Firmenspenden-Debatte schwappt nach Hagen

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Die Spende der Familie Quandt an die Bundes-CDU sorgt nicht nur in Berlin für Gesprächsstoff. Auch in Hagen kommen Erinnerungen hoch, weil Günther Quandt vor allem während der Jahre des Zweiten Weltkrieges mit der „Accumulatoren Fabrik AG“ in Wehringhausen seinen Reichtum mehrte. (…)

Dennoch scheiterten die VVN-Aktivisten vor drei Jahren mit einem Vorstoß bei der Stadt Hagen, eine entsprechende Mahntafel am Hagener Varta-Verwaltungsgebäude anbringen zu wollen. Im Rathaus steht man auf dem Standpunkt, dass eine solch plakative Aktion an einem Privatgebäude (Dieckstraße) angesichts der historischen Fakten gar nicht zu rechtfertigen sei. (…)

In den Augen der Rathausverwaltung genießt VVN-Sprecher Sander den zweifelhaften Ruf, Historie einseitig im Geiste einer linksradikalen Gesinnung zu betrachten, so Karsten-Thilo Raab, Sprecher der Stadt Hagen. Der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen sei im Hagener AFA-Werk im Vergleich zu vielen anderen Betrieben in der Stadt eher unterdurchschnittlich gewesen. (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Die Argumentation der Verwaltung ist mehr als merkwürdig. Mal abgesehen davon, dass bereits ein städtisches Schild wegen der Denkmalsqualität des Gebäudes angebracht wurde, hätte eine Hinweistafel auch im Umfeld aufgestellt werden können. Während der Einsatz von Zwangsarbeitern heruntergespielt wird („unterdurchschnittlich“), muss für die Diskreditierung des Vorhabens wieder einmal die „linksradikale“ Gesinnung herhalten. Noch ist die Verwaltung nicht auf die Idee verfallen, andere Verbrechen aus der braunen Ära der Stadtgeschichte ähnlich klein zu reden. Auch die Zahl der aus Hagen in die Vernichtungslager transportierten Juden war im Sinne einer solchen Geschichtsbetrachtung sicher eher „unterdurchschnittlich“.

Eine Antwort to “Firmenspenden-Debatte schwappt nach Hagen”

  1. A. Quatermain Says:

    Ich stelle mir gerade Unterdurchschnittlich vor,
    das man Zwangsarbeiter bei Fliegerangriffen,
    neben Glühenden Kokillen in sogenannte Wärmebunker,
    ausharren ließ.

    Haaaaalt! Ich dummerle.
    Das war ja eine andere Firma.

    Bei der AFA durfte diese Zwangsarbeiter ohne Schutzausrüstung,
    nur ein wenig mit Arsen, Säuren und Flüssigblei hantieren.

    Der Rest von dieser Sche..e wird gerade eingebuddelt.

    Und die Zeugen von damals müssen so langsam ausgelesen sein.

    Aber diesmal von Oben!

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