FernUni zieht die Notbremse

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Verminderung der Studentenzahlen als „deutliches Signal an die Politik“

Die FernUniversität in Hagen hat ihre Belastungsgrenze erreicht. Mit im Wintersemester 2013/14 über 88.000 Studierenden ist sie die größte Hochschule Deutschlands. „Aber eine weitere Steigerung der Studierendenzahl ist bei gleicher Qualität in der Ausbildung für unsere Lehrgebiete nicht weiter zu verkraften“, unterstreicht Rektor Professor Dr.-Ing. Helmut Hoyer. Die Hochschule peilt im Gegenteil einen Rückgang der Studierendenzahlen um insgesamt etwa zehn Prozent an.

Studentenvertreter kritisierten das Vorgehen der Hochschule. Die Verkürzung der Einschreib- und Rückmeldungsfristen habe dazu geführt, dass „viele Studenten unter die Räder gekommen“ seien, sagte Daniel Schwarz, Asta -Vorsitzender der Fernuniversität, der Süddeutschen Zeitung. Der Asta kündigte an, gegen die Hochschule vorgehen zu wollen. Eine Musterklage werde vorbereitet.

Die FernUniversität hat nach eigenen Angaben bereits mit den verschiedenen ihr zur Verfügung stehenden Steuerungsinstrumenten für eine Entlastung der besonders stark betroffenen Fächer gesorgt. So wurde vom Rektorat die Einrichtung von zehn zusätzlichen Professuren beschlossen, beispielsweise in der Psychologie, der Wirtschaftswissenschaft, der Rechtswissenschaft und den Bildungswissenschaften. Darunter sind drei Professuren, die von der FernUniversität aus eigenen Mitteln finanziert werden. Für sieben weitere Professuren werden durch eigene Zwischenfinanzierung die aktuell notwendigen Ressourcen bereitgestellt.

Zur Unterstützung der Professuren wurden auch nahezu 100 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen, um die Studierenden ausreichend betreuen zu können. Da die dafür benötigten Gelder aus dem Hochschulpakt kommen, ist die Finanzierung nur bis 2017 gesichert.

Um die Qualität zu sichern und den Erwartungen der Studierenden an einen geregelten Studieneinstieg besser gerecht werden zu können, habe die FernUniversität darüber hinaus den Zeitraum für die Einschreibung und Rückmeldung gestrafft und den Zeiten an Präsenzhochschulen angepasst. Eine reichlich euphemistische Interpretation, sieht die FernUni in diesen Maßnahmen doch „eine Chance zum Atemholen“. Die Verkürzung der Fristen dient also der Senkung der Studentenzahlen.

„Zugleich ist dieser Schritt ein deutliches Signal an die Politik, dass unsere Kapazitäten bis an die Grenze ausgelastet sind und bei weiteren Steigerungen Qualitätseinbußen drohen“, erklärt Hoyer.

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