Nebenan: Probleme im Reklamemüll

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Wochenkurier EN pleite – Radio EN schasst Chef

Der Ableger des Hagener Reklameblatts Wochenkurier im Ennepe-Ruhr-Kreis ist pleite. Im Insolventseröffnungsverfahren hat das zuständige Amtsgericht Hagen angeordnet: „Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2 2. Alt. InsO).

Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO).“

Schon seit Dezember 2014 war Matthias Lindenlaub aus der Gründerdynastie des Hagener Anzeigenblatts nicht mehr Geschäftsführer der wochenkurier Ennepe-Ruhr GmbH, am 20. Januar 2015 schied auch Karl-Heinz Lindenlaub als Geschäftführer aus.

Matthias und Karl-Heinz Lindenlaub sind ebenfalls nicht mehr Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Wochenkurier Schwerte Verlagsgesellschaft mbH. Nachdem Matthias Lindenlaub auch aus der Hagener Muttergesellschaft als Geschäftsführer ausgeschieden ist, haben die Gesellschafter das Unternehmen konsequenterweise umbenannt: Die Dr. Lindenlaub Media Vertriebs-GmbH firmiert jetzt als Wochenkurier Vertriebsgesellschaft mbH.

Sollten das eine (und vielleicht auch noch ein anderes) Reklameblatt endgültig untergehen, wäre damit zumindest ein Rückgang der Altpapiervermüllung in den betroffenen Städten verbunden. Sicherlich nicht das schlechteste Resultat.

Stress auch im Dudelfunk: Radio Ennepe-Ruhr bekam vorgestern einen neuen Chefredakteur, allerdings vorerst einen kommissarischen. Chefredakteur Tom Hoppe wurde geschasst, für den in Hagen ansässigen Lokalsender rückte am Freitag, den 30. Januar mit Andreas Wiese ein neuer Mann an der Spitze.

In einer Pressemitteilung teilte die Veranstaltergemeinschaft (VG) Radio EN dazu mit, „in den zurückliegenden Monaten (habe) sich die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Chefredakteur Tom Hoppe (Ennepetal) als sehr schwierig erwiesen.“ Die finanziellen Risiken im Zusammenhang mit den in den nächsten zwei Jahren anstehenden Änderungen in der NRW-Radioszene seien sehr groß. Die „dazu gehörigen neuen Aufgaben“ könne man „Herrn Hoppe nicht zutrauen“.

„Wir wollen jetzt nach vorne schauen, kreativ die Arbeit vor und hinter den Mikrofonen machen und auch unsere Gremienarbeit transparent gestalten“, so der VG-Vorsitzende Peter Dziadek weiter. Die Position des Chefredakteurs soll nun im März ausgeschrieben werden. Mit einer Neubesetzung rechnet man im Oktober.

Radio Ennepe-Ruhr ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Funke-Mediengruppe (u.a. WAZ, WP, NRZ) und des Ennepe-Ruhr-Kreises.

2 Antworten to “Nebenan: Probleme im Reklamemüll”

  1. A. Quatermain Says:

    Hatte mich schon beim Impressum des heutigen Wochenkurier gewundert, dass die Lindenlaub-Familie nicht mehr beim Wochenkurier mitmischt.
    Von 4 Seiten Kleinanzeigen im Anzeigenteil, Wohnungen zu vermieten, kann man schlecht leben.
    Auch der Füllstoff von 2 Seiten Wohnung-Genossenschaften und Müllentsorgung durch diese Unterirdischen Müllgefäße dürfte Geldlich nicht der Brüller gewesen sein.
    Dafür waren alle WG auf der letzten Seite noch einmal vertreten.

    Aber dann noch 8 Seiten Werbung im Innenteil eines Discounter aus Altenhagen. Dafür war der noch einmal mit einer Stellenanzeige vertreten.
    An Lokales stand etwas von der Spielbrinkschule und das „Lila Haus“ in diesem Blättchen. Das war es auch schon.
    Auch das man zur Umgehung des Mindestlohn, Zeitungsausträger ab 13 Jahre sucht.

    Denen macht die wöchentliche Werbetüte der Post zu schaffen.
    Von Einzelhandel, bis zu Lebensmitteldiscounter, Möbelhäuser,
    Fastfoodläden, Bettenutensilien, über Teppichgeschäfte, Büroartikel, Spielwarenläden, Baumärkte, bis zu Muckibuden, etc. ist dort alles drin vertreten.

    Ich benötige selbst nur 1 bis 2 Prospekte, das andere wandert in die Papiertonne. Alleine der Plastikmüll von dieser Umverpackung, wird in die Hunderte von Tonnen pro Jahr gehen.

    ALDI, LIDL, Marktkauf, Rossmann, Michael Brücken haben ihr eigenes Verteilerteam. Oder legen diese Prospekte zum Mitnehmen in den Läden aus.

    Auch die Funke-Gruppe durch ihren Stadtanzeiger haben an dieser Konkurenz zu knacken. Ob die einen längeren Atem haben, wird man sehen. Denen laufen eher die Abonenten und Kiosk-Käufer ihrer WAZ-Gruppe weg.

    Ganz im Keller gegangen sind speziell die Jugendzeitschriften,
    dass man auch nicht mit sogenannten Frauen-Zeitschriften auffangen kann.

    Viele Verlage überlegen schon, ob man die bis jetzt kostenlosen Infos, im Internet, nicht Kostenpflichtig machen kann.

    Welt, Junge Welt, FAZ, Berliner und Hamburger MoPo,
    sind nur einige Beispiele. Sogar die Blödzeitung hat mit Blöd+ ein
    Kostenpflichtiges Angebot. SPON und Fokus werden wohl folgen.

    In den USA war die New York Times der Vorreiter und fast alle Verlage bei den Amis haben mitgezogen.

    Das man damit viel Geld verdienen kann, sieht man auch zur Zeit an den Theater, Verlage gegen google und facebook.

  2. Umleitung: IG-Metall Streik in Oelde, Reklamezeitung pleite, Bildrechte, NSU-Morde, Syriza-Bashing, Abendland, Manndeckung, Europa und mehr. | zoom Says:

    […] Ennepe-Ruhr-Kreis mit Problemen im Reklame-Müll: Wochenkurier EN pleite – Radio EN schasst Chef … doppelwacholder […]

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