„Lasst uns nun unterhaken“

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Hagener SPD-Führung schickt einen Durchhaltebrief an die Genossen

Schuld sind natürlich die anderen, wir haben alles richtig gemacht. Das ist die Essenz eines Schreibens, das am Mittwochmittag an die Hagener SPD-Mitglieder versandt wurde.

Autor des Briefes ist Wahlkampfmanager Nils Szuka, ein politischer Import ähnlich wie CDU-Oberbürgermeister Jörg Dehm. Szuka war bis zum Sommer 2012 stellvertretender Fraktionsvorsitzender im rheinischen Dormagen und Ortsvereinsvorsitzender im Ortsteil Zons.

Das berufliches Tätigkeitsfeld des gelernten Juristen liegt im Dekanat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Hagener FernUni. Vorher war er dort bis 2005 an einem Lehrstuhl beschäftigt, der u. a. „juristische Rhetorik“ im Namen führt.

Es ist kaum anzunehmen, dass jemand, der täglich 75 km hin und die gleiche Strecke wieder zurück pendelt, außer dem Unicampus so viel von Hagen mitbekommen hat, um glaubhaft behaupten zu können, dass es „dem dann vorgeschlagenen Kandidaten“ – gemeint ist der SPD-Bewerber für die Position des Oberbürgermeisters – gelingen wird, „zunächst die Partei und dann die Mehrheit der Hagenerinnen und Hagener hinter sich zu versammeln“, wie er es in seinem Brief formuliert.

Rhetorisch durchaus geschickt versteht es Szuka, die wesentlichen Kritikpunkte zu umschiffen und die Seele der Parteimitglieder zu streicheln: „Ich habe festgestellt, die SPD ist viel geschlossener und steht viel besser da, als es die wenigen Miesmacher die Öffentlichkeit glauben machen wollen. Es wird – auch von außen – unnötige Unruhe in die Partei getragen, vielleicht ist dies auch möglich, da nicht allen alle Fakten bekannt sind.“

Der Wahlkampfmanager leugnet damit erst gar nicht die Tatsache, das „unnötige Unruhe“ im wesentlichen von innen, nämlich durch bestens in den Leitungsfunktionen verankerte Karrieristen, in die Partei getragen wurde. Gnädig verweist er darauf, dass „alle 1.700 Mitglieder (…) das Recht haben, ihren (OB-)Kandidaten mitzubestimmen“ – „erstmals in Hagen“. Und zwar „egal aus welchem Ortsverein“.

Das klingt so, als habe es bisher in der Hagener SPD Ortsvereine erster und zweiter Kategorie gegeben. Würde auch irgendwie ins Bild passen.

Der Brief im Wortlaut: „Liebe Genossinnen und Genossen“

Eine Antwort to “„Lasst uns nun unterhaken“”

  1. A. Quatermain Says:

    „Kleine Wahlkreisleitung“?

    Gibt es auch eine Große Wahlkreisleitung?

    Mitglieder und Bürger mit Migrationshintergrund?

    Wen meint er damit?

    Chinesen, Japaner, Portugiesen, Spanier, Brasilianer,
    Griechen, Italiener, Polen oder Franzosen, etc.?

    In meiner Verwandschaft kommen einige aus Siebenbürgen, sind die gemeint? Bin ich gemeint, da ein Teil meine Urahnen aus Ostpreußen und Oberschlesien stammt? Auch wieder Nein!

    Ca, 10 Prozent der Einwohner von Hagen haben ein Migrationshintergrund.

    Die obigen Volksgruppen meint er bestimmt nicht damit!

    Hier wird in diesem Brief mal wieder eine Gruppe durch die Blume besonders angesprochen, die Prozentual klein ist, aber an die Öffentlichkeit die größten Forderungen stellt.

    Auch das Theater innerhalb der Hagener SPD wird blumig Umschifft. Diese kleinen Karrieristen lächeln dich an und hauen dir wenn man sich umdreht, dass Messer in den Rücken.

    Geschehen mit der Wahlantrittsrede König zu seiner Gegenspielerin Kramps.

    Rhetorisch macht dieser Brief einiges her,
    aber man sollte doch Fakten sprechen lassen
    und bei der Wahrheit bleiben.

    Denn so blöd wie Herr Szuka die SPD-Mitglieder und den Hagener Bürger darstellt, sind sie dann doch nicht.

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