Hagener Rentner erhalten weniger als vor 20 Jahren

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DGB NRW warnt vor sinkendem Rentenniveau und steigender Altersarmut

Mit durchschnittlich 965 Euro im Monat erhält ein Hagener Mann, der 2013 erstmals Rente bezog, 11 Euro weniger als ein Hagener, der 1993 in Rente ging. Die Renten von Frauen stiegen zwar im gleichen Zeitraum um 165 Euro pro Monat, allerdings auf wesentlich niedrigerem Niveau. Erhielt eine Hagenerin 1993 im Durchschnitt 334 Euro, waren es 2013 immerhin 499 Euro monatlich.

Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Rentenreport hervor, den der DGB NRW gestern in Düsseldorf vorstellte.

„Wir bekommen in Nordrhein-Westfalen ein massives Rentenproblem, wenn wir nicht zügig und konsequent gegensteuern“, fasste Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, die Ergebnisse zusammen. „Der Trend ist eindeutig: Die Menschen müssen immer länger arbeiten und haben dennoch geringere Rentenansprüche.“

Schuld sei vor allem das ständig sinkende Rentenniveau. „Schon jetzt liegt der Rentenanspruch – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung – bei nur noch 45 Prozent des Arbeitslohns. Es ist absehbar, dass sich dieser Abwärtstrend mit dem demografischen Wandel weiter fortsetzt.“

„Durchschnittsverdiener werden immer größere Schwierigkeiten haben, ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Für Geringverdiener sieht es noch schlechter aus, sie laufen sogar Gefahr, lediglich Rentenansprüche zu erwirtschaften, die unterhalb der staatlichen Grundsicherung liegen.“ Der DGB NRW schlage daher vor, die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise von heute 18,9 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 anzuheben. „Mit dieser moderaten Steigerung könnten weitere Rentenkürzungen ebenso verhindert werden wie eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.“

Auffällig seien die großen Unterschiede in der Rentenhöhe zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden in NRW, so Meyer-Lauber weiter. „Die Finanzlage einer Stadt oder Gemeinde sagt nichts über die Rentenansprüche ihrer Bewohner aus.“ So bekämen Männer, die 2013 erstmals Rente bezogen, die höchsten Zahlungen in Siegen-Wittgenstein und Wesel, während Düsseldorf und Bonn zu den Schlusslichtern zählten.

„Dort, wo es eine starke industrielle Basis mit guten Tarifverträgen und anständigen Löhnen gibt, sind die Renten höher als in Städten, die vor allem durch Dienstleistungen und Verwaltung geprägt sind. Gute Arbeit ist die beste Garantie gegen Altersarmut.“

Bei den Frauen sei vor allem der Umfang der Erwerbstätigkeit für die Rentenhöhe entscheidend. „Daher beziehen die Düsseldorferinnen und Bonnerinnen die höchsten Renten, Schlusslicht ist hier der Kreis Borken.“

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