Rentenkürzung und Niedriglohn: DGB Hagen warnt vor Altersarmut

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Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) muss jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Hagen künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt.

Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: In Hagen arbeiten 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 9.818 Menschen – zu einem Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1.890 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von heute knapp 50 bis auf 43 Prozent sinken.

Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 in Hagen bei nur 1013 Euro (Männer) bzw. 480 Euro (Frauen). Wenn das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten würde, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 871 Euro (Männer) bzw. 412 Euro (Frauen).

Eine gefährliche Entwicklung, wie der Hagener DGB Stadtverbandsvorsitzende Jochen Marquardt feststellt: „Es ist ein Skandal, dass ein Fünftel der Vollzeitbeschäftigten in Hagen mit Niedriglöhnen abgespeist wird. Für dieses Fünftel ist Altersarmut vorprogrammiert. Genauso unverantwortlich ist die Senkung des Rentenniveaus, weil nicht nur Geringverdienende, sondern auch Normalverdienende dadurch in die Altersarmut abrutschen. Bei einem Rentenniveau von 43 Prozent würde die Durchschnittsrente in Hagen deutlich unter der Grundsicherung landen. Ein solcher Sturzflug der Rente kann und muss verhindert werden. Wir brauchen dringend einen Politikwechsel, um eine Welle von Altersarmut zu vermeiden. Dafür fordern wir eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro.“

Der DGB hat ein Modell entwickelt, das zeigt, dass die Sicherung der Renten finanzierbar ist. Der Rentenbeitrag muss dazu bis zum Jahr 2030 nicht einmal höher steigen, als es vom Gesetzgeber ohnehin geplant ist. Es kommt aber entscheidend darauf an, noch in diesem Jahr die Anhebung des Beitragssatzes zu beschließen und eine Demografie-Reserve aufzubauen.

Dafür reichen schon moderate Beitragssteigerungen von jährlich maximal 0,3 Prozentpunkten aus. Durchschnittsverdienende müssen dafür jedes Jahr lediglich 4,05 Euro mehr im Monat aufbringen, um eine armutsfeste Rente zu erhalten. Dagegen ist der Plan der Bundesregierung, die Rücklagen der Rentenversicherung aufzulösen, angesichts einer älter werdenden Gesellschaft geradezu absurd.

Nach diesem Finanzierungskonzept kann die Erhöhung des Rentenalters ausgesetzt werden, zumal in Hagen gerade einmal nur 29,2 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Marquardt: „Es ist also nötig und möglich, weitere Rentenkürzungen zu verhindern und die Erwerbsminderungsrente spürbar aufzubessern, sowie das Rentenkürzungsprogramm „Rente mit 67“ zu beenden.“

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