Dreht sich das OB-Karussell oder nicht?

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Es gibt keine Kandidaten-Diskussion. Basta. Jeder, der etwas anderes wahrnimmt, beteilige sich an Gespensterdebatten, heißt es unisono aus den politischen Lagern mit Volksparteienanspruch. Mantraartig und in ungewohnter Eintracht verweisen in diesen Tagen CDU und SPD darauf, dass die Frage nach dem künftigen Spitzenmann oder gar der Spitzenfrau für den Oberbürgermeister-Posten sich zu einem anderen Zeitpunkt stelle.

Und dennoch: Seit Jörg Dehm nach seinem überraschenden Wegzug zurück nach Mülheim und entsprechenden Appellen aus Reihen der Union erklärt hat, dass er 2015 für keine weitere Legislaturperiode als Hagener OB zur Verfügung stehe, ist hinter den politischen Kulissen das Gerangel um die aussichtsreichsten Kandidaten-Startblöcke mit Rasanz eröffnet. Denn aktuell glauben nur wenige, dass der 49-Jährige tatsächlich noch gut zwei Jahre durchhält. Andere sind sogar schon sicher, dass er zeitnah in der Ent- oder Versorgungsbranche abtauche. Nicht nur der politische Gegner sieht Hagen ansonsten auf eine zäh-zermürbende „Lame-Duck“-Ära zuschlittern. Wie will ein OB bei den Bürgern Akzeptanz – sei es für Steuererhöhungen oder Lkw-Ströme in Richtung Cargobeamer – für sein Wirken reklamieren, wenn er abends per Bahn aus der Stadt entfleucht?

Eine anhaltende Führungskrise wäre aber auch mit Blick auf die permanent zu führenden Nothaushaltsdebatten mit der Bezirksregierung alles andere als vertrauensbildend. Doch bislang gibt es keine konkreten Signale, dass Dehm tatsächlich vorzeitig gedenkt, den Weg für einen Neuanfang frei zu machen. Zwar wird schon reichlich spekuliert, dass der OB zum 1. Januar 2014 gerne den scheidenden Essener Stadtwerke-Vorstand Bernhard Görgens beerben wolle – ein attraktiver Top-Job in der 300.000-Euro-Liga. Immerhin sucht dort mit Ray & Berndtson ein Headhunter, der in Hagen auch schon für die HVG und Enervie tätig war.

Beides Unternehmen, bei denen der Hagener Verwaltungschef einflussreich als Aufsichtsratsvorsitzender agiert – man kennt sich also. Doch bei der Essener CDU, die im Geiste des auch dort geschätzten und gepflegten Parteienproporzes ihre Hand über diese Spitzen-Position in Dehm’scher Heimatnähe hält, heißt es abwimmelnd, dass man eigentlich einen Fachmann suche . . . (…)

Quelle: DerWesten

Anmerkung: Absolut lesenswerter Beitrag von Martin Weiske. Die weiteren Darsteller in der Reihenfolge ihres Auftritts: Hans-Dieter Fischer, Wilfried Horn, Christoph Purps, Heinz-Dieter Kohaupt, Willi Strüwer, Christoph Gerbersmann (alle CDU); und von der SPD: Mark Krippner, Timo Schisanowski, Wolfgang Jörg, René Röspel, Thomas Michel, Erik O. Schulz, Dietmar Thieser („Louis-XIV-Allüren“).

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