Schon in 628 Jahren schuldenfrei

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Bis zum Jahre 2642 könnte die Stadt Hagen ihren Schuldenstand auf Null herunterfahren. Jedenfalls nach Angaben im Kommunalfinanzbericht des Regionalverbands Ruhr (RVR) 2013, der jetzt veröffentlicht wurde.

Erst dann? – wird sich so mancher denken. Die richtige Frage wäre aber: Schon dann? Denn dieses Ziel könnte nur unter Bedingungen erreicht werden, von denen die Stadt weit entfernt ist.

Bei einer hypothetischen Tilgung von 10 Euro pro Einwohner und Jahr – das wären etwa 1,9 Millionen Euro (Stand: 2013) – könnten die aufgelaufenen Kredite zur Liquiditätssicherung innerhalb der nächsten 628 Jahre getilgt werden. Aber nur unter der Bedingung, dass keine neuen Liquiditätskredite aufgenommen werden und sich die Einwohnerzahl nicht verändert.

Ein Stop der Liquiditätskredite sowie eine Tilgung setzen voraus, dass also zunächst die strukturelle Lücke (vulgo: das jährliche Defizit) geschlossen wird und dass die Haushalte dann dauerhaft einen Überschuss erwirtschaften. Der Finanzbedarf ist damit zur Zeit deutlich größer, als er in den hier unterstellten 10 Euro je Einwohner zum Ausdruck kommt.

Die Einwohnerzahl ist aufgrund des demografischen Wandels und weiterer Faktoren rückläufig. Um also ein über die Jahre konstantes Tilgungsvolumen zu erzielen, müssten die Pro-Kopf-Beträge ansteigen. Oder die 628 Jahre reichen nicht aus.

Das Rechenmodell des RVR müsste eigentlich auch dem letzten Hinterbänkler im Ratssaal die Absurdität der „Sparpolitik“ der vergangenen Jahre klar vor Augen führen, die die Finanzprobleme der Kommune nicht im Ansatz gelöst hat und auch nicht lösen wird.

Aber die Erfahrungen in dieser Stadt lehren, dass selbst kleine Erkenntnisgewinne ganz viel Zeit brauchen. In diesem Fall vielleicht auch noch 628 Jahre.

Eine Antwort to “Schon in 628 Jahren schuldenfrei”

  1. A. Quatermain Says:

    RVR!
    Noch ein Laden den man in Hagen nicht braucht.

    Nach dem der Kämmerei aufgefallen ist, das Hagen jedes Jahr für diesen Selbstbedienungsverein, 1,2 Millionen Euro bezahlt und

    außer einer bunten Broschüre über ESM, Hohenhof und Freilichtmuseum, die ganzen Jahre nichts zurück bekam,
    wollte man die Mitgliedschaft kündigen.

    Das ging nur Termingerecht.
    Sonst weitere Jahrzehnte Mitgliedschaft.

    Aber wo sollte man dann abgehalfterte Politiker unterbringen?

    Ein aufgeblähter Pöstchen-Verschiebe-Laden ist das.
    Die mussten letztens sogar anbauen, damit ihr Überhang ein Plätzchen bekam.
    Ca. 30 Prozent Überhangmandate, bei einer 52 Prozent Wahlbeteiligung. Verarsche hoch drei, nicht nur für mich!

    Der RVR hat auch nicht viel zu melden.
    Politik wird im Landtag gemacht!
    Und die Regierungsbezirke führen aus.

    Unsere Landesmutti will denen ja jetzt etwas Macht abgeben!
    Die Betonung liegt auf, „Will“. Tun ist eine andere Sache.

    Ich für meinen Teil kann die nicht für voll nehmen.

    Was denen ihr Rechenmodell von,
    „in 628 Jahre Schuldenfrei für Hagen,“ ja beweist.

    628 Jahre Einsparung von 1,2 Millionen Mitgliedschaftsbeitrag
    pro Jahr =

    Gesamtsumme 753,6 Millionen Euro.
    Das ganze dann auf Doppelt hochgerechnet.

    In 1256 Jahre ist Hagen dann, dank 1,507.2 Milliarden Euro
    Einsparung,

    Schuldenfrei !!!!!

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