Latenter Rassismus in der BV Haspe?

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Thieser und BV-Mehrheit mokieren sich über Investoren

In praktisch jeder Sitzung des Stadtrates und der Bezirksvertretungen finden sich Tagesordnungspunkte der Verwaltung, die nur zur Kenntnis gebracht werden. Dabei handelt es sich um Angelegenheiten, die im Landes- oder Bundesrecht geregelt sind. Da die Kommune das nicht ändern kann, wird nicht über die jeweilige Sache abgestimmt, sondern sie wird nur zur Kenntnis genommen. Diese Kenntnisnahme können die Gremienvertreter zwar verweigern, aber in der Regel winken sie alles durch.

Dieser Automatismus wurde in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Haspe außer Kraft gesetzt und die Kenntnisnahme mit Mehrheit abgelehnt. Was war passiert? Spielte vielleicht unterschwelliger Rassismus eine Rolle?

In den Räumlichkeiten einer ehemaligen Apotheke plante ein Investor die Einrichtung einer Bäckerei mit integriertem Café. Dazu hatte er einen Antrag auf Nutzungsänderung bei der städtischen Bauverwaltung gestellt. Die sogenannte Baugesuchskonferenz hatte dem Planungsvorhaben zugestimmt und die Verwaltung den Nutzungsänderungsantrag routinemäßig der BV Haspe zur Kenntnis vorgelegt.

Daraufhin entwickelte sich laut veröffentlichtem Sitzungsprotokoll ein aufschlussreicher Dialog zwischen einem Herrn Thieser (gemeint ist wohl der gleichnamige Bezirksbürgermeister) und einem Herrn Grothe (gemeint ist wohl der gleichnamige Baudezernent).

Nach Angaben von Thieser hätten sich „viele Anlieger“ über von der Bäckerei ausgehendem Lärm beschwert. Herr Grothe antwortet hierauf, dass bei mehrfachen Ortsbesichtigungen keine außergewöhnlichen Lärmquellen festgestellt worden sind.

Thieser fragt weiter nach den Öffnungszeiten, welche „dort praktiziert“ werden. Antwort Grothe: „Der Gastraum und der Ladenlokalbereich werden gemäß Betriebsbeschreibung von 07:00 – 21:00 Uhr an Werktagen und von 10:00 – 16:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet.“ Alles nicht außergewöhnlich.

Thiesers nächste Frage gilt den Stellplätzen. Laut Auskunft der Verwaltung sind drei notwendig und die wurden abgelöst.

Aber der ehemalige „Sonnenkönig“ lässt nicht locker und will wissen, „wie viel Toiletten dort vorhanden sein müssen?“ Keine, so die Antwort der Verwaltung, weil die Fläche des Gastraums weniger als 50 qm beträgt.

An dieser Stelle sind eigentlich alle Sachfragen beantwortet – nicht aber für Thieser. Ob er nur einen schlechten Tag erwischt hatte? Jedenfalls brachte er noch mal die schon erledigten Themen vermeintliche Lärmbelästigung und Parkplätze auf den Tisch und ergänzte seine Tiraden mit der Behauptung, „dass die inflationäre Ansiedlung solcher Bäckereien für das Bild des Hasper Zentrums schädlich seien.“ Man beachte: „solche“ Bäckereien.

Was meint er denn mit „solche“? Vielleicht solche, in die von Mitbürgern mit Einwanderungshintergrund betrieben werden?

Auch die richtige Feststellung von Grothe, „dass man städtebaulich gegen Bäckereien/Cafes nichts unternehmen könne, da dies Einrichtungen sind, die in einen Innenstadtbereich gehören“ verhallt bei Thieser ungehört.

Und er setzt noch einen drauf: Zwischenzeitlich gebe es eine dermaßen große Anzahl solcher Bäckereien, dass andere Cafes sich wirtschaftlich überhaupt nicht mehr halten könnten.

Thieser unterscheidet also zwischen „solchen“ und „anderen“ ohne den von ihm vorgetragenen „Unterschied“ in irgendeiner Form zu definieren. Quantitativ hat sich schon lange im Hasper Zentrum nichts verändert. Vor einigen Monaten hat im Kreisel ein Geschäft mit vergleichbarem Angebot dicht gemacht, und jetzt hat eben ein neues eröffnet. Der einzige relevante Unterschied: der geschlossene Laden hatte biodeutsche Betreiber, der neu eröffnete migrantische.

Was will Thieser denn? Sollen Leestände besser mit Wettbüros, Spielhallen und 1-Euro-Shops bestückt werden? Oder stört ihn die Herkunft der Investoren?

Der Bezirksbürgermeister und die BV-Mehrheit sollten besser zur Kenntnis nehmen, dass in Haspe ein hoher Anteil von Bürgern mit Einwanderungshintergrund lebt. Sie sollten sich freuen, dass aus diesen Kreisen Initiativen zur wirtschaftlichen Betätigung ergriffen werden. Diese Investitionen tragen zur anhaltenden Belebung des Stadtteilzentrums bei, während das Lieblingskind der Hasper Großkopfeten, das geplante „Torhaus“, seit fast zwei Jahren in der äußeren Erscheinungsform eines antiken Ausgrabungsgeländes vor sich hin dämmert.

Anzeichen eines latenten Rassismus sind dagegen gerade in Haspe fehl am Platze.

2 Antworten to “Latenter Rassismus in der BV Haspe?”

  1. Joh Says:

    Initiativen maybe – aber ob das langfristig so gut ist?

    Ich erinenre nur an das sog. „Interkulturelle Fest“ das jährlich in Haspe stattfindet. Die Hasper Moslems und insbesondere ihre e.V. Vertretung verweigerten die Teilnahme weil dort Schweinefleisch verkauft wurde.

    Ich jedenfalls bin nicht bereit auf diverse Migrantengruppen in egal welcher Form weiterhin Rücksicht zu nehmen.

  2. WilliBald Says:

    Richtig so! Ich auch nicht!

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