OB Dehm schreibt der Bahn

by

Gesamtzustand des Hagener Hauptbahnhofs nicht akzeptabel

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche überraschenden Entdeckungen politische Entscheidungsträger machen, sobald sie sich (notgedrungen) in die reale Welt ihrer Mitbürger begeben. So auch der Hagener Oberbürgermeister Jörg Dehm, der seit seinem Umzug zurück ins heimische Mülheim zu seinem hiesigen Dienstsitz mit der Bahn pendelt.

Plötzlich geraten jene Zustände in den Fokus des Stadtoberhaupts, unter denen Kunden der Bahn schon seit langem leiden, ohne dass aus dem Rathaus ein Aufschrei des Entsetzens zu hören war.

„Weder für Ihr Unternehmen noch für die Stadt Hagen sowie die Region ist der heutige Gesamtzustand des Hauptbahnhofes Hagen als akzeptabel zu bezeichnen.“ – Deutliche Worte findet also jetzt Oberbürgermeister Dehm in einem Brief an den Konzernbeauftragten NRW der Deutsche Bahn AG. Darin geht er ausführlich auf die historische und aktuelle Bedeutung des Hagener Hbf ein, verweist zugleich aber auch sehr nachdrücklich auf den beklagenswerten baulichen Zustand, der „insgesamt größte Besorgnis erregen muss.“

Um dies zu verdeutlichen, sind dem OB-Schreiben mehr als 40 Fotos beigefügt, „die diesen dramatischen Zustand illustrieren und damit die Größe des Handlungserfordernisses drastisch unterstreichen.“

„Ich weiß mich in Übereinstimmung mit vielen Menschen in Hagen“, so Jörg Dehm weiter, „mit Kammern, Verbänden, Unternehmen und nicht zuletzt der kommunalen Politik, wenn ich Sie dringend bitte, hier über die in Aussicht gestellten Maßnahmen hinaus, nachhaltig und zeitnah Abhilfe zu schaffen.“

Bauend auf „ein konstruktives und in der Sache positives Signal“ lädt OB Dehm den NRW-Bahnbeauftragten am Ende seines Briefes ein, „ggf. gemeinsam mit den die Stadt Hagen im Bundestag und Landtag vertretenden Abgeordneten zeitnah zusammen zu kommen, um die weiteren Schritte zu besprechen.“

Vielleicht sollten die Mitglieder der Verwaltungsspitze ebenso wie die Fraktionsvorsitzenden und Parteivorstände dazu verdonnert werden, regelmäßig auch das Angebot der Hagener Straßenbahn AG zu nutzen. Dann hätten sie die Möglichkeit, am eigenen Leibe zu erfahren, wie sich auch ihre selbst zu verantwortende Kürzungspolitik auf das alltägliche Leben in der Stadt auswirkt.

Zu empfehlen für einen Selbstversuch wären diverse Abendveranstaltungen (Fernuni, Theater, Abendschule, VHS etc.). Auch die Ankunft am Hagener Hauptbahnhof und das Ansinnen einer Weiterfahrt mit dem Bus könnte zu einem Erlebnis der besonderen Art werden.

Das sind für Hagen die „Alleinstellungsmerkmale“, die in anderen Zusammenhängen immer propagiert werden. Sonntags gerne schon tagsüber und besonders ab 18:30 Uhr.

Schreiben des Oberbürgermeisters
Impressionen vom Hagener Hauptbahnhof

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: