schlechte bis gar keine Krankenversorgung und trotzdem weiterhin steigende Schulden.

„Dieser Kurs der Austerität widerspricht jeder wirtschaftlichen Vernunft und darf nicht fortgesetzt werden. Die EU und die Gläubigerinstitutionen verursachen mit ihrer starren Haltung eine humanitäre Katastrophe mitten im reichen Europa. Was Griechenland jetzt braucht, ist eine Umschuldung und Mittel für Investitionen, damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt und langfristig wieder die Schulden bezahlen kann.“, fordert DGB Regionsgeschäftsführer Jochen Marquardt.

Die Gewerkschaften in der Region begrüßen ausdrücklich die Form eines Referendums als demokratisches Recht eines jeden Landes in europäischer Tradition. Allerdings ist der Zeitdruck und die Tragweite der Entscheidungen unbedingt mit einem weiteren Griechenland-Hilfspaket zu verknüpfen.

Marquardt: „Ein von keiner Seite gewollter „Grexit“ ist unbedingt zu verhindern. Die Verhandlungen müssen wieder aufgenommen werden, um eine ausgewogene Lösung zu finden. Die Lasten dürfen diesmal nicht den Rentnern und Arbeitnehmern aufgebürdet werden. Für diesen Kurs verdienen die Griechen unsere Solidarität, die am morgigen Freitag in vielen Städten der Region demonstriert werden kann.“

Erfolg für Bündnis „Raus aus den Schulden“

3. Juli 2015

Bundestag diskutiert am 24. September über Finanzsituation der Kommunen

Am 24. September findet im Bundestag die vom Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden – Für die Würde unserer Städte“ geforderte Plenardebatte zur Ungleichheit der Lebensverhältnisse in reichen und finanzschwachen Kommunen statt. Das Bündnis plant, am selben Tag eine weitere Kommunalkonferenz in Berlin abzuhalten.

Die Bundestagsdebatte regte eine Delegation des parteiübergreifenden Aktionsbündnisses im Februar bei einem Treffen mit Vertretern des Parlaments und der Bundesregierung in Berlin an. Stadtoberhäupter aus ganz Deutschland und ihre Kämmerer wiesen dabei auf die hohe Schuldenlast ihrer Kommunen hin und forderten eine Neuordnung des kommunalen Finanzsystems.

Das Bündnis „Raus aus den Schulden – Für die Würde unsrer Städte“ wurde von Städten und Kreisen der Metropole Ruhr und des Bergischen Landes gegründet und zählt mittlerweile rund 50 Mitgliedskommunen mit mehr als acht Millionen Einwohnern. Zu den Mitgliedern gehört auch Hagen.

Sprecher sind Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD) aus Mülheim und der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung (CDU).

Stadt Hagen nimmt kurzfristig weitere Flüchtlinge auf

3. Juli 2015

Informationsangebot für Nachbarn am Samstagvormittag

Vor dem Hintergrund weiter zunehmender Flüchtlingsströme nimmt die Stadt Hagen auf dringende Bitte der Bezirksregierung Arnsberg kurzfristig etwa 200 weitere Flüchtlinge auf. Untergebracht werden diese ab Freitag (3. Juli) in der Dreifachturnhalle unterhalb des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs.

Aktuell schafft die Verwaltung die organisatorischen Voraussetzungen, die bis zum Eintreffen der Flüchtlinge – vermutlich am Freitagabend – abgeschlossen sein werden. Einheiten der Hagener Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes sowie zahlreicher weiterer Hilfsorganisationen leisten dabei Hilfe, insbesondere unter Einsatz einer großen Zahl ehrenamtlicher Unterstützer. Die Notunterkunft in der Turnhalle wird seitens des Landes NRW zeitlich begrenzt bis zum Ende der Sommerferien betrieben.

Bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag musste die Stadt Hagen 302 Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund versorgen, da diese aufgrund einer Überbelegung vorübergehend geschlossen werden musste. Nächtigen konnten die Gäste im eilig dafür hergerichteten Gebäude der Hauptschule Remberg; im Laufe des Donnerstags wurden sie seitens der Bezirksregierung in anderen Landeseinrichtungen untergebracht.

Für alle interessierten Nachbarn bietet die Stadt Hagen am kommenden Samstag, 4. Juli, eine Informationsmöglichkeit zur aktuellen Entwicklung rund um die Unterbringung der Flüchtlinge in der Dreifachturnhalle an. Von 10 bis 12 Uhr werden im Foyer des benachbarten Käthe-Kollwitz-Berufskollegs, Liebigstr. 20-22, unter anderem Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Bezirksbürgermeister Arno Lohmann, Ordnungsdezernent Thomas Huyeng sowie Ralf Blumenthal von der Feuerwehr Hagen für Rückfragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Streit um RP Bollermann eskaliert

2. Juli 2015

Die Entmachtung des Arnsberger Regierungspräsidenten Gerd Bollermann (SPD) im Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterbringung hat einen offenen Konflikt zwischen den Sozialdemokraten in Südwestfalen und im Ruhrgebiet mit der rot-grünen Landesregierung ausgelöst. „Mit großem Unverständnis reagieren die SPD-Regionalratsfraktion und die SPD in Südwestfalen auf die überraschende Personalie aus dem Innenministerium“, teilten der Bundestagsabgeordnete Willi Brase und Hans Walter Schneider, Vorsitzender der SPD-Regionalratsfraktion, gestern mit. Sie kündigten indirekt an, die Personalentscheidung juristisch überprüfen zu lassen. (…)

Quelle: DerWesten

Arbeitsmarkt driftet auseinander

2. Juli 2015

Die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt erhöht sich stetig. Während die einen relativ gute Einkommen erzielen und einen sicheren Arbeitsplatz haben, sind andere von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht sind oder finden nur prekäre Beschäftigung.

Einen großen Einfluss auf die individuellen Arbeitsmarktchancen hat die berufliche Qualifikation. Durch den jahrelangen Mangel an Ausbildungsplätzen hat sich die Zahl der Geringqualifizierten stetig erhöht. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Arbeitsmarktstatistiken wieder.

Knapp 11 % der Erwerbslosen in Hagen sind unter 25 Jahren, die meisten von ihnen ohne Berufsabschluss.  „Um eine nachhaltige Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen, brauchen diese jungen Menschen dringend einen Berufsabschluss und keine kurzfristigen Maßnahmen.“, fordert der örtliche DGB Vorsitzende Jochen Marquardt.

Die beiden anderen großen Gruppen, die endlich verlässliche Perspektiven brauchen, sind die der Langzeitarbeitslosen, deren Zahl fast 4.500 beträgt und die der MigrantInnen mit ca. 3.300 Menschen. Viele sind nur gering qualifiziert und da die Jobs im Helferspektrum rückläufig sind, bleiben sie ohne berufliche Perspektive und damit ohne gesellschaftliche Teilhabe.

Die Hagener Gewerkschaften fordern deshalb eine Arbeitsmarktpolitik mit abschlussbezogene Qualifizierungen, dazu bessere Förderung und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen, wohlwissend, dass die aktuellen 1470 offenen Stellen nicht für alle reichen werden.

Marquardt: „Gute interkulturelle Beratung und Vermittlung von Weiterbildungsmaßnahmen sind hier notwendig. Allerdings müsste idealerweise am Ende der Mühen ein gut bezahlter Arbeitsplatz stehen und nicht die erneute Konkurrenz um eine Stelle.“

Remondis flirtet mit dem HEB

2. Juli 2015

Der private Entsorgungsriese Remondis könnte sich einen Einstieg beim Hagener Entsorgungsbetrieb vorstellen. Dies könne das Unternehmen strategisch stärken. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Geier kreisen schon. Zweifellos auch eine Folge von Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Aber zu glauben, der Einstieg von Privaten sei die Lösung, ist ein gewaltiger Irrtum. Auch bei Enervie gab es von Anfang an eine Minderheitsbeteiligung privater Konzerne, erst RWE, heute Remondis. Obwohl auch die natürlich entsprechend in den Aufsichtsgremien vertreten waren, konnte die Geschäftsleitung offenbar falsche Unternehmensentscheidungen treffen und ungestört einen riesigen Schuldenberg anhäufen: Nach Presseangaben 600 bis 650 Millionen Euro bei einem Jahresumsatz von 1 Milliarde Euro. Die Beteiligung von Privaten hat das nicht verhindert.

Bei einem Einstieg von Remondis beim HEB wäre vermutlich nur eins sicher: Es würde noch ein dritter Geschäftsführer installiert, dabei ist heute schon der zweite überflüssig. Es würde also erst einmal der Wasserkopf weiter aufgeblasen. Wenn Remondis-Manager Schmidt eine „Chance“ sieht, den Müll aus seiner Olper Filiale in Hagen verbrennen zu lassen (die Müllmänner nennen das „thermische Verwertung“), ist das erst einmal Lockstoff. Diese Möglichkeit bestände auch ohne Beteiligung am HEB. Und selbst nach einem Einstieg könnte der Auftrag auch wieder abgezogen werden. Remondis bliebe aber.

Zur Erinnerung: Es gab mal – lang, lang ist’s her – eine städtische Müllentsorgung, eine städtische Straßenreinigung und eine städtische Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Die mussten dem „Konzern Stadt“ weichen, der seitdem ständig umgebaut wird, weil die vielen Prognosen, die jeweils von bestens honorierten Beratungskonzernen erstellt wurden, der Realität nicht standhielten.

OB Schulz ist ganz in seinem Element

2. Juli 2015

Auf seiner Sommertour tut Erik O. Schulz das, was er am liebsten tut und vermutlich auch am besten kann: mit Leuten über Hagen, über seine Politik und über sich selbst sprechen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Pro-Schulz-Propaganda wird immer dicker aufgetragen. Die daran beteiligten WPWR-Redakteure lassen sich ihre Texte anscheinend von der OB-Presseabteilung direkt in den Block diktieren. Selbst vor der Falschmeldung, dass „die Linie 514 nicht mehr direkt in die Stadt fährt“ schreckt man im Pressehaus nicht zurück. Natürlich fährt die 514 nach wie vor über das Fleyerviertel direkt zur Sparkasse und weiter zum Hauptbahnhof. Wie schon seit mehr als 40 Jahren, vor Gründung des Verkehrsverbundes noch als Linie 14.

Regierungspräsident Bollermann kurz vor Ruhestand entmachtet

2. Juli 2015

Die Landesregierung hat den Arnsberger Regierungspräsidenten Gerd Bollermann (SPD) von allen Aufgaben entbunden. Seine Amtsgeschäfte übernimmt kommissarisch „für die urlaubsbedingte Abwesenheit des Regierungspräsidenten“ der stellvertretende Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Schnieder, teilte das Innenministerium mit. Es wird erwartet, dass Schnieder im Oktober die Zuständigkeit für Flüchtlingsfragen im Innenministerium übernimmt. (…)

Quelle: DerWesten

„And the livin‘ is easy“

1. Juli 2015

Hagen im Sommerloch

Ferienzeit in der Volmestadt. Schnell noch 30 Millionen Euro für die pleitebedrohte Enervie bereitstellen, dazu droht der von oben ohne finanziellen Ausgleich angeordnete Umbau der Bushaltestellen in einem Volumen von 10 Millionen Euro. Alles vor dem Hintergrund der schon bestehenden Verschuldung von ca. 1,2 Milliarden Euro und weiter drohendem Kulturabbau.

Die Hagener Politik verabschiedet sich derweil in die Sommerfrische. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Und in der Glotze? Griechenland-Bashing. Wie am Montag bei „Hart, aber fair“. Die Gegenseite war wie üblich nicht vertreten. Merkels Mann, Peter Altmaier (CDU), durfte fröhlich seine Statements verbreiten, der Leiter des Brüsseler ARD-Studios, Rolf-Dieter Krause, ist vom jovialen Europaerklärer zu einer nur noch schwer zu ertragenden Figur mutiert, der seine Berufung offenbar darin gefunden hat, als Sprachrohr des neoliberalen europäischen Apparats zu agieren.

Der Pluspunkt bei „Hart, aber fair“ ist der Faktencheck, der immer am Tag nach der Sendung veröffentlicht wird. Aber wie viel Prozent (oder Promille) der Zuschauer lesen den?

Die Redaktion der Sendung ließ die Aussagen der Talkgäste diesmal von Daniel Gros und Arne Heise gegenprüfen. Daniel Gros ist Direktor des Centre for European Studies (Zentrum für Europäische Studien) in Brüssel. Der renommierte Ökonom befasst sich insbesondere mit der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Arne Heise ist Professor für Finanzwissenschaften an der Universität Hamburg. Hier leitet er das Zentrum für ökonomische und soziale Studien (ZÖSS). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und Europäische Integration.

Prof. Arne Heise zur abgestrittenen Rentenkürzung: „Zunächst einmal sollte man festhalten, dass der Vorschlag der Institutionen – anders als von Jean-Claude Juncker auf seiner gestrigen Pressekonferenz verlautbart – tatsächlich doch ein Festhalten an den ursprünglichen, mit den Vorgängerregierungen vereinbarten Anforderungen an eine Rentenreform – sprich: Rentenkürzung – beinhaltete.“

Die Behauptungen des ARD-Mannes Rolf-Dieter Krause sind für Heise bei neutraler Bewertung nicht nachvollziehbar: „Die griechischen Wähler haben der Regierung Tsipras ein Mandat dafür erteilt, die fatale und gescheiterte Austeritätspolitik, die die europäischen Institutionen den Vorgängerregierungen auferlegt hatten, abzulehnen und durch eine konstruktive Hilfe zu ersetzen.“ Heise versteht hierunter eine Wachstumspolitik, die die Rezession in Griechenland beendet, die Arbeitsmarktlage verbessert „und dann, als Endergebnis und nicht als Instrument, eine Konsolidierung des Haushalts ermöglicht. Nichts dergleichen beinhaltet das Angebot der Gläubiger.“

Die volle Klatsche also für Altmaier und Krause.

Damit zurück zu Hagen. Hier gibt es allerdings keinen „Faktencheck“, im Gegenteil: Der Oberbürgermeister und seine Verwaltungsspitze können es sich widerstandslos immer noch erlauben, große Teile der Entscheidungen in nichtöffentlichen Sitzungsteilen zu verstecken und der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Eine Generalkritik an der Haushaltspolitik findet nicht statt.

Bleibt nur noch der Griff zu Bewährtem: Als kleiner Trost in Zeiten, in denen zum Wochenende Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet werden, ein youtube-Video des zur Jahreszeit passenden George-Gershwin-Klassikers „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“, hier in einer Version von Annie Lennox.


%d Bloggern gefällt das: