VRR beschließt Taktumstellung bei S-Bahn

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Direktverbindung vom Hagener Westen nach Bochum
Erik O. Schulz ruhte beim Beschluss auf dem Abstellgleis

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will bei S-Bahn-Linien im Ruhrgebiet zum Ende 2019 den derzeitigen 20-Minuten-Takt auf einen 15/30-Minuten-Takt umstellen. Im rheinisch-bergischen Raum wird der 20-Minuten-Takt beibehalten.

Der VRR verspricht sich davon, Reisezeiten zu verkürzen, Direktverbindungen zu schaffen, Reiseketten im SPNV zu verbessern und Nord-Süd-Verkehre zu stärken. Das neue Konzept wurde am Freitag, 22. Mai 2015, durch den Verwaltungsrat des VRR im Rahmen einer Sondersitzung mehrheitlich beschlossen. Die geplanten Maßnahmen sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 in Kraft treten.

Im Rahmen nachgelagerter Untersuchungen hat der VRR Lösungen entwickelt, mit der Taktumstellung der S-Bahn auch einen gleichmäßigen 30-Min.-Takt zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Hagen einzurichten. Den hatte auch schon der Hagener Rat eingefordert – heute verkehrt die S 8 werktags in einem 20/40-Min.-Takt.

Der 30-Min.-Takt zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Hagen könnte nach Angaben des VRR aus einer über Wuppertal Hbf hinaus verlängerten Fahrplanlage der S 9 gebildet werden. Die S 9 kann dann ebenfalls auf dem heutigen Linienweg der RB 40 über Witten und Bochum bis nach Essen verlängert werden. Zur Umsetzung dieser vom VRR und vom Ennepe-Ruhr-Kreis bevorzugten Variante bedarf es wegen des laufenden Verkehrsvertrages Verhandlungen mit DB Regio als Betreiber der S 8.

Neben neuen Direktverbindungen von Gevelsberg und dem Hagener Westen nach Bochum und Essen ergäben sich auch bessere Anschlüsse in Schwelm nach Düsseldorf über die RE 4 / RE 13 und nach Köln über die RE 7.

Für eventuell anfallende Mehraufwände der kommunalen Verkehrsunternehmen bei der Anpassung bei Bus und Stadtbahnen stellt der VRR finanzielle Mittel bereit. Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr hat hier bereits Bedarf angemeldet, während von der Hagener Straßenbahn AG bisher nichts zu hören war.

Das verwundert auch nicht wirklich, da die Hagener Verkehrsbetriebe es seit Inbetriebnahme der S-Bahn, also seit fast auf den Tag genau 27 Jahren, nicht geschafft haben, die Buslinien in einer akzeptablen Form mit der S-Bahn zu verknüpfen.

Dieses offensichtliche Desinteresse ist auch nicht gewichen, nachdem Oberbürgermeister Erik O. Schulz Anfang November letzten Jahres ganz plötzlich sein Engagement für den VRR entdeckte und sich vorbei am Rat (der diesen Schritt im Nachhinein abnickte) von der Verbandsversammlung zum Vorsitzenden wählen ließ. Begründung: „Hagen konnte im größten Zweckverband Europas den Vorsitz erlangen. Im Hinsicht auf den ÖPNV, den Bahnhof Hagen und Hohenlimburg kann das nur von Vorteil sein.”

DOPPELWACHOLDER.DE hatte schon damals darauf hingewiesen, dass die Verbandsversammlung für das operative Geschäft des Verkehrsverbunds gar nicht zuständig ist und auch über zu fördernde Maßnahmen und Investitionen dort nicht entschieden wird.

So jetzt auch bei der Taktumstellung der S-Bahn: Als Beschlussorgan fungierte der Verwaltungsrat des VRR. Die Verbandsversammlung mit ihrem Vorsitzenden (böse Zungen würden sagen: Frühstücksdirektor) Erik O. Schulz ruhte derweil auf dem Abstellgleis.

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Eine Antwort to “VRR beschließt Taktumstellung bei S-Bahn”

  1. A. Quatermain Says:

    Wir schreiben das Jahr 2015.

    Das Bundesland NRW hat im ÖPNV immer noch
    8 Verkehrsverbände und 52 Verkehrsgesellschaften.
    Und die alle benötigen einen Aufsichtsrat, Vorstand,
    und Geschäftsführung !!!!!
    Alles Versorgungspöstchen für abgehalfterte Politiker von Parteien!!!!!

    Mit welchen ÖPNV-Partner will man denn den kürzeren Takt stemmen? Mit der Bahn?

    Die bekommt heute noch nicht einmal ihre Taktzeiten gebacken.
    Auch setzt sie zur Stoßzeiten zu kurze S-Bahn-Züge ein.
    Bei den Regional-Express-Zügen ist es nicht besser.

    Schon mal vor 09.00 Uhr mit der Bahn nach Essen oder Düsseldorf gefahren? Oder ab 18.00 Uhr das gleiche Retour?
    Essen geht mit EPRIMO so eben, aber in der S-Bahn von Düs nach Hagen, werden Sitzplätze Mangelware.
    Wenn dann noch Personen mit Rolatoren, Fahrräder und Kinderwagen zusteigen, geht fast nichts mehr.

    Ich verstehe auch nicht, Züge die ab Hagen eingesetzt werden,
    das die schon Verspätung haben.

    Aber mit den ÖPNV innerhalb von Hagen,
    sieht es auch nicht besser aus.

    Volle Busse wie in einer Sardinenbüchse vor 09.00 Uhr.
    Das gleiche bei Schulschluss der Schulen
    und ab 18.30 Uhr. Aber dafür fährt der Nachtexpress früh abends.
    Auf manchen Linien sogar,
    bis auf auf den letzten Meter hinter einander.

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