Strategie verändern

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Die Arbeitsmarktentwicklung in Hagen kann selbst von der örtlichen Agentur für Arbeit nicht mehr überzeugend positiv dargestellt werden*). Weniger offene Stellen und mehr gemeldete Arbeitslose im Vorjahresvergleich machen deutlich, dass die oft beschworene Konjunktur, sofern sie überhaupt stattfindet, an Hagen auf jeden Fall vorbei gezogen ist.

Doch nicht nur der leise Arbeitsplatzabbau in den Metallbetrieben treiben den Hagener Gewerkschaftern die Sorgenfalten ins Gesicht. Auch der sich über Jahre verstetigende Anteil der Langzeitarbeitslosen von fast 80% macht deutlich, dass die praktizierte Arbeitsmarktpolitik nicht den erhofften Erfolg bringt.

„Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind zwar für den Einzelnen richtig und wichtig und führen häufig auch zu einer erfolgreichen Vermittlung in Arbeit. Jedoch verwässert dieser individuelle Erfolg die Erkenntnis, dass die Wirtschaft und die Unternehmen nicht genug Stellen anbieten.“, stellt der Hagener DGB Vorsitzende Jochen Marquardt fest und fordert alle Beteiligten auf, sich nicht nur in den vorhandenen Strukturen und Möglichkeiten zu bewegen, sondern auch andere Strategien zu diskutieren.

Staatliche Konjunkturprogramme, öffentliche notwendige Investitionen in Bildung und Stadtentwicklung sowie die bessere Verteilung von Arbeit könnten in dieser Diskussion sinnvolle Ansätze bieten. Marquardt: „Statt mehr und verdichtete Arbeit für Wenige, brauchen wir gute Arbeit und gute Einkommen für Alle – das schafft Arbeitsplätze und das bringt Kaufkraft!“

*) Und so stellt die Hagener Arbeitsagentur die neuen Zahlen in ein gefälligeres Licht (Hervorhebungen: DW):

Die Arbeitsmarktentwicklung in der Stadt Hagen

Der Arbeitsmarkt in der Volmestadt entwickelte sich im September saisonal günstiger. Ende September waren 10 016 Arbeitslose gemeldet, 260 weniger als im August. (…) Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 10,4 Prozent (Vorjahr 10,0). Saisontypisch war, dass mit 1080 deutlich weniger Jüngere arbeitslos waren (- 190).

In der Gesamtbetrachtung fällt der negative Vorjahresvergleich auf: Vor zwölf Monaten waren es 514 Arbeitslose weniger als aktuell.

Die Hagener Kräftenachfrage stellte sich verhalten dar. Die Betriebe waren eher zurückhaltend. 384 neue Stellen wurden gemeldet, vier weniger als im August und damit saisonuntypisch wenig. In Relation zum Vorjahresmonat waren es 24 oder 5,9 Prozent weniger Offerten. Den größten Bedarf hatten nach wie vor Leiharbeitsunternehmen, das Verarbeitende Gewerbe, der Handel und das Gesundheitswesen.

Quelle: Arbeitsagentur Hagen

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