Hagen, Ort der Inspiration?

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Weitere Kulturkürzungen trotz erwarteter Millionen-Überschüsse

„Kunst und Kultur in Hagen – das bedeutet Vielfalt und Qualität, die oftmals weit über die Region ausstrahlt“, so tönt es von der Homepage der Stadt Hagen. Ein Wörtchen fehlt allerdings in diesem flotten Spruch: „noch“. Wenn die neuesten Kürzungsideen im Kulturbereich realisiert werden sollten, dürfte es sich in einigen Einrichtungen tatsächlich „ausgestrahlt“ haben.

Die „Vorschläge der Kulturverwaltung zur Kürzung des Zuschussbedarfes im Produktbereich Kultur“, die in der Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschuss am 30. April präsentiert werden sollen, sehen für die freien Kulturzentren Einschnitte von 50 Prozent vor, die für sie das Aus bedeuten werden. „Der prall gefüllte Veranstaltungsplan“, mit dem sich die Stadt heute noch brüstet, gehört dann der Vergangenheit an.

Neben der Halbierung der sowieso schon mehrfach zusammengestrichenen Mittel für die Kulturzentren soll es auch das traditionsreiche Osthaus-Museum (gegründet 1902) derart treffen, wie es in der deutschen Museumslandschaft einmalig sein dürfte. Die Öffnungszeiten sollen auf das Wochenende und auf Feiertage beschränkt werden.

„Als Ort der Inspiration, des sinnlichen Genusses und der kommunikativen Auseinandersetzung agiert das Osthaus Museum publikumsnah und besucherorientiert“, lobt die Stadt bisher ihr Angebot – und damit natürlich auch sich selbst. Das hat sich dann – sollte die erneute Kürzungsorgie beschlossen werden – ebenfalls erledigt.

Nicht verhandelt werden in dieser Sitzung des Kulturausschusses die Kürzungen im Theaterbereich in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Das Theater ist per Ratsbeschluss in eine – eo ipso insolvenzgefährdete – GmbH ausgelagert worden und der Ausschuss nicht mehr zuständig.

Besonders empörend bei diesen kulturfeindlichen Planungen ist die Tatsache, dass die Kämmerei bereits wieder von Überschüssen im städtischen Haushalt ausgeht. Umgesetzt werden sollen die Kürzungen in den meisten Fällen 2018; für dieses Jahr ist ein Haushaltsplus von 16,2 Millionen Euro eingeplant. Die „Einsparung“ im Fachbereich Kultur wird dagegen mit nur 292.500 Euro beziffert.

Die freien Kulturzentren sind noch bis Ende 2019 wegen vertraglicher Bindungen gegen Kürzungen abgesichert. Ab 1. Januar 2020 wird dann „zurückgeschossen“, „Einsparung“: 100.000 Euro. Für dieses Haushaltsjahr rechnet die Kämmerei bereits mit einem Etatüberschuss von 18,3 Millionen Euro.

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