Wer rettet wen?

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DGB zeigte Griechenland-Doku im Kino Babylon

Bleibt Griechenland im Euro oder droht der Grexit? Nach der Entscheidung der Euro-Finanzminister am Samstagnachmittag in Brüssel, das Hilfspaket für Griechenland nicht zu verlängern, hat sich diese Frage dramatisch zugespitzt.

Der Film „Wer rettet wen?“ macht dagegen andere Dimensionen auf – jenseits der ständig sowohl von Politikern der Austeritätsfront als auch ihren medialen Lautsprechern zu hörenden Frage, wie denn jetzt wohl „die Märkte“ reagieren. Der Film stellt die Menschen in den Mittelpunkt.

Er startet mit der Darstellung junger Menschen in Griechenland, die über ihre persönliche Lage berichten, ihren Platz in der griechischen Arbeits- und Ausbildungswelt und ihren Zukunftssorgen. Junge Menschen, die wieder zu Hause wohnen müssen, weil ein eigenständiges Leben nicht mehr finanzierbar ist.

Alte Menschen, deren Rente nicht ausreicht um die nötigen Medikamente zu kaufen. In den Blick geraten die Auswirkungen der Krise in Spanien und Irland. An allen Stellen wird erkennbar, dass die bisherige Kürzungspolitik zur weiteren Erhöhung der Staatsschulden geführt hat.

Während Spanien vor den Rettungspaketen bei Staatsverschuldung von 35 % hatte liegt sie jetzt bei 100 %. Offensichtlich wird, dass die Medizin der so genannten Reformpolitik zwar die Banken gerettet hat, aber die Probleme für große Teile der Menschen größer geworden sind. Ein tieferer Blick, der von vielen Medien nur sehr unvollständig abgebildet wird.

Anschaulich werden die Bankengeschäfte durch den Einsatz von Derivaten und Swaps dargestellt, und es wird deutlich, dass es zu einer Umverteilung von Bankenrisiken zu Staatsschulden gekommen ist.

Als positives Beispiel endet der Film mit einem Blick auf Island. Dort hat man die europäischen Rettungspakete nicht in Anspruch genommen, sondern die Verantwortlichen im Bankenwesen, in Wirtschaft und Politik in Regress genommen und einen Lösungsweg eingeschlagen, der das Land aus der Krise geführt hat.

Für die Besucher des Films war es ein spannender Abend, der vieles in Frage stellt, was in der öffentlichen Debatte vorherrscht und zumindest Irritation ausgelöst hat. Als Veranstalter hatten der DGB, die gewerkschaftliche Initiative für Frieden und Solidarität und das Kino Babylon eingeladen. Anstatt Eintrittsgeld wurde eine Geldsammlung zur Unterstützung einer öffentlichen Arztpraxis in Griechenland durchgeführt.

Der Film wurde u.a. vom Hagener DGB finanziell unterstützt und kann für Veranstaltungen ausgeliehen werden.

2 Antworten to “Wer rettet wen?”

  1. A. Quatermain Says:

    Euro-Rettung für Griechenland!
    Ein paar Lügen deutscher und griechischer Politiker der letzten Jahre.

    März 2010
    Angela Merkel: „Mit uns gibt es keine Haushaltsmittel für die Griechen.“

    April 2010
    Griechenland braucht 8 Milliarden Euro, muss 24 Milliarden einsparen.
    Wolfgang Schäuble: „Wir werden aus dieser Kriese gestärkt hervorgehen.“
    Giorgis Papadreou: „Das Sparprogramm ist eine patriotische
    Pflicht . “

    Mai 2010
    Das Paket umfasst 110 Milliarden Euro.
    Hellas soll 10 Milliarden Euro sparen.

    September 2010
    Angela Merkel fordert mit den Worten“Wir sind für einen möglichen Automatismus“ härtere neue Stabilitätsrichlinien im Euro.
    So sollen nach der Bundesregierung, Schuldnerstaaten ihr Stimmrecht verlieren.

    Oktober 2010
    Nach einen Treffen mit Nicolas Sarkozy ist von Stimmrechtsentzug keine Rede mehr.
    Das Defizitverfahren erweist sich seit Beginn der Krise als zahnloser Tiger.

    Januar 2011
    Die Bundesregierung hat bereits 123 Milliarden Euro übernommen,
    soll die Hilfe weiter aufstocken weißt dies aber als „nicht notwendig zurück.“

    März 2011
    Auf einen EU-Gipfel stimmt Angela Merkel zu:
    Deutsche Bürgschaften steigen auf 211 Milliarden Euro.

    August 2014
    Nach weiteren Erhöhungen steht Deutschland für 379 Milliarden Euro in der Haftung.

    Februar 2012
    Guido Westerwelle: „Vorleistungen kann es nicht mehr geben.
    Jetzt zählen nur noch Taten.“
    Griechenland verspricht 150.000 Entlassungen in Staatsbetrieben.

    April 2013
    Weitere 15.000 Entlassungen vom Athener Parlament beschlossen.

    Oktober 2013
    Noch immer arbeitet laut DGB ein Viertel (= 25 Prozent, oder 25%) aller griechischen Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor.

    Dezember 2014
    Schäuble kritisiert die EZB
    „Billiges Geld darf aber nicht den Reformeifer in einigen Ländern verringern.Strukturreformen sind ohne jede Alternative, wenn es wieder dauerhaft nach oben gehen soll.“

    Januar 2015
    Die EZB beschließt ohne weitere Zusagen aus Athen vor der Parlamentswahl ein gewaltiges Schuldenaufkaufprogramm.

    Ab März 2015 kauft sie Anleihen für 60 Milliarden pro Monat !!!

  2. Harald Helmut Wenk Says:

    Ein andrer Film. „THE Forecaster“ über einen Wall Street Broker, mit Haravard verknüpft, der eine „treffsichere Prognose“software entwickelte, die ihm 12 JAHRE BEUGEHAFT eintrug (in den USA!!), sagte in dem Film „voraus“, dass die Spekulation gegen den € im Gange sein, die im Oktober 2015 ihren Höhepunkt
    erreiche.

    Es sind nicht alle „Getriebene“ der Ereignisse.

    ES geht um due Auffrechterhaltung der amerkianischen FInanzindustrie-Hegemonie, mit dem $ als wirksames Finanzwährunfsmittel,
    die auch konzentrierter (mathematisch, nicht psychologisch!!)
    aus de Finasnzkrise hervorging,
    wobei ihr die Bevölkerunhsaktzeptanz weitgehend abhanden kam.

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