Es ginge auch anders

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Ruth Sauerwein, Vorsitzende des Hagener Seniorenbeirats, zur Rentenreform

Das Rentenpaket der Bundesregierung beseitigt einige Ungerechtigkeiten des bestehenden Rentenrechts. Es ändert aber nichts am großen Unrecht der zurückliegenden Renten“reformen“, die jeden jetzt in Rente gehenden Altersjahrgang durch die fortschreitende Senkung des Rentenniveaus ärmer werden lässt.

Unternehmerverbände, wirtschaftsnahe Wissenschaftler und Politiker – leider auch die Bundestagsfraktion der GRÜNEN – kritisieren an dem Rentenpaket die Kosten. Bis 2018 würden die Rücklagen der Rentenversicherung aufgezehrt. Jetzt bin ich auch der Meinung, dass die Mütterrente aus Steuermitteln finanziert werden muss, denn der Erziehung von Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Ausgabe. Wenig halte ich von dem Versuch, die junge Generation gegen die heute 63- bzw. 65-jähringen aufzubringen, als würden die ihnen die künftige Rente wegfressen.

Wenn Jüngere heute kaum noch auf eine Rente hoffen können, von der sie dereinst mal existieren können, liegt es zum einen an unsicheren, schlecht bezahlten Jobs, auf die viele angewiesen sind. Zum anderen am bestehenden Rentenrecht, das als einzige Richtschnur hat, dass die Rentenbeiträge nicht über 20 Prozent steigen dürfen. Weder schwarz-gelbe, noch rot-grüne Bundesregierungen waren bereit, alternative Finanzierungsmodelle für die Rente zu befürworten. Zum Beispiel die Basis der Beitragszahler zu verbreitern, von der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze bis hin zur Beitragspflicht für Beamte und Abgeordnete. Oder eine Regelung wie in der Schweiz: Alle zahlen ein. Hohe Renten werden gekappt, kleine Renten werden angehoben.

Gewerkschaften und Sozialverbände haben zahlreiche Vorschläge in der Schublade, um der kommenden Altersarmutskatastrophe entgegen wirken zu können. Ich hoffe sehr, dass sich die junge Generation vielleicht einmal mit solchen Vorschlägen beschäftigt, denn die gegenwärtige Situation ist nicht alternativlos. Das ist auf jeden Fall besser als ein Verteilungskampf zwischen den Generationen.

Eine Antwort to “Es ginge auch anders”

  1. Wolfgang Lange Says:

    Ja Ruth , du hast ja so recht. Ich hoffe auch das viele Menschen sich ernsthaft mit der Zukunft der Rentenversicherung beschäftigen. Aber bitte nicht nur diejenigen die in den nächsten Jahren in Rente gehen, sondern auch die 30 bis 40jaehrigen.

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