Kot und Köter

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Die politische Sommerpause geht ihrem Ende entgegen und auch das Rathaus erwacht wieder. Aber anscheinend nur ganz langsam, wenn man einen Blick auf die Tagesordnung der ersten Sitzung des Stadtrats nach den Ferien wirft.

Wer geglaubt hatte, am kommenden Donnerstag nähme die neueste Horrormeldung über die massiven Einbrüche der Gewerbesteuereinnahmen einen zentralen Platz ein, muss sich getäuscht fühlen. Zumindest im öffentlichen Teil findet sich da nichts und die Tagesordnungspunkte des nichtöffentlichen Teils sind nichtssagend wie eh und je. Die Hagener Politik der größtmöglichen Intransparenz soll also offenbar auch unter dem neuen Oberbürgermeister Erik O. Schulz so weitergeführt werden wie zu Zeiten seines Vorgängers Jörg Dehm.

Dieses Versteckspiel wäre eine Steilvorlage für die Piraten, sollte man meinen. Aber nichts da – es gibt wohl wichtigeres. So stellt der neu in die Gemeindevertretung eingezogene „Pirat im Rat“ gemeinsam mit dem Vertreter der „Bürger für Hohenlimburg“ eine Anfrage an die Verwaltung, Titel: „Zulässigkeit von Werbung auf Hundekotbeuteln im öffentlichen Raum“.

Darin schreiben die beiden Einzelvertreter, deren Versuch, eine gemeinsame Ratsgruppe zu bilden, kürzlich (vorerst) gescheitert war:

„Die Verwaltung wird gebeten, Auskunft darüber zu erteilen, ob es vor dem Hintergrund bestehender vertraglicher Vereinbarungen der Stadt Hagen mit externen Unternehmen bezüglich Werbung rechtlich möglich ist, dass die Stadt Hagen Behältnisse mit Hundekotbeuteln, welche Sponsorenwerbung tragen, an städtischen Mülleimern im öffentlichen Raum in Hagen anbringt.“

Tja, wenn die Stadt keine anderen Sorgen hat, dann ist ja alles im grünen Bereich. Dann müssen sich die großen Fraktionen auch keine Sorgen machen, von den kleinen gepiesackt zu werden. Debatten um Kot und Köter (und Themen ähnlichen Kalibers) ersetzen zunehmend die Fragestellungen, die die Fundamente der Stadt betreffen. Wie sofort auch ein weiteres Beispiel aus derselben Ratssitzung zeigt.

Denn bei Hunden können auch die Hagener Unlinken mitreden, jedenfalls war die Hundesteuererhöhung zu ziemlich das einzige Thema, mit dem diese Gruppe während der fünf Jahre der vergangenen Wahlperiode öffentlich in Erscheinung getreten ist.

Folgerichtig stellen auch deren Ratsvertreter eine Anfrage an die Verwaltung, die danach detailreich über die Entwicklung des Hundesteueraufkommens informieren soll. Ausdrückliche Erwähnung finden auch die (selbstverständlich steuerbefreiten) Blindenführhunde. Dass es sich dabei um die Haustiere der Fraktionsmitglieder handeln könnte, dürfte aber nur von einigen Böswilligen in Erwägung gezogen werden.

Eine Antwort to “Kot und Köter”

  1. A. Quatermain Says:

    Zur Info,

    die Hagener Unlinken sind erst auf dem Zug,

    „Hundesteueraufkommen“ in Gestalt ihres Clanchef´s, aufmerksam

    durch eine Hagenener Facebook-Gruppe geworden.

    Diese verwahrt sich bis zum heutigen Tag einer Vereinahmung,

    durch diese Unlinken.

    Da die Gruppe bei Facebook und durch watsAp kommuniziert,
    kann man ihren Unwillen durch einzelne Politikerkreise auch nur dort lesen.

    Da ja jeder Laternenmast in Hagen mit Werbung zu gepflastert ist,

    könnte man diese Kotbeutel-Spender doch auch mit äußerlicher

    Werbung versehen.

    Und als ein Gegner von Plastiktüten, bietet sich ähnlich der Brötchentüte, eine Papiertüte förmlich an.

    (So gesehen bei einen Sternekoch vor seinen Restaurants,
    Eisbuden und Privatgelände. Das aber für Bello und seinen Herrchen oder Frauchen, Öffentlich zugänglich ist..)

    Denn Waldi ist es egal, wo sein Hingeschissenes letztendlich landet.

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