Die Gegelten proben den Durchmarsch

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Parteitag der Hagener SPD am 30. August

Schisanowski, Krippner & Co scheinen sich ihrer Sache sicher zu sein: Der Vorstand der Hagener SPD hat für den 30. August einen Parteitag des Unterbezirks einberufen. Wichtigster Programmpunkt ist die vorgezogene Neuwahl des Vorstands.

Offenbar fühlen sich die Protagonisten der Karrierefraktion innerhalb der Partei nach den für sie positiven Erfahrungen im Vorfeld der Kommunalwahlen sicher, zum jetzigen Zeitpunkt den Durchmarsch wagen zu können. Schließlich hatten sie die Erfahrung machen dürfen, dass die Mehrheit der Delegierten ihnen in bedingungsloser Solidarität die Treue hält, komme was da wolle.

Ein ehemaliger SPD-Oberbürgermeister verlässt die Partei? Kein Problem. Eine populäre Bürgermeisterin wird ins Aus geschossen? Egal. Delegiertenwahlen müssen wegen Manipulationen wiederholt werden? Ja und? Wir wollen doch nicht kleinlich sein.

So ist es sehr gut möglich, dass die Gegelten am 30. August einen weiteren Erfolg einfahren können. Trotz haushoch verlorener Oberbürgermeisterwahl (gegen den Ex-Genossen Erik O. Schulz) und zahlreicher Austritte in den vergangenen Monaten, wie zuletzt Peter Moog.

Wie es momentan aussieht, scheint diese Spezialdemokraten nichts aufhalten zu können. Was auch etwas mit der Schwäche ihrer politischen Gegner zu tun hat, die sich für eingefleischte SPD-Anhänger kaum als Alternative anbieten.

Die CDU hat außer Gerbersmann (der dankend abgelehnt hat) personell nichts im Angebot und noch nicht einmal das angekündigte Wahlprogramm auf die Reihe gebracht. Der FDP hat der parteieigene neoliberale Rausch auf Bundes- und Landesebene das Genick gebrochen. Die GRÜNEN haben sicherlich das qualifizierteste Wahlprogramm erstellt, aber die Kooperation mit CDU und FDP bei der OB-Kandidatur wurde von den Wählern nicht hinreichend goutiert, was zum Verlust von einem Drittel der Stimmen führte.

Da wendet sich der altgediente Sozialdemokrat mit Grausen ab und nimmt dann doch lieber jene in Kauf, die auf dem Parteiticket ihre persönlichen Erfolgsstories zu verwirklichen suchen. Umso mehr, als es auch bei den selbsternannten „Linken“, die theoretisch eine Alternative sein könnten, nicht besser aussieht. Die „linke“ Hagener Mischung aus Programm- und Positionslosigkeit und Legasthenie ist eben nicht gerade attraktiv.

Die spezialdemokratischen Führungskräfte scheint dieser Gesamtrahmen zu bestätigen. Sie fühlen sich sicher im Sattel. Das belegt auch der vor (nicht zu rechtfertigendem) Selbstbewußtsein strotzende „Sommerbrief des Fraktionsvorsitzenden Mark Krippner“ an die Mitglieder der Hagener SPD.

Darin schwadroniert er: „Wir waren die einzige Partei in Hagen, die Themen gesetzt und damit beim Wähler gepunktet hat. Wir sind die Partei, die sich in den Stadtteilen um die großen und kleinen Probleme kümmert, sie anpackt und gemeinsam mit den Bürgern löst. (…) Das sollten wir nicht vergessen, auch wenn ein einzelner, und meiner Meinung nach verirrter und verwirrter Ex-Genosse, diesen Erfolg wieder geschmälert hat.“

Mit dem „verwirrten Ex-Genossen“ ist wohl Michael Grzeschista gemeint, langjähriges Ratsmitglied und ehemaliger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Eilpe. Der war aber bei weitem nicht ein „einzelner“ (siehe weiter oben).

Wenn beim Parteitag Ende August die jetzigen Wortführer in ihren Vorstandsämtern bestätigt werden sollten, ist auch der Weg frei zu den eigentlichen Zielen der Gegelten. Es geht bei diesen ganzen Pöstchenrochaden strategisch nicht darum, etwas für diese Stadt zu erreichen. Es geht nicht um die Durchsetzung der Interessen Hagens. Es geht nicht um „die großen und kleinen Probleme“ im Stadtteil, wie suggeriert wird.

Die Fleischtöpfe sind das Ziel, die lukrativen Mandate in Landtag und Bundestag. Wolfgang Jörg und René Röspel dürfen sich dann möglicherweise woanders betätigen.

2 Antworten to “Die Gegelten proben den Durchmarsch”

  1. Kiesel Says:

    Herr S. oder Herr K. im Lanftag oder im Bundestag?
    Da fallen mir Heines „Nachtgedanken“ ein: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bn ich um den Schlaf gebracht“.

    Wat sachte mein Vatta imma: „Mann, Mann, Mann………..“

  2. Harald Helmut Wenk Says:

    die postdemokratie, das aushebeln der macht des volkes, das schon ganz früh bei der bildung durch ideologische staatsapparate formiert wird und auch sonst so objekt gründlichst durchknetender formierung der gesellschaft ist, findet, als „kleines vom großen“ auch in hagen statt.

    da es den eliten seit seit weit über 100 jahren gelingt, die vernunft aus der regelung menschlicher verhältnisse weitgehend fernzuhalten,
    was sich am „schicksal“ echt linker alternativen besonders deutlich macht, ist es natürlich sehr schwer, trotz alledem welche zu stabilisieren.

    neben dem psychologoische anführer: „identifikation mit dem agressor“ kommt die „innere emigration mit rückzug auf eigene private“ dem klebenbleiben in de dumpfen stimmviehmasse stark entgegen, so das höchst ausgebuffte politprofis leichtes spiel haben.

    da sabotageakte auch noch den opfern zugerechnet werden,
    setzt sich das falsche ganze immer mehr zu falschen kleinteilen fort, überdeterminiert.

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