Umbau als Ausdruck der Wertschätzung

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Die anhaltende Hängepartie rund um die unbefriedigende bauliche Situation im Hagener Jobcenter ruft jetzt auch die Gewerkschaftsseite auf den Plan. Angesichts des weiterhin nur bruchstückhaft umgesetzten Sicherheitskonzeptes in den Räumlichkeiten am Berliner Platz appellieren DGB-Vorsitzender Jochen Marquardt sowie der Verdi-Bezirksgeschäftsführer Ulrich Padberg an Oberbürgermeister Erik O. Schulz, spätestens nach der Weihnachtspause den 300 Bediensteten aus den Reihen der Stadt sowie der Arbeitsagentur eine verbindliche und vor allem belastbare Perspektive für die Umgestaltung ihrer Räumlichkeiten aufzuzeigen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Es ist mehr als bedauerlich, wenn jetzt auch schon Gewerkschaftsvertreter wie ver.di-Geschäftsführer Padberg Hartz-IV-Empfänger als „Kunden“ bezeichnen – es ist beschämend. User „Burnstorn“ bringt solche Formen sprachlicher Fehlleistung beim „Erwerbslosen-Forum Deutschland“ (dort unter #6) auf den Punkt:

Der Begriff des Kunden ist weder rechtlich noch inhaltlich hinreichend bestimmt. Es handelt sich, wenn mit Bezugnahme auf das Jobcenter von Kunden die Rede ist, um nichts anderes als einen zynischen Euphemismus. (…) Die Titulierung als Kunde ist für ALG II Empfänger insofern völlig unpassend, als damit eine Serviceorientierung und Dienstleistungsqualität nahe gelegt wird, die faktisch nicht existiert.

Ein echter Kunde beispielsweise wird eingeladen. Jobcenter-„Kunden“ hingegen werden unter Sanktionsandrohung vorgeladen. Ein echter Kunde wird umworben, ein Jobcenter-„Kunden“ wird eher ignoriert. Ein echter Kunde soll durch zuvorkommende Dienstleistungserbringung ans Unternehmen gebunden werden, ein Jobcenter-„Kunde“ soll so bald wie möglich aus dem Bezug gedrängt werden. Ein echter Kunde kann einen Dienstleistungsvertrag frei aushandeln, einem Jobcenter-„Kunden“ dagegen wird der Inhalt des Vertrages bei Weigerung der Vertragsunterzeichnung einseitig als Verwaltungsakt erlassen. Die Kritik von echten Kunden wird ernst genommen, Jobcenter-„Kunden“ dagegen werden eher ermahnt, dass sie als Bittsteller gefälligst zu kuschen haben.

Summa summarum gibt es nichts, was die Bezeichnung der leistungsberechtigten Bürger als Kunden rechtfertigt. Der Kundenbegriff pervertiert im Jobcenter geradezu, wenn man an ihn die Assoziation des „Königseins“ knüpft. Im Jobcenter ist man nie König, sondern leider immer nur lästiger Bittsteller. Und das bekommt man auch zu spüren. (…)

Eine Antwort to “Umbau als Ausdruck der Wertschätzung”

  1. A. Quatermain Says:

    „Eine Genehmigung für einen Umbau liegt
    immer noch nicht vor, …!“
    So kann man es aus der Einheitszeitung entnehmen.

    Im März 2014 gestellt und im Dezember 2014 immer noch keinen Bescheid. So Tran-Tütig oder Bräsig wie das Job-Center, muss auch die Bauverwaltung arbeiten? 9 Monate sind ins Land gezogen und auf den Bescheid wartet man immer noch.

    Aber warum soll es damit schneller gehen?
    Auch manche „Kunden“ des Job-Center warten Monate lang auf ihren Bescheid.
    Was aber Super zu laufen scheint, ist
    das Anpreisen in einer großen Immobilienbörse, von 4 Etagen in dem Gebäude der Agentur für Arbeit an der Körnerstr. zur Miete.
    Eines der Teuersten Gebäude von den Baukosten her
    in dieser Stadt lässt man leer ziehen, um einen Privatinvestor ein auskömmliches Einkommen über Jahrzehnte zu bescheren.

    Das es zu einer räumlichen Gebäude-Trennung von Jobcenter und Agentur für Arbeit gekommen ist, haben die Kunden den Hobby-Politikern aus dem Rathaus zu verdanken.
    Anstatt „Alles unter einen Dach“, darf der Kunde eben 2 Gebäude ansteuern. Ist ja nicht das persönliche Geld dieser Knaller aus dem Rathaus, das da verbraten wird.
    Kommt ja bestimmt „nur“ aus der Landes- oder Bundeskasse für diese Options-Kommune.

    Nebenbei, als Kunde oder Antragsteller durfte ich das Jobcenter mal selbst kurz seitig erleben.
    Meinen Eindruck kann man nur als Grauenhaft bezeichnen.
    Es ging darum, das das Jobcenter oder die Agentur laut Gesetz in Vorlage treten sollte. Ich durfte den Mitarbeitern die einzelnen Paragrafen und Sozialgesetzbücher, wir haben ja nur 12 davon,
    erklären. So lernte ich das Gebäude von der Anmeldung, über die Behinderten-Abteilung bis zur 8 Etage kennen.
    Zwischen zeitig wurde ich auch mal kurzfristig Falsch zu dem Jobcenter in meinen Stadtteil verwiesen.
    Ich lernte Bundesbeamte und auch Angestellte kennen, die aus anderen Bundes- und Landesbehörden zum Jobcenter per befristeten Arbeitsvertrag. kamen.

    Denen ihre Sorge galt nicht den Kunden, sondern das ihr jetziger Arbeitsplatz ihnen erhalten bliebe.

    In Erinnerung ist mir auch, das ich eine Vorlage zu einen Workshop in der Agentur für Arbeit bekam.
    Thema; Rechte und Pflichten eines Arbeitslosen.

    Ich habe dort angerufen und der Gegenseite zu versuchen erklärt,
    das ich nicht Arbeitslos, Gekündigt, sondern in einen Unkündbaren Arbeitsverhältnis stehen würde.
    Mein Telefonpartner gegenüber meinte, da ich ja evtl. Geld von ihnen bekommen würde, wäre dieser Workshop für mich eine Pflichtveranstaltung.
    Beginn war um 08.00 Uhr im Großen Saal, Parterre.
    An den beiden Einlass-Türen standen 2 männliche Bedienstete mit einer Anwesenheitsliste und hatten ihren Spaß damit, das viele ihrer Kunden dieser Einladung nicht gefolgt waren.
    Kurz um, der Workshop war eine Power-Point Vorlage per Beamer. Bestimmt schon über 20 Jahre alt und in Schwarz-Weiß.
    Das konnte man an der Kleidung, Büros und KFZ in dieser Vorlage erahnen.
    Um 08.20 Uhr war diese Veranstaltung vorbei.

    Auch was einen „Verwaltungsakt“ angeht, arbeiten diese Bediensteten mit inflationären Maßstäbe.
    Nach dem ich mir den Sinn oder Unsinn eines „Verwaltungsaktes“ erklären ließ, hatten meine Anwälte eine Beschäftigung,
    die über das Arbeitsgericht bis zum Landessozialgericht in Essen reichte.
    Per Urteile mussten dann nachträglich das Jobcenter und die Agentur für Arbeit in Hagen, für deren Kosten aufkommen.
    Auch ich bekam per Urteil, eine um ca. 5 Prozent erhöhte Forderung meiner Ansprüche.
    Alleine diese 5 Prozent waren auf einen nicht unerheblichen vierstelligen Eurobetrag angelaufen.

    Jedenfalls hatte ich in der Zeit, wo ich „Kunde“ bei dem Jobcenter war, viel Spaß mit deren Mitarbeitern.

    Was ich auch nicht Verstand, Schweigepflicht scheint bei der Anmeldung, in den Großraumbüros oder den Außenstellen ein Fremdwort zu sein.

    Ich kann ja verstehen, das der DGB und hier besonders ver.di eine falsch verstandene Fürsorgepflicht gegen über ihren Mitgliedern hat. Aber jedenfalls sollte man auch verstehen, dass so mancher „Kunde“ des Jobcenter, unverschuldet gegen Mühlen dort rennt.
    Wir sind nicht mehr im Kaiserreich und ihre vermeintlichen Machtspielchen können viele Bedienstete zu Hause oder in ihrer Freizeit austoben.

    Jedenfalls so mein Eindruck vom Jobcenter in Hagen,
    viele der Bediensteten bemühen sich um die „Kunden“
    .
    Aber viele der Bediensteten sind dort auch eine Fehlbesetzung!

    Das Kapitel DGB und ver.di war für mich in dieser Zeit auch
    beendet. Nachdem ich auf Anraten von der DGB-Rechtsabteilung,

    2.500 Euro für ein Gutachten in den Sand gesetzt hatte.

    Das Geld bezahlt mir keine Rechtschutzversicherung dieser Welt.
    Ich könnte zwar jetzt den DGB und ver.di auf Falschberatung lt. meinen jetzigen Anwälten verklagen,
    aber das kostet nur wieder Geld und Nerven.

    Und seit dieser Falschberatung sind der DGB, ver.di
    und ich keine Freunde mehr!

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