Die NSDAP an der „Heimatfront“ in Westfalen 1943-1945

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Vortrag im Kunstquartier

Den Funktionswandel der westfälischen NSDAP an der „Heimatfront“ zwischen den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der „Machtergreifung“ am 30. Januar 1943 und dem totalen Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Frühjahr 1945 behandelt Armin Nolzen von der Ruhr Universität Bochum in einem Vortrag am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr im Auditorium des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz 1.

Im Mittelpunkt stehen die Praktiken der NSDAP als Organisation: ihre Mitgliederentwicklung, die Hilfsmaßnahmen im Luftkrieg, ihre Gewalt gegen „Fremdvölkische“, die Aufstellung von Sonderformationen und die Versuche der totalen Mobilisierung der deutschen Gesellschaft 1944/45. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Verankerung der NSDAP in der Kriegsgesellschaft der beiden NS-Gaue Westfalen-Nord (Münster) und Westfalen-Süd (Bochum).

An der „Heimatfront“ stellte der Luftkrieg ein gravierendes Problem dar. Alle vor 1943 ergriffenen Maßnahmen erwiesen sich schnell als überholt. Die NSDAP mit ihren Gliederungen, vor allem die SA und die NSV, wurden verstärkt in die Bewältigung der Angriffsfolgen einbezogen. Erstaunlicherweise bedeute diese Situation angesichts der immer ungünstiger werdenden militärischen Situation für die NSDAP eine deutliche Stärkung ihres Einflusses und ihrer Bedeutung. Im rheinisch-westfälischen Raum war diese Entwicklung besonders ausgeprägt, nicht zuletzt auch wegen der Bedeutung dieser Region als Hauptangriffsziel der alliierten Luftstreitkräfte.

Der Referent Armin Nolzen hat in Bochum Geschichtswissenschaften, Germanistik und Sozialwissenschaften studiert und bei Hans Mommsen abgeschlossen. Nolzen gilt als der beste Kenner der NSDAP und ihrer Strukturen. Er ist Redakteur der in Göttingen erscheinenden Zeitschrift „Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus“ und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur NSDAP und zum Nationalsozialismus.

Der Vortrag wird unterstützt und finanziert von Pro Stadtgeschichte Hagen e.V.

2 Antworten to “Die NSDAP an der „Heimatfront“ in Westfalen 1943-1945”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    der begriff „heimtfront“ wird natürlich etwas weiter gebraucht, als direkte kampftätigkeiten. der 2. weltkrieg, der 2. hochindustrilisierte, war viel „materialschlacht“, wobei die deutsche technik durchaus damals weltspitze war, in den meisten militärisch wichtigen dingen. in diese kriegsswirtschaft wurden sogar massiv kriegsgefangene als zwangsarbeiter eingesetzt, auch juden (legendär durdhrch spielbergs „schindlers liste“). bei der breite des themas ist die konzentrtation auf den „luftkrieg über deutschland“ (die neo-nazis „erinnerern unte starken protresten an die luftbpmbardierung dresdens) und direkte land-kampfhandlungen kurz vor der kapitulation natürlich gut möglich.

    in die kriegswichtige kriegswirtschaft war allerdings so gut wie jeder an der „heimatfront“ einbgebunden. der 2 .weltkrieg bestimmte, im gegensatz zum heutigen afghanistamnkrueg und auch den jugoslawienkriegen mit brd beteilgung, die zumeist nur aus medien bekannt sind, das gesamte alltagsleben. das soll „weltkrieg“ für die „heimatfront“ auch ausdrücken. bekanntermassen sind politisch wichtige begriffe selbst gegenstand erheblicher „politischer“ auseinadresetzungen („begrifffe besetzen“), was noch mehr für die deutungen der ereignisse zutrifft.

    wissenschaftstheoretisch ist die geschichts“wissenschaft“ mit
    1 5/8 beinen immer im sumpf der „siegergeschichte“ versunken, unrettbar, hier als „staatswissenschaft“ (mit fast doppelbedeutung).

    die kritische historie, die fast allein auf marx und ein paar realistische staatsmachttheoretiker (kutilya, machiavdellii, spioza, nietzsche) zurückgeht, ist allein, aber nicht nur, durch geldmange im keim fast erstickt worden.

  2. Dietmar Schubert Says:

    Meine Güte, Sie haben aber keine Ahnung. Der Begriff Heimatfront ist kein Begriff aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern wurde schon vor und während des Ersten Weltkriegs verwendet. KPD-Propaganda ist natürlich auch Schwachsinn, natürlich gibt es auch eine kritische Geschichtswissenschaft außerhalb marxistisch-leninistischer Klischees. Letztgenannte sind noch nicht einmal fähig, ihre eigene Geschichte kritisch aufzuarbeiten, siehe ehemalige UDSSR oder DDR.

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