Licht aus!

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Enervie will alle Kraftwerke stilllegen und droht unverhohlen mit „Schwarzfall“ – es sei denn: Der Staat zahlt

Die Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG hat bei der Bundesnetzagentur ihren kompletten konventionellen Kraftwerkspark mit rund 1.300 Megawatt Gesamtleistung zur Stilllegung angemeldet. Grund hierfür ist die – nach Ansicht des Unternehmens – derzeitige massive Fehlsteuerung der Energiemärkte, die einen wirtschaftlichen Betrieb konventioneller Steinkohle- und Gaskraftwerke nicht zulasse. Das berge erhebliche Risiken: Aufgrund der Insellage des Stromnetzes in Südwestfalen würden die Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dringend benötigt.

Enervie verfügt überwiegend über Steinkohle- sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerke an den Standorten Hagen, Herdecke und Werdohl sowie ein Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop.

„Wir sahen uns zu dieser Stilllegungsanzeige gezwungen, da wir aufgrund des starken eigenen Kraftwerksbereichs besonders von der Fehlsteuerung der Energiemärkte betroffen sind. Die erwarteten marktgetriebenen Verluste bei den Kraftwerken summieren sich für Enervie derzeit auf über 30 Mio. Euro pro Jahr – mit steigender Tendenz“, so Ivo Grünhagen, Vorstandssprecher von Enervie. Die Unternehmensgruppe hatte bereits angekündigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Dividendenausschüttung für die überwiegend kommunalen Aktionäre aussetzen zu müssen.

Insbesondere der massive Anstieg der Einspeisung von Strom aus Regenerativen Energien stellt die Betreiber von Steinkohle- und Gaskraftwerken nach Unternehmensangaben vor erhebliche Probleme: Strom aus Wind und Sonne sei über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) durch die Umlage auf alle Kunden subventioniert und werde zudem vorrangig in das Netz eingespeist. Das setze Marktmechanismen außer Kraft und verdränge Strom aus Steinkohle- und Gaskraftwerken, die für den Erfolg der Energiewende unverzichtbar seien.

Verschärft werde die Lage durch den Umstand, dass Enervie in Hagen und im Märkischen Kreis ein sogenanntes Inselnetz betreibt, die einzige Anbindung an das vorgelagerte Übertragungsnetz sei zudem leistungsmäßig begrenzt. Um die Netzstabilität und damit die Versorgungssicherheit für die Region zu gewährleisten, müsse daher ein Großteil der Kraftwerke des Unternehmens – mit hohen Verlusten – betrieben werden.

Eine Stilllegung würde somit nicht nur die Netzstabilität massiv gefährden, sondern auch den „Schwarzfall“ in einer der größten Wirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens heraufbeschwören.

Damit es dazu nicht kommt, hat der Gesetzgeber eine Frist von einem Jahr festgelegt, mit der eine Stilllegung anzuzeigen ist. Innerhalb dieser Zeit muss die Frage der Notwendigkeit des Weiterbetriebes der Kraftwerke geklärt und gegebenenfalls Vergütungen für den Kraftwerksbetreiber vereinbart werden, falls eine Stilllegung nicht erfolgen kann. Diese Frist läuft jetzt an.

4 Antworten to “Licht aus!”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    im grunde also offensichtlich eine „eingeplante“ sache, die allerdings wieder ein loch in die haushalte von millionen reisst. das wurde sicxh aucch schon salles überlegt und verstärkt die tendenz der entmachtung der kommunen und des „kaputtsparens“. da allerdings diedselben parteteisatrategen und parteisatrategien, nämlich der hartz iv parteien am werke ist, ist es hauptsächlich spsaren. das gerbersman als hoher theater hagen man am theater spart, sieht man, was los ist. das hängen an kohlekraftwerken hat die spd schon immer sehr viel gekostet. der hat der politik schlecht zugesehen, der nicht vermutet, dass da die „rechnungen“ ein wenig mehr hin und her gehen.

  2. A. Quatermain Says:

    Jetzt flippt der kleine örtliche Anbieter total aus.

    Keine Bange liebe Stromkunden, die Lichter gehen bei euch ebenso nicht aus, wie es umgekehrt ist, wenn ihr den Anbieter wechselt.

    Es gibt doch Strom-Preissuchmaschinen!!!!!!
    Der Kundendienst ist alle Male besser wie die der
    Herrschaften von der Körnerstr.

    Für mich ist die ganze Sache nur vorgeschoben.
    Man will die Politik erpressen, egal ob Stadt, Land oder Bund.

    Hat das ganze etwas mit dem Zukauf von NUON zu tun?
    Oder mit der neuen Bude auf Haßley?
    Oder liegt es etwa an der letzten Lohnsteigerung, nebst anderen Wohltaten für die Geschäftsführer dieses Energieanbieters?

    Vor einem Jahr wollte man noch bei Triangel im Lüner Hafen mit einsteigen. Womit mag wohl dieses Kraftwerk laufen?
    Jedes abgeschriebene Kohlekraftwerk, und um Diese handelt es sich bei Enervie, verdient Kohle, und nicht zu knapp.

    Insellage? Was nicht alles herhalten muss, für die Unverschämtheit des Herrn Grünhagen und seiner Kumpane.

    Dann haben die Isar-Werke eine Südlage
    und die Kieler-Stadtwerke eine Nordlage, laut Logik.

    Es gab mal eine Stromkostenhöhung von Mark-E,
    wegen Minderverbrauch seiner Kunden.

    Wenn die Politik und der OB noch einen Arsch in der Hose hat,
    dann sollte er mit Hilfe der Lüdenscheider, die GF von Enervie schleunigst an die Sonne tun.
    .

    Zum Schluss, auch wenn ich mich wiederhole,

    in Frankreich zahlt die Marianne inklusive Abgaben,
    ca. 11 Eurocent pro k/wh,
    in Deutschland sind es für den Michel
    inklusive Abgaben ca. 26 Eurocent pro k/wh.

    Tendenz für den dummen Michel, steigend!!!!!

  3. Harald Helmut Wenk Says:

    ob das nur vorgeschobewn ist aus schlechtesten (!!) gründen, steht dahin..

  4. A. Quatermain Says:

    Was will uns HHW mit diesen verquarzten Satz sagen?
    Ich weiß es nicht.

    Aber dafür noch einige Sätze von mir zu ENERVIE.
    Dieser Energieanbieter erzeugt mit seinen Kraftwerken zusammengerechnet, eine Gesamtkapazität von ca. 1,2 Atommeiler.

    Da Strom an der Börse in Leibzig für Dieses, das Nächste, und das Übernächste Jahr zu Dumpingpreisen von 3 Eurocent
    für „STROMANBIETER“ zu haben ist,
    dürfte der Wegfall von ENERVIE als Stromerzeuger,
    nur Marginal sein.

    Andere Stromanbieter wollen auch ihre nicht rentablen Kraftwerke dichtmachen. Keine Bange, auch im Winter 2012/2013 wurde Strom aus hiesigen Kraftwerke in das Ausland verkauft.
    Trotz Abschaltung von 7 Atommeiler für immer!

    Noch etwas.
    Die Fa. Stora-Enso baut auf ihrem Gelände ein
    neues Gasturbinen-Kraftwerk. Befeuert werden soll dieses zum größten Teil mit Abfälle aus Holz, etc.
    Ein Wirkungsgrad von über 60 Prozent wird angestrebt.
    Das alte mit Mark-E betriebene Gasturbinenkraftwerk auf dem Firmengelände besteht seit 1982.
    Abgeschrieben ist dieses Kraftwerk für beide Partner
    seit Anno Tuck. Jedes Jahr macht dieses Kraftwerk für beide Partner, Gewinn.
    Stora-Enso lehnt eine weitergehende Partnerschaft mit Enervie ab.

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