Studie des Wirtschaftsministeriums zur Altersarmut

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Gastbeitrag von Ruth Sauerwein, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Hagen

Altersarmut sei derzeit kein gesellschaftliches Problem, befindet das Rösler-Ministerium. Das widerspricht den Erfahrungen, die Seniorenbegegnungsstätten und Suppenküchen machen. Mit jedem Jahrgang von Neu-RentnerInnen wächst die Zahl derjenigen, bei denen die Rente nicht zum Leben reicht. Dafür spricht auch die wachsende Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die auf 400-Euro-Jobs angewiesen sind.

Die Landesseniorenvertretung hat sich in diesem Jahr intensiv mit dem Thema der wachsenden Altersarmut beschäftigt. Auf einem Seminar in Plettenberg machte die Referentin Britta Bertermann vom Institut für Gerontologie an der TU Dortmund deutlich, dass zur Zeit zweifellos Alleinerziehende das größte Armutsrisiko tragen. Aber die Alten holen auf.

Im Jahr 2010 lag die Armutsrisikoquote bei Menschen ab 65 Jahren bei 12,3 Prozent. Dabei kann man Armut nicht auf diejenigen beschränken, die Rente nach Grundsicherung beziehen. Auch diejenigen, die nach 40 oder 45 Beschäftigungsjahren mit 800 oder 900 Euro in die Rente geschickt werden, sehen keinem sorgenfreien Lebensabend entgegen. Insbesondere, weil immer weniger in den Genuss von Betriebsrenten kommen. Ich weiß nicht, wie die Gutachter zu ihren Zahlen und Einschätzungen gekommen sind – mit der Lebensrealität vieler Menschen haben sie nichts zu tun.

Dazu passend:

Altersarmut: Anmerkungen zum beschwichtigenden „Gutachten“ des BMWi

Es ist bisweilen schon erstaunlich, welch simple Textzusammenstellungen zu „Gutachten“ geadelt werden – und welchen Niederschlag in Medien und Öffentlichkeit solche Machwerke erhalten können. Jüngstes Beispiel: Die Verlautbarungen des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zur Altersarmut. „Alles nicht so schlimm“, lässt sich die Grundaussage des Textes zusammenfassen. Es lohnt sich, den Text ein wenig genauer anzusehen (…)

Ich fasse abschließend die wichtigsten Kritikpunkte am „Gutachten“ des BMWi-Beirats zusammen:

Das „Gutachten“ widerlegt mit Grandezza die Behauptung, es gebe heute schon massenhaft Altersarmut, obwohl niemand Relevantes diese Behauptung aufstellt.

Das „Gutachten“ blendet wesentliche Faktoren aus, die zu einer zukünftig wachsenden Altersarmut beitragen können, nämlich die zunehmend ungleiche Vermögensverteilung und die Tatsache, dass Frauen immer weniger über ihre Ehemänner im Rentenalter abgesichert sind.

Das „Gutachten“ unterschätzt die Auswirkungen auf die Altersrenten, die der wachsende Niedriglohnsektor und die zunehmende Ungleichheit bei der Einkommensverteilung haben dürften.

Das „Gutachten“ geht weltfremd davon aus, dass die Absenkung des Rentenniveaus durch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und durch Riester-Renten sowie Betriebsrenten ausgeglichen werden können.

Quelle: annotazioni

2 Antworten to “Studie des Wirtschaftsministeriums zur Altersarmut”

  1. Harald Helmut Wenk Says:

    Kurzum, die Regierung, und nicht nur die, hat zur Wahrheit bei Berichten, und nicht nur da, selbst in mathematisierter statistischer Form, Papier ist geduldig, ein rein „professionelles“, das heusst: WAHLTAKTISCHES Verhältnis. Die Zustimmung der Menge,, mesist „Identifikation mit dem Aggressor“: Staat und Wirtschaft, in den Kolonoien zum Exempel – aktuell im Afghamsisrtankrieg, war schon immer für ein Staat lenbenswichtig, Das war schon zu Shakespeas Zeiten so, und das IMER NOCH GÜLTIGE Zitat aus seinem „Hamlet“: „es ist etwas FAUL IM STAATE“, meinte genau diese Lügenhaftigkeit und Heimtücke der Regierung, nicht etwa die „Arbeitlsleistung“ der damals leibeigenen Untertanen. Die Arbeitsprodukltivit dürfte mittlererweile so um den Faktor: ein paar hundert, angestiegen sein, so dass das Überleben damals regeriungsoffiziell geradezu unerklärlich und unmöglich gewesen ist. Tatsächlich gibt es Bücher, die das Mittelalter für eine Erfindung erklären.
    .

  2. Allan Quatermain Says:

    Liebe Ruth,

    war nicht die Regierung Schröder/Fischer die diese Saat bereitet hat!
    Die jetzige verfeinert nur das ganze.

    War nicht die Regierung Merkel/Steinmeier,
    die die Rentenkürzungen, pardon, Reformen nennt man dieses dem blöden Bürger, mit Riester, Rürop, Raffelhüschen und noch so einige andere Mietmäuler, in die Welt gesetzt haben?

    Kurz noch etwas zu den Betriebsrenten.
    Wenn einer vor 20 Jahren gewußt hätte,
    das er heute von seinen *Betriebsrenten, Sozialabgaben und Steuern für den Staat, die Krankenkassen,- und Pflegekassen bezahlen darf,

    bekommt das Wörtchen Solidarität sofort einen neuen Klang.

    *Viele bekommen noch nicht mal eine Betriebsrente, obwohl sie Jahrzehnte in Diese einbezahlt haben. Auch dieses ist der Politik zu verdanken.

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