Niedriglohnfalle Minijob

by

25 Prozent der Beschäftigten in Hagen erhalten unter 8,50 Euro

In Hagen haben fast 12.000 Minijobberinnen und Minijobber einen Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro. Das sind 61 Prozent der Beschäftigten im Minijob und 25 Prozent der Beschäftigten insgesamt *. Der Durchschnittslohn dieser Niedriglohnbeschäftigten liegt bei 5,86 Euro.

„Der Minijob führt zu Dumpinglöhnen und muss dringend reformiert werden. Nicht die Minijobberinnen und Minijobber sind die Gewinner, sondern deren Arbeitgeber, denn in der Regel kassieren sie den Sozialversicherungsbeitrag, der eigentlich den Beschäftigten zusteht, einfach ein.“, sagte der DGB Stadtverbandsvorsitzende Jochen Marquardt.

Den Minijobberinnen und Minijobbern wird nicht nur der Lohn vorenthalten, sondern auch andere Leistungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer normalerweise erhalten. Viele erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaubsgeld oder Mutterschutzleistungen. „Die Beschäftigten im Minijob erhalten einen niedrigen Lohn, haben keine Soziale Sicherung und können damit auch für das Alter nicht ausreichend vorsorgen!“, sagt Marquardt.

Der DGB fordert deshalb eine Reform der Minijobs und einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde. „61 Prozent der MinijobberInnen bzw. 11.700 Menschen in Hagen würden sofort einen höheren Lohn erhalten.“, folgert Marquardt. Außerdem müssen die Sonderbestimmungen für Minijobs aufgehoben werden, um die Minijobs in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu überführen.

Der DGB hat zur Eingliederung der Minijobs in den allgemeinen Arbeitsmarkt ein Konzept vorgelegt. Alle Arbeitsverhältnisse ab dem ersten Euro sollen sozialversicherungspflichtig sein, aber bei der Finanzierung der Beiträge soll es im unteren Einkommensbereich eine Sonderregelung geben. Der DGB schlägt vor, dass es bis 850 Euro eine Gleitzone geben soll. Im unteren Einkommensbereich zahlten die Arbeitgeber –  wie bisher im Minijobbereich – zunächst höhere Beiträge. Bis 850 Euro steigen die Beiträge der Beschäftigten an, erst ab 850 Euro zahlen Arbeitgeber und Beschäftigte den gleichen Beitrag. Im Gegenzug erhalten alle Beschäftigten soziale Sicherung und die Minijobmauer wird aufgehoben.

„Wir erwarten, dass dann die Arbeitszeiten länger werden und die Beschäftigten mehr verdienen!“, konstatiert Marquardt. Das sei der Wunsch vieler Minijobberinnen und Minijobber. Vor allem junge Mütter wollen nicht mehr in den Minijob abgeschoben werden, diese Praxis muss endlich ein Ende habe. Bei der Einführung soll es eine Übergangsregelung geben, gemeinnützige Arbeiten (z.B. Jugend- und Sportbereich) bleiben weiterhin in einem gewissen Rahmen steuer- und abgabenfrei.

* Zugrunde gelegt wurden die Zahlen aus einer Studie des Pestel-Instituts und des WSI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: