„Verlässliche Landesförderung“

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Dürftige Fördermittel für Theater und Orchester in Hagen

Wie 2011 und 2012 erhält die Stadt Hagen auch für das laufende Jahr 951.000 Euro als Zuschuss zu den Personalkosten des Stadttheaters (677.000 Euro), Kinder- und Jugendtheaters (110.000 Euro) und Orchesters (164.000 Euro).

Die Kunst- und Kulturförderung wurde aus dem Etat des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW zur Verfügung gestellt und jetzt von der Bezirksregierung Arnsberg bewilligt.

Die bezeichnet das als „verlässliche Landesförderung“ und erklärt:Dass die Förderung in den letzten drei Jahren konstant bleiben konnte, ist auch ein Ergebnis des Theaterpaktes NRW. Durch diesen war 2010 sichergestellt worden, dass ab 2011 für die Personalkostenzuschüsse der Theater und Orchester im Land insgesamt zusätzlich 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.“

Für Hagen bedeutet das einen Zuschuss von gerade mal 7 Prozent der realen Aufwendungen für Personal und ist damit völlig unzureichend. Belegt wird mit diesem Ansatz die mangelnde Bedeutung des Kulturbereichs für diese Landesregierung – wie im Übrigen auch für ihre Vorgängerin.

Bezeichnend ist schon der Stellenwert der Kultur in der Regierungserklärung der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: „Zu Lebensbildung und Lebensqualität gehört Kultur unabdingbar dazu. Sie hat auch eine ganz entscheidende Rolle für die Attraktivität unserer Kommunen. Zusammen mit ihnen wollen wir kulturelle Substanz erhalten und Neues wagen. Nordrhein-Westfalen hat eine der reichsten Kulturlandschaften der Welt, sie wird wesentlich von den Kommunen getragen.“

Als Beispiele fallen Kraft dann noch die Ruhrtriennale und Pina Bausch ein – und das war’s. Zehn Zeilen auf 25 Seiten.

Obwohl in diesen mageren Sätzen die Kommunen immerhin zweimal erwähnt werden, stehen sie weiterhin im Regen – „Substanz erhalten“ ist nicht mehr gewährleistet und an „Neues wagen“ gar nicht erst zu denken.

Im Gegenteil – Abbruch ist angesagt: Über die Regierungspräsidien lässt die Landesregierung die Städte weiter unter Druck setzen und die Kommunalaufsicht mit der Einsetzung von „Beauftragten“ gem. § 124 der Gemeindeordnung drohen, den verfälschend so genannten „Sparkommissaren“.

Privatisierungen passen der Landesregierung dagegen weiterhin gut ins Konzept. Lässt doch die Arnsberger Dependance der Düsseldorfer Zentrale im Falle des Hagener Theaters schon mal ausrichten: Der Personalkostenzuschuss des Landes würde auch nach einer Umwandlung zur gGmbH gewährt.

Nach einer möglichen Insolvenz der Bühnen-Gesellschaft könnte das Land den dann auch noch „einsparen“.

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