Schulische Inklusion: Kinder individuell fördern

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Der Hagener Stadtrat bekennt sich zur Inklusion und fordert gleichzeitig die Landesregierung zu Nachbesserungen auf. Der – einstimmige – Beschluss vom vergangenen Donnerstag, 21. Februar:

Kein Kind zurücklassen!

Unabhängig von offenen Fragen der Konnexitätsrelevanz der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Schulen, bekennt sich der Rat der Stadt Hagen zur inklusiven Bildung. Er ist sich dabei seiner besonderen Verpflichtung gegenüber den Schülerinnen und Schülern mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarfen, deren Eltern sowie den Lehrerinnen und Lehrern an allen Schulformen bewusst.

Der Rat der Stadt Hagen erkennt an, dass alle schulpflichtigen Kinder entsprechend ihren persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen individuell gefördert und begabungsgerecht gefordert werden. Er billigt allen Eltern – insbesondere aber denen, deren Kinder der sonderpädagogischen Förderung bedürfen – eine Wahlmöglichkeit bei der Wahl der Schule für ihre Kinder zu. Eine Förderung unter dem Primat finanzieller Opportunität lehnt der Rat der Stadt Hagen ab.

Der Rat der Stadt Hagen stellt fest, dass Kinder und Jugendliche im Rahmen von inklusivem Lernen nicht schlechter gefördert werden dürfen als bislang in den Förderschulen, und Inklusion nur gelingen kann, wenn hinreichende Gelingensbedingungen an den Schulen – insbesondere im Bereich des pädagogischen Personals und der Ausstattung  – gegeben sind.

Vor diesem Hintergrund fordert der Rat der Stadt Hagen die Landesregierung eindringlich auf, die Entwürfe des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes sowie die Verordnung über die Schulgrößen der Förderschulen und Schulen für Kranke so zu überdenken, dass schulische Inklusion gelingen kann und ausreichend selbständige Einrichtungen erhalten bleiben. Sie muss von der Gesellschaft angenommen, gelebt und akzeptiert, nicht von der Politik verordnet werden. Deshalb sind gute Rahmenbedingungen unverzichtbar!

Statt der Beschneidung des Rechts der Schule auf Einleitung des Verfahrens der sonderpädagogischen Förderung sollten im Sinne der Inklusion für alle Schüler diagnostische Verfahren durchgeführt werden, mit dem Ziel der individuellen Förderung bei Schwächen und der Herausforderung bei Stärken.

2 Antworten to “Schulische Inklusion: Kinder individuell fördern”

  1. Allan Quatermain Says:

    Lieber „Doppelwacholder“,
    nicht alles nach kauen, was die hiesige Politik einen vor gekaut hat!

    Mir liegt die Drucksache 0075/2013 vom 08.02.2013 vor,
    die zwischen den Zeilen einiges obiges wieder gerade drückt.

    Beispiele gefällig,
    am 26.03.2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenkonvention oder BRK in Kraft. Die Konvention verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland und die Bundesländer, den gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen zu fördern.
    Der in Artikel 3 der BRK genannte Grundsatz „volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in der Gesellschaft entspricht dem Verständnis der sozialen Inklusion.

    Inklusion (lateinisch: Includere – einbeziehen) bedeutet, dass Menschen von Anfang an selbstständig zur Gesellschaft dazugehören. Wenn beispielsweise Menschen mit Behinderung von Anfang an gleichberechtigte Teilhabeschancen haben und selbstverständlich zu ihrer Familie, zur Nachbarschaft und in ihrenm Stadtteil dazu gehören und mittendrin leben, müssen sie nicht erst durch spezielle Maßnahmen in allgemeine Angebote „integriert“ (lat. integrare – wiederherstellen ) werden.

    Der Bürger braucht nicht zu wissen, dass die BRD als einer der letzten Staaten, noch hinter Nordkorea oder dem Kongo, diese BRK unterschrieben hat. Ebenso braucht der Bürger nicht zu wissen, warum diese Konvention 48 Monate bis zur Umsetzung auf kommunaler Ebene braucht?

    Weiter geht es mit Seite 3 dieser Drucksachennummer.
    Es ist ja toll, das seit Januar 2011, das Thema „Inklusion“ im Arbeitsfeld „Tageseinrichtung für Kinder“ Bestandteil eines Planungsprozesses ist. Im Oktober 2011 wurden 2 Workshops zur Bedarfsermittlung und Fragebogenerstellung in Hagen abgehalten.
    Da ist man dann dahinter gekommen, dass 60 Prozent der Fachkräfte „nicht“ über eine heilpädagoische Zusatzausbildung verfügt. Diese Richtlinie wurde als Qualifikation von dem Landschaftsverband, dann wegen der Quote nicht mehr vorgesehen.

    36 Monate nach Ratifizierung der BRK, im Febr. 2012 bildete sich in Hagen eine Arbeitsgemeinschaft 3 nach § 78 SGB VIII.
    Wer nicht weiss was dieses ist, es handelt sich um eine AG für trägerübergreifende Kindertagesbetreuung.
    Diese will in 2013 ihr Rahmenkonzept vorlegen.
    Weiterhin wollen auch zusätzlich qualifizierte Tagesmütter/-väter, die bis jetzt ohne Zuschlag eines behinderrungsbedingten Mehrbedarf, Kinder betreuen, ihren Anteil an den Förderleistungen.
    Diese Beratungsvorlage soll in Kürze vom Jugendhilfeausschuss presentiert werden.

    Seit Mai 2012 ist die Fachabtl. Kindertagesbetreuung an der konzeptionellen Ausgestaltung zum „Ausbildungsgang Fachkraft für inklusive Bildungsarbeit“ im Beirat am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg beteiligt.
    Der Lehrplan soll ab Februar 2013 erstmals angeboten werden!
    Weiterhin sollen weitere Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Inklusion, sich mit VertreterInnen der Fachabtl. entwickeln und besetzt werden.
    Es sind dann ja nur 47 Monate nach Ratifizierung der BRK ins Land gegangen!

    Wenn mal im Gespräch war, dass Erzieher eine gewisse Vorbedingung durchlaufen sollen, bevor sie Kinder und Jugendliche erziehen sollten, bekommt diese weitere Schmalspurausbildung ein gewisses Geschmäckle.

    Seite 5 dieser Drucksache befasst sich mit der Inklusion im Schulbereich.
    Schwerpunkte dieser Seite sind so Schlagworte wie:

    Die Barrierefreiheit setzt der Schulträger bei Neuerrichtung?
    und Renovierungsmaßnahmen? jeglicher Art, unter Beachtung der Notwendigkeit sparsamer Haushaltsführung soweit möglich um.
    Der Schulträger Stadt Hagen hat eine Grundschule (Heideschule Hohenlimburg) als Schwerpunktschule räumlich für den Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation baulich umgesetzt.
    (Was die Hasper oder aus Mitte betroffenen Eltern und Schüler, wg. kurzer Anreise erfreuen wird.)
    Im Rahmen von Einzelfallprüfungen für den gemeinsamen Unterricht, hat und wird der Schulträger wie bisher, fallweise besondere Schulmobiliarausstattungen umsetzen.
    Gesundheitsamt und Schulamt sind in der Bewilligung beratend eingebunden.
    Jugendhilfe und Sozialamt bewilligen Eingliederungshilfe bei Antragstellung von Erziehungshilfe jeweils in Einzelfallprüfung
    Weiterhin können Schulen über das regionale Kompetenztaem Stadt Hagen ihre Fortbildungsmaßnahmen zur Inklusion abfragen.
    Das Land NRW hat den Regionalen Bildungsbüros 2012 erstmalig einen Inklusionsfond von 15.000 EURO zur Verfügung gestellt.
    Das Land NRW stellt jedem Schulamt stellenhälftig 2 Lehrkräfte als „Inklusionskoodinatoren/beauftragte“ (IKO´s) zur Verfügung.
    Zusätzlich stehen den Schulen der Stadt Hagen Beratungsressourcen über das Beraterteam der „Koordinatoren für das Gemeinsame Lernen“ (KOGL) im Schulamt zur Verfügung.

    (Meine Frage würde hier sein, was kostet dieser Wasserkopf an Städtischen Ämtern, seit 2009 den Steuerzahler?
    Die Bewilligung von Dienstwagen, von der C-Klasse bis zum Wohnmobil, ging ohne einen Wasserkopf von Verwaltungsmitarbeiter und Arbeitskreisen über die Bühne.
    Jedenfalls die Erziehungsberechtigten von Behinderten Kindern oder Jugendlichen wissen jetzt, was ein IKOS oder KOGL ist.)

    Nicht zu vergessen, dass Integrationsamt, Landschaftsverband und das Land NRW mit seinen Angestellten und BeamtInnen, wollen ja auch noch eingebunden werden.)

    Wenn jetzt noch ein Bürger glaubt, dass das BRK ihm dient,
    schnell in Kraft tritt, ohne Wasserköpfe in Ämter und Verwaltung, nebst den zig Arbeitskreisen,
    der glaubt auch, das

    „Zitronenfalter Zitronen falten.“

    • ws Says:

      DOPPELWACHOLDER.DE kaut nicht alles nach, sondern dokumentiert in diesem Fall einen Beschluss des Hagener Stadtrats, was jeder Leser schon im Eingangstext erkennen kann.

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