Osterhoffnung: Das Minus schrumpft

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Die Stadt Hagen scheint endgültig damit aufzuhören, weitere Kredite auf das hohe Schuldengebirge draufzupacken.

Für einen gebeutelten Kämmerer, der einen 1,2 Milliarden Euro hohen Schuldenberg zwar nicht zu verantworten, aber zu managen und abzubauen hat, macht Christoph Gerbersmann gar keinen so depressiven Eindruck. Im Gegenteil: Der Zwei-Meter-Mann, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, blickt mit österlich angehauchtem Optimismus auf die kommenden Jahre. Denn Hagen scheint endgültig damit aufzuhören, weitere Kredite auf das ohnehin himalaya-artig erscheinende Schuldengebirge (siehe Grafik) im Zentrum der Stadt draufzupacken. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Grafik, auf die oben verwiesen wird, ist nur in der Print-Ausgabe verfügbar. Sie basiert inhaltlich auf dem Bericht zur Haushaltslage, der im März dem Haupt- und Finanzausschuss vorgelegt wurde. Darin folgende Tabelle:

Haus-
halts-
jahr
Jahresergebnis
ohne Konsolidierungs-
beiträge und -hilfe
Konsolidie-
rungsbeiträge
nach Fortschreibung
des HSP 2015
Konsolidie-
rungshilfe
nach Stärkungspakt-
gesetz
Jahresergebnis
mit Konsolidie-
rungsbeiträgen
und -hilfe
2015 -121.171.104 € 65.528.197 € 35.987.716 € -19.655.191 €
2016 -110.163.720 € 74.304.908 € 35.987.716 € 128.904 €
2017 -100.220.663 € 74.061.908 € 28.070.418 € 1.911.663 €
2018 -80.640.933 € 76.311.908 € 20.512.998 € 16.183.973 €
2019 -73.543.809 € 76.264.908 € 13.315.455 € 16.036.554 €
2020 -64.405.436 € 76.241.408 € 6.477.789 € 18.313.761 €
2021 -62.553.805 € 76.181.275 € 0 € 13.627.470 €

Glossar: Konsolidierungsbeiträge = Kürzungen und Steuererhöhungen; Konsolidierungshilfe = Landesmittel aus dem Stärkungspakt, bis 2021 auslaufend

Am interessantesten ist die 2. Rubrik von links: „Jahresergebnis ohne Konsolidierungsbeiträge und -hilfe“. Auf wundersame Art und Weise würde sich demnach das jährliche Defizit schon von allein – ohne die beschlossenen Kürzungen, ohne die beschlossenen Steuererhöhungen und ohne die temporären Finanzhilfen des Landes einzurechnen – von 2015 bis 2021 fast halbieren. Der Artikel liefert leider keine Erklärung für dieses Phänomen.

Gleichzeitig soll ab 2018 schon wieder ein Überschuss in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet werden (s. rechte Spalte). Trotzdem wird der Kulturkampf gnadenlos weitergeführt und bei Theater und anderen Einrichtungen ist geplant zu kürzen, bis die Schwarte kracht.

4 Antworten to “Osterhoffnung: Das Minus schrumpft”

  1. Wolfgang Poth Says:

    Man muss sich die Zahlen mal genau vor Augen führen, um die Relationen zu begreifen: Die Stadt Hagen allein hat 1,2 Mrd. EUR Schulden. Dem ganzen Staat Griechenland (ca. 15 Mio. Einwohner) fehlen, je nachdem welche Zahlen man zugrunde legt, kurzfristig ca. 9 Mrd. EUR. Worüber reden wir eigentlich und worüber regen sich die Leute auf?
    Schöne Ostern

  2. A. Quatermain Says:

    Im Gegenteil zu Griechenland schulden die Hagener ihrem Gemeinwesen keine 78 Milliarden Euros.

    Hier in Deutschland wird zwar auch getrixst, das die Schwarte kracht, aber noch, ich betone noch, zahlt der Steuermichel seine Steuern und Abgaben.
    Bei den oberen Zehntausend haben wir aber heute schon Griechische Verhältnisse.
    Solange die Politik von einer Währung und einer Politik in Europa faselt und jedes Land sein Steueraufkommen mit verschiedenen Steuersätze selbst regelt, wird das nichts mit dem Vereinten Europa.

    Ich kann die Länder verstehen, die nicht in den Moloch Europäische Union wollen.
    Was könnte man hier mit den 57 Milliarden Euros anfangen,
    die Schäuble dieser Tage, Richtung Brüssel überwiesen hat?

  3. Silvio Says:

    Von den 57 Mrd. kommen genügend Gelder wieder ins Land, sei es durch schwachsinnige Subventionen in den Kassen von großen Agrarkonzernen / Energieunternehmen / Landgutbesitzer oder schwachsinnigen anderen Projekten. Europa ist keine schlechte Idee, wenn diese nur richtig ausgearbeitet und gelebt wird. Wenn ich schon Argumentationen von TTIP und den pseudo Standards lese, stehen mir die Haare zu Berge. Es gibt nichts einheitliches in Europa und wer sich in den entsprechenden Gruppen Europas mal umschaut ist der Deutsche nicht der ausgelieferte sondern der „Führer“. Es ist also dummes und plattes Hass Geschwätz und nicht mehr. Die 57 Mrd. würden in Deutschland nur an die Wirtschaft verschenkt, oder in Projekte wie Stuttgart 21 und BER fließen und damit den inkompetenten und großkotzigen Planern Gelder zuteilen die weder sinnig noch richtig sind. Das Hass Gelabber über die EU ist genauso platt wie diese dummen Diktatoren Richtung Griechenland wo am Ende das Geld nur auf Konten mit Namen durchlaufender Posten Richtung Deutscher Bank (wie andere europäische größenwahnsinnige Banken) landet. Deutschland will doch in jedem Scheiß führen, wie wäre es mal mit einer verständlichen Steuerpolitik, ohne wenn und aber. Wie wäre das Abschaffen des Zaunes der „starken Schultern“ in den Sozialversicherungen? Wenn man gleich dabei ist, kann man auch die EEG abschaffen, die auch nur bei reichen oder neureichen landet und am Ende der Umwelt mehr schadet. Subventionen sollten ebenfalls gestrichen werden und wenn schon subventioniert dann der lokale Bauer der Landwirtschaft betreibt wie man es sich wünscht und heute seine Produkte nicht einmal verkauft bekommt, weil Aldi und Lidle das Wort Bio mehr missbrauchen als wirklich verständlich an den Verbraucher zu gehen und zu sagen das gute und vernünftige Lebensmittel Geld kosten. Wie bescheuert kann man sein bei der Lasagne damals noch Rind zu erwarten? Ich wunder mich das die nicht einfach Soja reinpacken, ich glaube das kann man ohne Murren und Gedanken machen. Die Masse der Deutschen lässt sich eben von Bild, Tagesschau und Spiegel die Wahrheit eintrommeln und solange es persönlich kein Nachteil gibt, ich mein 8,50 EUR Job machen kann und vielleicht mit 20 Stunden am Tag auch meine Familie ernährt bekomme ist eben alles im grünen Bereich.

  4. Harald Helmut Wenk Says:

    KULTURKÄMPFE heisst, dass es sich nicht um „alternativlose“ Geld-Sachzwäng handelt, sondern um „Formierung der Köpfe und der Gesellschaft“, Durchsetzung von Massen.Bonsaiexperimenten an lebenden Psychen.

    Die heimtückisch „Herrschenden“ die nicht dem „Volke zum Wohle dienen“, sondern es zurechtstutrzen mit iher Geldhoheit, dtei esei pe WAglemn demm Volk abgeknöpft hat.

    Die Bildung wird massiv gekütrzt, gegangellt an Schule und Universität (Zentralabschlussklausuren, 1 Jahr beim Abitur gestrichern, Bachelor mit umfassender KOntrolle de STudueninhalte ud de Stuidenten und Dozenten). Da dr Staat sich zurückzieght und dze Massenewinkommen masssiv unte den Produktuiviätsfortschritten beleobn, können sich auch wenig kulturelle Mileus bilden.

    Die Bildung bleibt dem Zusaacherkonsummodel und Fachidiotenausbildung unter Arbeitgebertotalkontrolle
    eingesperrt und die „Sellbste“ mangels Verwirklichung
    weit unter ihren glückspotentialen.
    Dazu werden noch die repressive Sozialberiebe mit Medizinangamnf ausgeaut.
    Für seimne REpressionen scheint der Staat so gar kein „schlechtes Gewissen“ zu haben. Die vielen Leichen über die der Staat da in jeder Hinsicht stiefelt, bleiben ohne jede Reaktion auf Kritik.
    Auf einmal waren ews dann übrigens plötzlich „ALLE“..

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